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Dokumentation und Reportage

Laufstege dieser Welt

Mo 04.01. ab 14.00 Uhr

Auf dem Laufsteg; Rechte: dpa

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Mo 04.01. ab 14.00 Uhr
Di 05.01. ab 09.00 Uhr

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Im Rolli auf den Laufsteg

Eine Reportage von Petra Konradi

Es war nur ein Wimpernschlag, der Nina Wortmanns Leben für immer veränderte. Seitdem sitzt die junge Mutter aus Anröchte im Rollstuhl. Statt aufzugeben stellte sich Nina Wortmann ziemlich bald nach ihrem Unfall die Frage: Was machen Behinderte eigentlich den ganzen Tag? Ninas ganz persönliche Antwort: Eine Karriere als Model. Reporterin Petra Konradi hat das Model im Rollstuhl beim Fotoshooting und daheim besucht.

Tod auf dem Laufsteg

Hungern für die Schönheit
Ein Film von Michael Stocks

Es hat in den letzten Monaten viele Schlagzeilen gegeben, immer wieder wurde von magersüchtigen Models geschrieben - sieben, so hat die Presse aufsehenerregend berichtet, sind in den letzten sechs Monaten in Südamerika an Unterernährung gestorben. Ana Carolina Reston, brasilianisches Topmodel, starb im letzten November mit 21 Jahren an mehrfachem Organversagen. Sie wog bei einer Körpergröße von 1,74 Meter nur noch 40 Kilogramm. Besonders tragisch der Fall der beiden Schwestern Luisel und Eliana Ramos aus Uruguay. Die ältere brach im letzten August nach einer Modeshow auf dem Laufsteg zusammen - die Ärzte konnten nur noch ihren Tod feststellen.

Die jüngere starb am 13. Februar. In beiden Fällen berichtete die Presse vom Hungertod der Model-Schwestern. Tatsächlich hat der Schlankheitswahn in der Modewelt immer mehr um sich gegriffen. Als vermeintliches Schönheitsideal in der Branche werden vor allem Mädchen gebucht, die groß und klapperdürr sind und möglichst keine Kurven haben. Vor allem in Südamerika sind offensichtlich besonders viele Mädchen bereit, sich diesen perversen Idealen zu nähern, in der Hoffnung auf eine erfolgreiche Karriere und sozialen Aufstieg. Dabei riskieren einige ihre Gesundheit, manchmal auch ihr Leben. Der Film gibt einen Einblick in die Scheinwelt der Model-Szene in Südamerika.

Die Hüter der Farben - Hinter den Kulissen der Modeszene

Eine Reportage von Ulf Eberle und Katharina Gugel

Jede Saison das gleiche Spiel: Als hätten sich sämtliche Textilhändler verabredet, hängt in allen Modeläden plötzlich nur noch Grau, Schwarz und Lila oder etwas später Kanariengelb und Apfelgrün. Wer denkt sich eigentlich diese Modefarben aus? Und wie schafft es das Kartell der Kreativen, dass ihre Farbvorgaben auch tatsächlich von uns gekauft werden? Wie wird also aus einer Idee ein Trend? Die Hier-und-Heute-Reporter Katharina Gugel und Ulf Eberle begeben sich auf Spurensuche hinter den Kulissen der Textilindustrie.

Ihre Recherche zieht sich von Stoffherstellern zu Modemachern, Textilmessen bis hin zur Redaktion der "Gala" und der Bambiverleihung. Erstaunliches erfahren die Reporter in Paris, wo sie einen Farb-Forscher aufspüren oder in der Zentrale von Gerry Weber, wo klar wird, wie Kunden beim Kauf manipuliert werden. Überraschend auch das Ende dieser Spurensuche: Die Hüter der Farben sitzen nicht etwa in Mailand, Paris oder New York - sondern in Köln. Ein spannender Ausflug in eine bunte Welt voller Einblicke in die Mechanismen der Mode.

Kleiderpremiere - Mode, Models und der Laufsteg

Das Model Claire im roten Brautkleid steht schon auf der Bühne - viel zu früh. Jetzt müssen auch alle anderen Models schnell auf den Laufsteg - zum Finale der Modenschau auf der Düsseldorfer Messe IGEDO. Zwei Minuten später löst sich die Anspannung: Im Publikum hat man den Fehler gar nicht bemerkt. Applaus, die Show ist zu Ende. Schlusspunkt monatelanger Arbeit. Nicht nur Anja Gockel ist erleichtert. Auch die 19jährige Jenny atmet auf, dass es nun vorüber ist. Denn sie hatte Premiere: Zum ersten Mal in ihrem Leben hat sie sich als Model präsentiert. Eigentlich wollte sie nur ein Praktikum machen bei dem Mainzer Modelabel.

Die ersten Entwürfe der Kollektion hatte Anja Gockel knapp acht Wochen zuvor gezeichnet. Es folgen Schnittmuster, Änderungen, Anproben und erneute Änderungen; bis die Blusen, Kleider und Röcke für die Sommerkollektion 2009 fertig sind. Ein Katalog wird fotografiert, Models ausgewählt. Eine Präsentation in Hochglanz ist hier ein Muss, denn die Düsseldorfer IGEDO gehört zu den wichtigsten Modemessen in Europa. Die gigantische Veranstaltung dauert drei Tage. Rund 1700 Aussteller aus mehr als 51 Ländern präsentieren ihre Modelle.

Reporter Kai Diezemann schaut hinter die Kulissen der Modenschau, begleitet die Modeunternehmerin Anja Gockel bei den Vorbereitungen für die Messe und lernt Jenny kennen, eine junge Praktikantin, die unverhofft zum Modelauftritt kommt. Schließlich sind die Zuschauer dabei, wenn hinter der Bühne der Startschuss fällt: zur großen Show auf dem Laufsteg.

Auf Schicht - Ein Leben für Stoff und Mode

Film von Dennis Wells

In dieser Dokumentation blicken sechs Näherinnen und ein Bügler auf ihr Arbeitsleben in der Bekleidungsindustrie zurück. Hier schneiderte ein Heer von Tausenden von Arbeiterinnen in unscheinbaren Hinterhöfen über Jahrzehnte jene Stoffe zusammen, die Millionen Bundesbürger trugen. Direkt nach dem Krieg mussten sie in umgebauten Schulen und leer stehenden Kaufhäusern schuften - die Industriegebäude waren ausgebombt. So trugen die Näherinnen in den 60er Jahren zum Aufstieg einer Branche bei, deren größtes Unternehmen Steilmann von NRW aus ganz Europa eroberte. In den 70ern kam die Krise.

Die Arbeit wanderte ins Ausland ab. Und obwohl es ihnen keiner zutraute, kämpften die Näherinnen in Bonn für ihre Arbeitsplätze und gegen die Globalisierung - zu einer Zeit, als es den Begriff noch gar nicht gab. Eine Lobby wie die Kumpels aus dem Ruhrgebiet hatten sie nie. Und deshalb mussten sie mit ansehen, wie ein Betrieb nach dem anderen geschlossen wurde. Heute stehen die Nähsäle leer. Nur eine Ausnahme gibt es: Ein 200 Jahre altes Familienunternehmen in Köln leistet sich immer noch eine eigene Produktion. Hier steht er, der letzte Nähsaal des Landes...

Wie die Mode nach Düsseldorf kam

Mode und Düsseldorf scheinen untrennbar zusammenzugehören: Mannequins und Modeschöpfer, schicke Boutiken und Haute Couture, die Modemesse und die Kö.

Doch bis zum Zweiten Weltkrieg war Berlin das Zentrum der Mode, wurden dort 90 % der Damenoberbekleidung genäht und vermarktet. Aber 1945 waren 80 % der Berliner Modebetriebe zerstört, ihre zum großen Teil jüdischen Besitzer vor den Nazis geflohen oder ermordet, die einstige Modehauptstadt war aufgeteilt in vier Sektoren und ausgerechnet der sowjetische beherbergte die Mehrzahl der einstigen Modebetriebe.

So ist spätestens mit der Berlin-Blockade 1948 klar, dass Mode künftig andernorts gemacht werden muss. Die Produktion verlagert sich westwärts, nach Gelsenkirchen, Krefeld, Bochum, Hagen - und der Verkauf nach Düsseldorf. Die Stadtväter legen sich ins Zeug, als die Modehersteller einen neuen Standort suchen, um ihre Kollektionen zu präsentieren. In Düsseldorf erkennt man die Chance, die in der Modebranche liegt und sticht die Mitkonkurrenten Köln und Frankfurt aus.

So startet 1949 startete mit der IGEDO - der von 12 Unternehmern gegründeten "Interessengemeinschaft Damenoberbekleidung" - die erste Modemesse der Welt: in Düsseldorf. Die Königsallee, damals schon die Einkaufs- und Flaniermeile der Stadt, wird zum Laufsteg für 120 Mannequins. Eine solche Straßenmodenschau hat es nie zuvor gegeben. 17 000 Menschen kommen, um diesen glanzvollen Auftakt von Düsseldorfs Modekarriere mitzuerleben. "Es war aber nicht nur eine Schau der Mode auf dem Laufsteg, sondern auch im Publikum . Die Düsseldorferinnen und alles, was sich dazu zählt ,zeigten wieder einmal mit welch gutem Geschmack sie sich zu kleiden verstehen," schreibt stolz die Rheinische Post. Von da an geht es rasant aufwärts - die Mode wird zum Wirtschaftsfaktor der Stadt, zieht Mannequins und Modeschöpfer ebenso wie Schneiderinnen an. Düsseldorf gilt als chique und elegant, lockt die Schönen und Reichen an. Man flaniert und repräsentiert auf der Kö - und die Düsseldorferinnen, die die haute Couture nicht bezahlen können, versuchen auf ihre Weise, dazuzugehören. Ruth Willigalla sieht auf der Königsallee ein Traumkleid. 370 Mark soll es kosten, mehr, als sie im ganzen Monat verdient. Doch sie findet in einem Kaufhaus ein ähnlichen Modell, das nur 20 Mark kostet.

Als blutjunger Modeschöpfer ist der heute 82-jährige Hans Friedrichs von Anfang an dabei: "Ich hab in den Trümmern einen Umschlag gefunden, da stand drauf: "Sei helle, Brigitte- nimm Ullsteinschnitte!' Das war damals die Grundlage meiner gesamten Mode." Seine Karriere repräsentiert wie kein zweiter die Geschichte der Modestadt Düsseldorf, noch immer ist er als Designer aktiv. Er erinnert sich noch an die strengen Kleidervorschriften, die in den 50er Jahren die Mode bestimmten.

Dem Trend auf der Spur

Eine Reportage von Andrea Klasen

Reinhard Brodel bastelt aus einem schwarzen dünnen Gürtel eine Fliege und legt sie dem Model um den Hals. "Strumpfhose zur engen Hose oder lieber doch nicht? Mir ist es noch nicht wild genug", sagt er zu seinen Kolleginnen und mustert kritisch das Model. Reinhard Brodel ist Designer bei einem großen Kaufhaus mit Sitz in Düsseldorf. Er befindet sich mitten im Fitting, in der Anprobe für die Presse-Modenschau in wenigen Tagen.

Das erste Mal sieht er die gesamte Herbst-/Winter-Kollektion 09 an den Models und stellt zusammen wer was bei der Schau trägt. Er erklärt uns dabei, wie Trends entstehen, wie er erspürt, was in der Luft liegt und wer die Trendsetter von heute sind. Eine Woche später ist es soweit: Aufregung hinter der Bühne, bis zuletzt zupft Reinhard Brodel an den Models herum, dann präsentieren sie seine Entwürfe dem Publikum. Reporterin Andrea Klasen folgt Reinhard Brodel und geht der Frage nach, wie Trends und Mode für "normale" Menschen eigentlich entstehen.