Do 17.05. um 18.20 Uhr
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Spielfilm Frankreich, Belgien, Luxemburg 2003
Personen:
Isabelle Rashevski (Ludmila Mikaël)
Antoine (Hippolyte Girardot)
Simon Rashevski (Michel Jonasz)
Daniel (Daniel Mesguich)
Onkel Dolfo( Nathan Cogan)
Nina (Tania Garbarski)
Ric Rashevski (Rudi Rosenberg)
und andere
Musik: Michael Galasso
Kamera: Virgine Saint-martin
Buch: Philippe Blasband
Regie: San Garbarski
Als die Matriarchin Rosa (Laurence Masliah) mit 81 Jahren stirbt, ist ihre liberale jüdische Familie, die nach dem Krieg von Osteuropa nach Belgien eingewandert ist, ratlos. Denn Rosa, die ihr Leben lang gegen Rabbis wetterte, hat sich ein Grab auf einem jüdischen Friedhof reservieren lassen. Während man beratschlagt, nach welchem Ritus Rosa nun beigesetzt werden soll, tun sich zwischen den Verwandten unversehens Gräben auf. Ihr Mann Shmouel (Moscu Alcalay) hat Rosa als strenggläubiger Jude verlassen und lebt seit vielen Jahren in einem orthodoxen Kibbuz in Israel. Vergeblich versucht Rosas Schwager Dolfo (Nathan Cogan), ein KZ-Überlebender, ihn dazu zu bewegen, seiner Frau die letzte Ehre zu erweisen. Rosas Tod konfrontiert vor allem die Söhne und Enkelkinder auf amüsante und paradoxe Weise mit ihrer jüdischen Identität. Rosas Sohn Simon (Michel Jonasz) hat die Nichtjüdin Isabelle (Ludmila Mikaël) geheiratet, die sich grämt, weil sie als "Schickse" in der vermeintlich liberalen Familie nie richtig anerkannt wurde. Und Enkelin Nina (Tanja Garbarski), die nie besonders religiös war, erklärt plötzlich, dass sie nur einen strengorthodoxen Juden heiraten wolle. Ihr Freund Antoine (Hippolyte Girardot), ein "Goj", den sie auf Rosas Beerdigung kennen lernt, beschließt also zu konvertieren. Worauf ihm ein liberaler Rabbi (Laurent Capelluto) auseinandersetzt, dass er dadurch "jüdischer" würde als Nina, weil die eine katholische Mutter hat. Aber ein orthodoxer Rabbi würde ihn trotzdem nicht als echten Juden akzeptieren. Ein weiterer Enkel, Ric (Rudi Rosenberg), kämpfte als israelischer Soldat in den besetzten Gebieten und hat sich nun ausgerechnet in die schöne Palästinenserin Khadija (Selma Kouchy) verliebt. Immer wenn die religiösen und amourösen Auseinandersetzungen überhandnehmen, besinnen die Rashevskis sich auf das Credo der seligen Rosa, die fest überzeugt war, dass alles gut wird, wenn man nur gemeinsam einen Tango tanzt...
"Der Tango der Rashevskis" ist eine bittersüße Komödie um die witzig und geistreich variierte Frage, ob Identität aus familiären Traditionen oder aus der Religion erwächst. In Frankreich war die feinsinnige filmische Aufforderung zum Tanz ein großer Erfolg. Regisseur und Autor Sam Garbarski, ein ehemaliger Werbefilmer, inszeniert die familiären Turbulenzen zurückhaltend und zugleich so lebensecht, dass viel eigene Erfahrung spürbar wird. Und weil Rosa stets das Tango-Tanzen gegen alle Kümmernisse empfahl, bewegen sich die Rashevskis zu den hinreißenden Klängen von Filmkomponist Michael Galasso, der unter anderem die Musik zu Wong Karwais Liebesmelodram "In the Mood for Love" schrieb.
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