Einsweiter; Rechte: WDR

Doku am Nachmittag

Hoffnung: Zukunft

Die langgjährige Moskauer ARD-Mitarbeiterin Natascha Titowa, ARD-Korrespondent Albrecht Reinhardt, die Stadtführerin Josefine, die Journalistin Zoja und die Malerin Katja vor einer gemeinsamen Kutschfahrt in der Nähe des Roten Platzes.; Rechte: WDR

Bilder 1

Bewerten:

Alle Sendetermine

Mo 20.08. ab 15.00 Uhr
Mo 20.08. ab 04.15 Uhr

Weiterempfehlen

Möchtest du diese Seite weiterempfehlen? Dann nutze diesen Service.

Kindersklaven - Mo 20.08. um 15.00 Uhr


Mo 20.08. um 15.00 Uhr
Mo 20.08. um 04.15 Uhr


Ein Film von Rebecca Gudisch und Tilo Gummel

Der 10-jährige Junge sitzt auf dem Boden eines schmutzigen Kellers und stickt Perlen auf Stoff, 14 Stunden am Tag. "Los jetzt, arbeite weiter!", blafft ihn sein Aufseher an. Der Junge duckt sich und macht weiter. Die Chancen, dass der Zehnjährige seine Eltern jemals wieder sieht, sind gering; er ist Hunderte von Kilometern von ihnen entfernt und wurde von ihnen für umgerechnet 20 Euro verkauft - als Kindersklave. Wenn Eltern nicht "freiwillig" verkaufen, werden Kinder sogar entführt.

Der kleine Junge heißt Sumit und produziert im indischen Neu Delhi Souvenirs, die dann in Deutschland verkauft werden. Das Geschäft mit Kindersklaven läuft erstklassig.

Getarnt als interessierte Käufer für verschiedene Produkte und ausgerüstet mit versteckten Kameras dringen die beiden WDR-Reporter Rebecca Gudisch und Tilo Gummel in dieses System der Kindersklaverei ein und spüren Kinder, Eltern, Schlepper, Firmenchefs auf - gemeinsam mit denen, die die Kinder befreien wollen. Dem WDR-Team gelingen dabei seltene Aufnahmen, zum Beispiel, als einige Kinder ihre Eltern nach Jahren der Sklavenarbeit zum ersten Mal wiedersehen.

Ein verwirrendes Netz aus Zwischen- und Unterhändlern macht es oft schwer nachzuweisen, wo die von Kindern produzierten Waren letztendlich landen. Doch jetzt gelingt der Nachweis bei verschiedenen Produkten, z. B. bei indischen Pflastersteinen. Sie sind mittlerweile der Renner bei den deutschen Steinhändlern - und kosten nur rund die Hälfte von einem deutschen Stein. Nur solche billigen Steine haben bei öffentlichen Ausschreibungen inzwischen überhaupt noch eine Chance. Viele deutsche Firmen behaupten: Ihre Steine seien "kinderarbeitsfrei". Doch gerade Pflastersteine werden von Kindern geschlagen.

Also wird getrickst: Ein deutscher Steinhändler wirbt zum Beispiel mit einem UNESCO-Zertifikat, das angeblich kinderarbeitsfreie Ware garantiert. Wieder als Großhändler aus Deutschland getarnt, findet das Reporterteam jedoch genau in den Steinbrüchen dieser Firma Kinder, die dort Pflastersteine schlagen. Und das UNESCO-Zertifikat, so stellt sich heraus, wurde nie von der UNESCO ausgestellt. Die Autoren fahren zu der deutschen Firma und konfrontieren die Chefs mit ihren Bildern.

Katja, Katja und Natascha - Mo 20.08. um 15.45 Uhr


Mo 20.08. um 15.45 Uhr
Di 21.08. um 05.45 Uhr


Moskauer Freundinnen
Ein Film von Albrecht Reinhardt

Wer weggeht, den treibt es vorher noch einmal zu seinen Lieblingsplätzen, dachte ARD-Korrespondent Albrecht Reinhardt, der nach sechs Jahren seinen Arbeitsplatz Moskau verlässt. Und dort trifft er nochmals die Menschen, die ihm wichtig sind. Daraus wurde ein Abschiedsfilm - heiter, mit einem Schuss Traurigkeit.

Katja ist Künstlerin und ihre Spezialität sind in Öl gemalte Pyramiden. Weiße und goldene, kleine und riesige. Fast so riesig wie das Stalinhochhaus an der Moskwa, in dem sie geboren wurde und das sie jetzt verlassen muss. Katja empfindet es wie eine Vertreibung.

Die andere Katja ist Geschäftsfrau und Designerin. Im neuen russischen Kapitalismus groß geworden, managt sie beides: Familie und Karriere. Katja zwei ist die erfolgreiche, junge Moskauerin.

Natascha Titowa war schon im Kalten Krieg ARD-Mitarbeiterin in Moskau. Natascha ist heute Rentnerin, aber immer noch so gut informiert wie kaum eine. Im Majakowski-Museum erzählt sie von den unglücklichen Liebschaften und dem tragischen Ende des großen Agitprop-Poeten.

Doch auch Bitteres mischt sich in den bunten Moskauer Bilderreigen. Anna Politkowskaja, eine Journalistin und scharfe Kritikerin des Kreml wurde im Oktober 2006 erschossen. Am Grab der mutigen Frau erzählt eine Freundin, dass Anna Stepanowa Politkowskaja wegen ihrer Arbeit immer wieder anonyme Morddrohungen erhielt. Doch sie arbeitete unbeirrt weiter - bis zu ihrem gewaltsamen Tode.

"Eine verrückte Stadt" nennt Reinhardt Moskau in seiner Dokumentation. Und für Katja, die Designerin ist Moskau ein "Haifischbecken". Aber nicht nur, glaubt der Autor. Seine Streifzüge führen ihn auf den Friedhof, wo Chruschtschow, Raissa Gorbatschowa und Anton Tschechow begraben sind. Im winterlich verschneiten Peredelkino besucht er die Datscha des Schriftstellers Boris Pasternak, der den Nobelpreis nicht annehmen durfte. Und schließlich bannt er zum Abschluss "die Moskauer Freundinnen" noch auf ein gemeinsames Abschiedsfoto. Natürlich vor großer, abendlicher Kremlkulisse. Die gibt es eben nur in Moskau.

Die Fremde im Haus - Mo 20.08. um 16.30 Uhr


Mo 20.08. um 16.30 Uhr
Mo 20.08. um 05.00 Uhr


Au-Pair-Mädchen
Ein Film von Rita Knobel-Ulrich

Im Sommer leben die mongolischen Teenager Agar und Chimgee sogar noch in der Jurte bei den Großeltern in der Steppe. Auch zu Hause in der Stadt wird noch mit der Hand gewaschen, Strom gibt es zwar, aber fließendes Wasser ist in der engen Zwei-Zimmer-Wohnung eher Mangelware.

Jetzt sind sie als Au-pair-Mädchen für ein Jahr in Deutschland und wundern sich über den Wohlstand und die Respektlosigkeit der heimischen Kinder, auch gegenüber den eigenen Eltern. In der Mongolei wird nicht so viel diskutiert und dafür mehr gehorcht. Gut gefallen haben den mongolischen Teenagern aber die geraden Straßen, die Mikrowelle, das eigene Zimmer und die Dusche im Haus. Merkwürdig erscheint ihnen immer noch die Mülltrennung im Haushalt der wohlsituierten Gasteltern.

Wie geht die deutsche Familie damit um, wenn eine große schrägäugige neue Tochter im Haus herumschwirrt, die noch fast alles lernen muss, was die Kleinen schon können? Und wie verkraften die Mädchen aus der Steppe den Kulturschock?

Agar hat vor einem halben Jahr bei ihrer Abreise in der Mongolei heftig weinen müssen, sich inzwischen aber gut eingelebt. Familie Ochs, die Gasteltern von Chimgee aber sind richtig besorgt, weil die Gasttochter immer mehr Heimweh nach der Mongolei bekommt. Ob Chimgee bis zum Schluss durchhält, ist noch nicht sicher.

Europas verlorene Generation - Mo 20.08. um 17.15 Uhr


Mo 20.08. um 17.15 Uhr
Di 21.08. um 06.30 Uhr


Eine Reise mit Sabine Heinrich
Eine WELTWEIT-Reportage von Judith Müllender und Achim Scheunert

Sie ist jung, frech und neugierig - EINS LIVE Radiomoderatorin und Fernsehjournalistin Sabine Heinrich. Mit vielen Fragen im Gepäck macht sie sich auf den Weg quer durch Europa, um Gleichaltrige zu treffen. Sie will erfahren, wie die Generation der 30-Jährigen die Krise meistert. Für WDR WELTWEIT ist Sabine Heinrich unterwegs, um mit jungen Leuten den Alltag zu erleben, ihren Protest zu begleiten und mit ihnen über Sorgen und Ängste zu reden.

Bei Ophélie in Paris, bei Sten in Tallinn und bei Andreas auf der griechischen Insel Euböa ist sie zu Gast.

Die 28-jährige Französin Ophélie ist die Sprecherin der Protestbewegung Génération Précaire, die auf die Barrikaden geht, weil sie sich von den Politikern verraten fühlt. Top ausgebildet und trotzdem nicht gut bezahlt lebt Ophélie noch immer in einem Mini-Zimmer.

In Estland trifft sie Sten, einen Schulabbrecher, der aber mit einer genialen Idee berühmt wurde. Der 32-Jährige erfand Skype. In Estland läuft heute fast alles per Mausklick, lästige Bürokratie passé, Firmengründungen sind fast ein Kinderspiel.

Der Grieche Andreas hat mit Frau und Baby Athen den Rücken gekehrt. Auf einer Insel bauen sie sich gerade ein Strohhaus, versuchen so autark wie möglich zu leben - mit 400 Euro im Monat.

Von ihnen allen will Sabine Heinrich wissen, wie sie sich ein Europa der Zukunft vorstellen.