Mo 30.07. ab 15.15 Uhr
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Mo 30.07. um 15.15 Uhr
Der Traum von der Bühnenkarriere
Ein Film von Kristin Siebert
Im Herzen Hamburgs liegt eine der renommiertesten Bühnenfachschulen Europas und die größte ihrer Art in Deutschland. An der Stage School Hamburg werden Theresa und Sebastian seit drei Jahren in Tanz, Gesang und Schauspiel ausgebildet.
Viel später als die meisten ihrer fast 300 Mitschüler haben sie sich zu einer professionellen Bühnenausbildung entschlossen. Theresa hat bereits eine abgeschlossene Ausbildung als Bankkauffrau absolviert und kennt das rücksichtslose Wettbewerbsdenken noch aus ihrer Zeit bei der Bank. Sebastian studierte zunächst Architektur in Weimar, schwenkte dann um zu Industriedesign. Jetzt weiß er, was er will: auf der Bühne stehen.
8.000 Euro zahlen sie jedes Jahr für den Unterricht - eine hohe Investition. Doch damit allein ist es nicht getan. Die Ausbildung bedeutet knallhartes Training und das jeden Tag. Die psychische Belastung ist enorm, der Konkurrenzdruck unter den Frauen ist dabei besonders hoch. Sebastian und Theresa haben es fast geschafft, in drei Monaten haben sie ihre Ausbildung abgeschlossen. Dennoch liegt die größte Hürde noch vor ihnen: der Start in den neuen Beruf.
Mo 30.07. um 15.45 Uhr
Ein Film von Jörg Laaks
Die großen Opern singen, als Heldentenor auf der Bühnen stehen und das Publikum verzaubern - das war es, was Peter Erfurt immer wollte. Doch dann kam der Tag, der alles ändern sollte. Mit Kopfschmerzen ging er zu einem Therapeuten. Der renkte ihm den Nacken ein. Doch statt Linderung folgten zwei Schlaganfälle. Tagelang kämpfte Peter Erfurt um sein Leben, Monate in einer Reha-Klinik folgten. Als er wieder nach Hause kommt, ist der ambitionierte Opernsänger körperlich und psychisch am Ende. Seine Stimmbänder sind teilweise gelähmt und damit scheint jede Aussicht auf eine Karriere als Opernsänger zerstört.
So wie Peter Erfurt zittert auch die 28-jährige Andrea Berg um ihren Traumjob. Mannschaftsführerin des Volleyball-Bundesligateams vom USC Münster war sie, stand schon 26 mal in der deutschen Nationalmannschaft. Dann kam der Spätsommer 2008: Kreuzbandriss. Monate lang war an Volleyball nicht mehr zu denken. Ihr ganzes Leben hat Andrea Berg dem Sport gewidmet, nun halten einige die Profi-Karriere der jungen Frau bereits für vorzeitig beendet und sehen den Star des Münsteraner Teams schon als Sport-Invaliden. Zu alledem machen auch die Ärzte der ehrgeizigen Andrea Berg wenig Hoffnung.
Zwei Schicksale, zwei Menschen, deren Laufbahnen jäh abzubrechen scheinen. Sie müssen kämpfen und doch auch darüber nachdenken, was kommt, wenn es für den Traumjob nicht mehr reicht. Hat Peter Erfurt doch noch eine Chance, Opernsänger zu werden oder wenigstens als Gesangslehrer sein Geld zu verdienen? Muss Andrea Berg ihre Profikarriere tatsächlich beenden und sich um einen bürgerlichen Beruf kümmern?
Die hier und heute-Reporter Tanja Reinhard und Jörg Laaks haben die Lebenswege der beiden über Monate begleitet und verfolgt, wie sie sich zwischen Kampf, Resignation und neuer Hoffnung entwickelt haben.
Mo 30.07. um 16.15 Uhr
Die Sportlerin und Schriftstellerin Ines Geipel
Ein Film von Rainer Kahrs
Ines Geipel war Rekordsprinterin, gehörte zum DDR-Nationalmannschaft. 1984 holte sie mit ihrer Frauenstaffel einen Weltrekord, der bis heute gilt: 100 Meter in 42,20 Sekunden. Der Haken an den damaligen Rekorden der DDR-Athleten: Immer wenn sie liefen oder sprangen, waren sie vollgepumpt mit leistungssteigernden blauen Pillen - zwangsgedopt von Staats wegen. Als Ines Geipel von der staatlichen Enteignung ihres Körpers erfährt, gibt sie ihren Rekord zurück - und wird als Nestbeschmutzerin aus dem ostdeutschen Leichtathletikverband ausgestoßen. Jähes Ende einer Sprinter-Karriere, Wendepunkt eines Lebens: Aus der einstigen arglosen Mit-Läuferin wird eine unbequem Hinterfragende. Der Film begleitet Ines Geipel durch einige Etappen ihres außergewöhnlichen Lebenslaufes.
Nach der Wende erfährt Ines Geipel aus ihre Stasi-Akte, dass ein früherer Sportkollege sie regelmäßig bespitzelt und denunziert hat; und dass ihr eigener Vater früher ein Top-Spion war. Die eigene Kindheit erscheint ihr plötzlich in völlig anderem Licht: Sie ist gerade mal 14 und ein aufgewecktes Mädchen, als ihr Vater, mit falschen Pässen ausgestattet, regelmäßig heimlich in den Westen fährt. "Was hast du heute gemacht, Papa?" Ines beharrliche Fragen stören. Ihr Vater schiebt sie ab in ein Eliteinternat für Kaderkinder, tief im Thüringer Wald. "Ich piekste immer rein, wo es empfindlich war", sagt Ines Geipel heute. Damals fragte sie, ohne zu ahnen, dass man sie belügt - heute hinterfragt sie bewusst. Krank vor Heimweh beginnt sie zu laufen, jeden Tag, stundenlang. "Die Waldläuferin" nennen die anderen sie bald. Sporttrainer erkennen ihr Talent - und nutzen es.
Mo 30.07. um 17.00 Uhr
Di 31.07. um 06.15 Uhr
Die antiken olympischen Spiele - Zwischen Legende und Wirklichkeit
Ein Film von Thomas Weidenbach
Wenn Athleten aus aller Welt für Olympia laufen, springen, werfen, ringen oder boxen, so folgen sie vergleichbaren Regeln wie schon die alten Griechen vor mehr als 2.700 Jahren. So wird es weihevoll zelebriert: Ein ewiges Messen der Kräfte, allein dem olympischen Wahlspruch folgend: "Dabei sein ist alles". Die antiken Sportler dienen als leuchtende Vorbilder, die stets aufs neue zitiert werden, wenn die berühmteste Sportveranstaltung aller Zeiten durch Skandale ins Kreuzfeuer der Kritik gerät.
Doch was würde ein Boxer, der im fünften Jahrhundert vor Christus mit scharfkantigen Lederriemen auf seinen Gegner einschlug, von heutigen Forderungen nach Fairplay halten? Was hielte ein Läufer aus dem antiken Athen, der eine Rüstung zum Rennen trug, vom angeblichen Fest des Friedens? Was wissen wir wirklich von den Spielern der Antike? War ihnen der Sieg wirklich einerlei? Waren die alten Griechen edle Helden, aber lahme Enten? Wo hört die Wirklichkeit auf und wo beginnt die Legende? Um diese Fragen zu beantworten, begeben sich für diesen Film zwei renommierte Wissenschaftler der Deutschen Sporthochschule in Köln auf eine spannende Spurensuche.
Unter ihrer Aufsicht werden mehrere Spitzensportler und Anwärter auf die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Athen mit Infrarot- und Zeitlupenkameras dabei beobachtet, wie sie antike Rüstungen anlegen, mit antiken Disken werfen oder rätselhafte Schwunggewichte beim Weitsprung verwenden. Die Ergebnisse der erstmals durchgeführten Versuche sind überraschend: Die antiken Olympioniken müssen bestens trainierte hochleistungssportler gewesen sein - und zum Äußersten bereit. Die Versuche belegen, was neuere historische Untersuchungen bereits andeuten: Den alten Griechen war nichts fremd, sie kannten alles, den bezahlten Profisport, systematisches Training, aber auch das Beschummeln und Bestechen, politische Ränkespiele und Boykotte. Denn anders als der Mythos Olympia vermuten lässt, zählte damals einzig und allein der Sieg.
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