Di 07.08. ab 14.45 Uhr
Di 07.08. ab 04.00 Uhr
Mi 08.08. ab 09.00 Uhr
Sa 11.08. ab 10.45 Uhr
Möchtest du diese Seite weiterempfehlen? Dann nutze diesen Service.
Di 07.08. um 14.45 Uhr
Di 07.08. um 04.00 Uhr
Sa 11.08. um 10.45 Uhr
Wie wir Verbraucher verführt werden
Ein Film von Jan Tenhaven
Warum kaufen wir, was wir kaufen? Entscheiden allein der Preis und die Qualität? Treffen wir Verbraucher also wirklich immer bewusste Entscheidungen?
Gerade in wirtschaftlich schweren Zeiten suchen die Firmen nach immer raffinierteren Methoden, wie sie uns zum Konsum verführen können. Unser unbewusstes Handeln rückt immer stärker in den Fokus von Marktforschern. Die Konzerne investieren Millionen in die sinnliche Anmutung ihrer Produkte. Wie müssen Dinge riechen und klingen, damit sie sich besser verkaufen lassen? Und wer entscheidet darüber, welche Farben in drei Jahren auf den Markt kommen? Der spannenden Dokumentation gelingt es, seltene Einblicke in die Welt der heimlichen Verführer zu bekommen.
Was normalerweise hinter verschlossenen Türen geschieht, seziert die Dokumentation von Jan Tenhaven in anschaulicher Weise. Der Autor erzählt, wie etwa eine Schweizer Hotelkette den "Corporate Smell" sucht - einen eigenen Geruch, der das Image des Hotels auf subtile Weise unterstreichen soll. Ein großer deutscher Elektrohersteller fahndet mit einem Geräuschdesigner nach dem perfekten Klang eines neuen Staubsaugermodells. Ein Kartell von internationalen Experten legt bereits jetzt die nächste große Trendfarbe fest. All dies folgt einem Ziel: möglichst viel verkaufen zu können.
Die Dokumentation schafft es eine Geruchsexpertin während ihrer Arbeit zu begleiten und bietet so einzigartige Einblicke in einen Berufsstand, den kaum einer kennt, dessen Ergebnis wir aber nahezu täglich begegnen. Denn wer von uns weiß schon, welche Gerüche im Supermarkt künstlich sind und welche wirklich von der Ware stammen? Der Film lässt den Zuschauer immer wieder staunen, denn wer weiß schon, dass auch der Geruch eines Computers mitunter künstlich erschaffen wird, damit er sich gut verkauft?
Di 07.08. um 15.30 Uhr
Di 07.08. um 04.45 Uhr
Mi 08.08. um 09.00 Uhr
Sa 11.08. um 11.30 Uhr
Wenn Menschen sich selbst verlieren
Ein Film von Nicola Graef
Er ist blind und kann doch sehen. Wenn der 40-jährige Norbert Kenklies von seiner Mutter am Arbeitsplatz abgeholt wird, geht er direkt an ihr vorbei, weil er sie nicht erkannt hat. Eine Person hat er gesehen, aber er kann das Gesicht nicht zuordnen; erst durch die Sprache erkennt er sie. Der Grund: Nach einem Herzstillstand sind Teile des Gehirns geschädigt. Seitdem hat sich sein Leben dramatisch verändert. "Klatschen Sie mal in die Hände", sagt der Arzt. Die rechte Hand der Patientin fährt durch die Luft, die Linke aber hängt schlaff nach unten. Trotzdem ist sie fest überzeugt, in beide Hände geklatscht zu haben. Die 80-Jährige hat nicht das Gefühl, dass etwas falsch läuft, sondern in ihrer Wahrnehmung ist alles wie früher. Nur zwei Beispiele für Fehlwahrnehmungen des Gehirns nach Unfällen, Hirntumoren oder eben Schlaganfällen.
Der Film zeigt, wie wenig wir dann Herr unserer Sinne sind. Wie Körper und Geist disharmonieren und welche Folgen das für das weitere Leben hat. Es kann jeden treffen, auch im jüngeren Lebensalter. "Herr Professor, was ist bloß in meinem Kopf los?", so ein Hilferuf eines Patienten. Wenn die Betroffenen die Einschränkungen nach und nach wieder begreifen, empfinden sie ihre Situation häufig als grotesk und schlimm. Auch die Angehörigen haben Mühe, damit fertig zu werden. Norbert Kenklies musste auch noch die Trennung von seiner Freundin und dem gemeinsamen Kind verkraften, aber den rheinischen Humor hat er nicht verloren: "Die Krankheit hat meine Kündigung nicht akzeptieren wollen", sagt er , "also bin ich jetzt wie ich bin."
Di 07.08. um 16.15 Uhr
Mi 08.08. um 05.30 Uhr
Mi 08.08. um 09.45 Uhr
Sa 11.08. um 12.15 Uhr
Letzte Hoffnung Hirnschrittmacher
Ein Film von Julia Horn
"Das mag zwar jetzt schlimm klingen, aber wenn ich wüsste, wo der nächste Flugzeugabsturz ist, den Flug würde ich buchen." Das sagt ein 46-jähriger Mann, der nicht mehr weiß, wie er in seiner Welt leben kann. Seit 14 Jahren leidet Uwe W. an einer schweren Depression. Er hat sich in ein kleines Appartement zurückgezogen und scheut den Kontakt zu anderen Menschen. Die Einzigen, die ihn regelmäßig besuchen dürfen, sind seine beiden Töchter. Sie leiden darunter, dass ihr Vater nichts mehr fühlen kann, auch nicht für sie. Er hat vieles hinter sich: Tabletten, Psychotherapien und 60 Elektrokrampf-Therapien. Eine letzte Chance sieht er in der Implantation eines Hirnschrittmachers.
Prof. Dr. Sturm von der Universitätsklinik Köln ist davon überzeugt, dass bei der Depression ein gestörter Stoffwechsel Regelkreise im Gehirn aus dem Takt bringt. Zwei Elektroden im Kopf sollen mit ihrer Stromabgabe das Gleichgewicht wiederherstellen. Viele Stunden sitzen er und seine Kollegen am Tag der Operation vor den radiologischen Aufnahmen des Gehirns von Uwe W. und planen den Weg zum Zielpunkt. Sie müssen die Elektrodenlaufbahn millimetergenau navigieren. Die Verletzung eines Gefäßes würde einem Schlaganfall gleichkommen.
Uwe W. ist der elfte Patient mit Depression in Europa, bei dem untersucht werden soll, ob die Hirnstimulation erfolgreich sein kann. Auch Siegfried von C. erhofft sich durch den Hirnschrittmacher ein Leben, das er wieder selbstständig gestalten möchte. Die Parkinson-Erkrankung hat den ehemaligen Dachdecker berufsunfähig gemacht. Wenn er trinken, essen oder auf Toilette gehen möchte, hilft ihm seine Frau, die sich mittlerweile auch am Ende ihrer Kräfte fühlt.
Anderthalb Jahre begleitet die Autorin Julia Horn beide Männer durch Krankheit und Operationen und erlebt Szenen zwischen Verzweiflung und Hoffnung - der eine gefangen in seiner Gefühllosigkeit, der andere eingesperrt in seinem Körper.
Di 07.08. um 17.00 Uhr
Mi 08.08. um 06.15 Uhr
Sa 11.08. um 13.00 Uhr
Vom Verschwinden der Menschlichkeit
Ein Film von Dorit Vaarning
Entsetzen greift um sich, wenn Jugendliche Passanten zu Tode prügeln und jugendliche Amokläufer in Schulen Massaker an Unschuldigen verüben. Gleichzeitig aber werden beständig alle warnenden Hinweise ignoriert, die alltäglich signalisieren, dass wir uns längst auf dem Weg hin zu einer gewaltorientierten und rücksichtslosen Gesellschaft befinden."Mitleid empfinde ich nicht, denn das haben andere mir gegenüber nicht verdient", erklärt ein Junge aus einem Berliner Vorort und spricht damit für wohl zahlreiche Kids aus einer solchen Umgebung - den sogenannten Problemvierteln der Großstädte.
Doch was man früher nur in begrenzten Wohngebieten vermutete, das zieht sich heute durch die gesamte Gesellschaft: Erschreckende Gewaltbereitschaft meist Jugendlicher in der Öffentlichkeit, extreme Saufgelage unter Minderjährigen, exzessive Sexualerfahrungen schon im Kindesalter, Gleichgültigkeit und mangelnde Erziehungsverantwortung von Eltern gegenüber ihren Kindern, Gefühlsverarmung und - verwahrlosung vor allem bei den Heranwachsenden.In ihrem eindringlichen Film beschreibt die Autorin Dorit Vaarning, wie sehr Kinder und Jugendliche heute einer Welt ausgesetzt sind, in der Werte wie auch Tabus scheinbar nichts mehr gelten, in der Liebe immer öfter mit Sex und Pornographie gleichgestellt und Gewalt zum Spiel und Unterhaltungsprogramm geworden sind. Eine zunehmend lieblose Welt, die traumatisierte Menschen hervorbringt und gleichzeitig hilflos zurücklässt.
Wie sehr die Betroffenen unter diesem Mangel an Liebe leiden geht auch anhand der bewegenden Gespräche hervor, die Dorit Vaarning vor allem in Berlin mit Jugendlichen geführt hat. Bestätigt werden ihre Beobachtungen in ihrem Film durch führende deutsche Wissenschaftler wie etwa den Leiter der psychiatrischen Uniklinik in Ulm, Prof. Spitzer: "Das meiste, was Jugendliche heute im Wachzustand machen, ist Gewalt verarbeiten und selber an den Tag legen - da müssen wir uns über nichts mehr wundern!"
Gegen die sichtbaren Zeichen der Verdrängung von Menschlichkeit und Liebe präsentiert die Autorin aber auch Menschen, die Liebe auf überzeugende Weise vorleben: in der Hingabe an die Resozialisierung vernachlässigter Jugendlicher, in der jahrzehntelangen selbstlosen Liebe und Treue zum schwerkranken Ehepartner oder auch in der Führung eines Unternehmens, in dem die Prinzipien von Solidarität und gegenseitigem Vertrauen das Maß aller Dinge sind. Beispiele, die Hoffnung machen gegenüber einer gesellschaftlichen Entwicklung, die die Grundprinzipien von Liebe und Mitmenschlichkeit immer weniger zu respektieren scheint.
Diese Seite speichern oder weiterempfehlen