Ein Film von Matti Bauer
26.02.2010, 09.00 - 10.30
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Ein Jahr lang hat Regisseur Matti Bauer die jungen Sänger - davon vier besonders nah - beobachtet und Höhen und Tiefen ihres Lebens als angehende Domspatzen miterlebt. Es sind keine Wunderkinder. Was sie eint, ist die Liebe zum Gesang.
Auf die Frage wie Heimweh sich anfühlt, antwortet einer der Neulinge: 'Traurigkeit, manchmal auch Verzweiflung, also, wenn's ganz schlimm ist. Eigentlich kann man das gar nicht beschreiben, das sind halt so Phasen, manchmal beim Essen, in der Kirche, im Bett'. Das Heimweh ist nicht das einzige Problem, dem sich die frischgebackenen 'Domspatzen' stellen müssen, es sind neue Mitschüler, Fremde im Zimmer, fremde Lehrer, harte Anforderungen, Prüfungsstress und Fehlschläge, aber es gibt auch Momente des Glücks, wenn es mit dem hohen Ton klappt, der erste Auftritt im Dom, der erste Applaus.
Es ist eine intensive Ausbildung, die die zehnjährigen Buben absolvieren. Fern von den Eltern richten sie sich im Alltag des katholischen Internats ein, bemühen sich um Anerkennung durch die Lehrer und Mitschüler und kämpfen gegen das Heimweh. Die Liebe zum Gesang und der Ehrgeiz, in den berühmten Konzertchor zu kommen, der weite Konzertreisen unternimmt und im Fernsehen auftritt, lässt sie so manche Schwierigkeit meistern. Sie sind keine Wunderkinder. Jeder hat seine eigene Persönlichkeit und besondere Wünsche, die im Lauf des Jahres vor der Kamera immer wieder auf die Probe gestellt werden. Kameramann Waldemar Hauschild bleibt dicht an den jungen Domspatz-Sängern, wenn sie durch die Gänge des Internats jagen und Freudentänze vollführen. Mit viel Kraft und oft unfreiwilliger Komik verfolgen die Buben ihre Ziele. Die Zuschauer werden Zeugen dieser Anstrengungen, ihrer Ängste und ihrer Ausgelassenheit und lassen sich verzaubern von ihrem Gesang, der zwar nicht immer perfekt, aber von Mal zu Mal besser wird und bei den Auftritten des Konzertchors für bewegende Höhepunkte sorgt.
Allgemeine Informationen zu den 'Regensburger Domspatzen': Wie die Legende erzählt, beginnt die Geschichte des Regensburger Chores schon in siebten Jahrhundert, offiziell aber erst mit der Gründung einer Domschule durch Bischof Wolfgang von Regensburg im Jahr 975. Die Schule sollte die musikalische Ausbildung und die musikalische Gestaltung der Liturgie sichern. Nur während des Dreißigjährigen Krieges war das Seminar für einige Jahre geschlossen.
Anfang des 20. Jahrhunderts nahm der Regensburger Domchor seine Konzertreisen auf. Das erste Auslandskonzert gab es unter Franz Xaver Engelhardt in Prag. Damals wurde auch der Name 'Regensburger Domspatzen' geprägt. Vor allem dank der Arbeit des Domkapellmeisters Theobald Schrems (1924-1963) wurde der Chor weltberühmt. In seine Ära fällt auch die erste Südamerika-Tournee (1937). Sein Nachfolger wurde Georg Ratzinger (1964-1994), der Bruder des jetzigen Papstes Benedikt XVI. Seit 1994 leitet Roland Büchner - ein Nichtgeistlicher - den Chor. Büchner setzte auf die Aufführungen großer Chorwerke wie 'Der Messias','Die Schöpfung', der 'Matthäus-Passion' oder der 'Johannes-Passion. Unter seiner Leitung unternahmen die Domspatzen zahlreiche Auslandstourneen (u. a. nach Japan, Kuwait, Südafrika, Philippinen, Frankreich, Portugal, Schottland, Italien, Ungarn, Vatikan, Österreich, Schweiz, Belgien, Slowakei...) und untermauerten ihren Ruf als einer der weltweit besten Knabenchöre.
2002 wurde ihnen von der Europäischen Föderation der Chöre der Titel 'Kulturelle Botschafter von Europa' verliehen. Außerdem sind die Domspatzen UNICEF- Botschafter.
Die etwa 500 'Spatzen' in Chor, Schule und Internat werden an einem (seit 2004) rein musischen Gymnasium unterrichtet. In einem Klostergebäude in Pielenhofen ist die Tages- und Internatsgrundschule der Regensburger Domspatzen (1.- 4. Klasse) untergebracht, hier können sie sich auf das Gymnasium vorbereiten.