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Spielfilm Deutschland 2008
Personen:
Inga / Anne (Anna Maria Mühe)
Robert (Ulrich Matthes)
Oma Christa (Christine Schorn)
Opa Heinrich (Hermann Beyer
Juri (Jevgenij Sitochin)
Juri (jung) (Ilja Pletner)
Alexander (Thorsten Merten)
Alexander (jung) (Adrian Topol)
Steffi (Christina Drechsler)
Kerstin (Steffi Kühnert)
Claire (Juliane Köhler)
und andere
Kamera: Frank Lamm
Musik: Daniel Sus
Regie: Christian Schwochow
Für manche ist die deutsch deutsche Geschichte Gegenstand der Historie und Stoff für Literatur. Für andere geht es immer noch um ihr persönliches Schicksal. In 'Novemberkind' scheitert die Begegnung zweier Menschen an diesem Gegensatz.
Die 25 jährige Inga aus Malchow glaubt, ihre Mutter sei wenige Monate nach Ingas Geburt ertrunken, der Vater unbekannt. Doch dann taucht Literaturprofessor Robert auf. Er behauptet, dass er ihre Mutter Anne aus Konstanz kennt. Er behauptet, dass Anne sich 1980 in einen Deserteur der Roten Armee verliebt habe und mit ihm nach Westdeutschland geflohen sei. Als Inga ihre Großeltern und Freunde mit dieser Nachricht konfrontiert, merkt sie, dass sie ihr Leben lang belogen wurde.
Fassungslos fragt sich Inga, warum ihre Mutter sie zurückließ. Gemeinsam mit Robert macht sie sich auf den Weg in die Vergangenheit. Sie reisen durch Deutschland, um Zeugen von damals zu treffen und hoffen, am Ende der Reise Anne gegenüberzustehen. Doch je näher Inga ihrer Mutter kommt, desto klarer wird, dass auch Robert ihr nicht die ganze Wahrheit gesagt hat.
Bereits das erste Exposé von Heide und Christian Schwochow ließ vermuten, dass dies der deutsch deutsche Film werden könnte, auf den das wiedervereinigte Land wartete, ein Drama über die menschlichen Verstrickungen in der DDR und die Folgen, die daraus bis heute erwachsen: Erpressung durch die Stasi, Verrat durch die eigenen Eltern, Trennung von der Familie, Schuldgefühle, Anpassungsschwierigkeiten und Heimweh im Westen.
In Buch und Inszenierung ist es den beiden gelungen, Thema und Figuren differenziert zu zeichnen. Keine Figur ist eindimensional, überall herrscht lebensechte Gebrochenheit. Niemand ist einfach nur gut oder böse, sondern hat, was beim Thema DDR - BRD nur allzu angemessen erscheint, diverse moralische Facetten.