Fr 20.07. ab 14.45 Uhr
Möchtest du diese Seite weiterempfehlen? Dann nutze diesen Service.
Fr 20.07. um 14.45 Uhr
Partnerschaft - Liebe - Misstrauen - Kontrolle
Ein Film von Petra Cyrus
"Wann bist du gestern abend nach Hause gekommen? Warum hast du nicht angerufen? War's nett ...?" Fragen am Frühstückstisch zwischen Ehepartnern. Daraus kann ein nettes Geplänkel werden oder ein scharfes Verhör. Eifersucht. Wann wird aus einem beziehungstragenden Gefühl ein zerstörerisches?
Bei Marianne und ihrem 15 Jahre jüngeren Mann Jochen gehören kleine Sticheleien und prüfende Fragen zum Ritual. Wirklichen Grund zur Eifersucht gibt es für Marianne nicht, aber allein der Altersunterschied, das Gerede der anderen macht es nicht immer leicht, souverän zu sein. Mit ihren 53 Jahren zeigt uns Marianne, wie sie an sich gearbeitet hat, an ihrem Selbstbewusstsein, um heute mit Humor und Charme die Eifersuchtsattacken im Zaum zu halten.
Bei Hans Joachim bleibt nur Bitterkeit. Nach 25 Jahren ist seine Ehe zerbrochen. An der Eifersucht seiner Frau. Warum und wie - Hans Joachim kann es bis heute nicht erklären. Vielleicht, weil sich über Eifersucht so schwer sprechen lässt. Diese Erfahrung machte auch die Autorin Petra Cyrus. Viele Geschichten - traurige, beängstigende und eine mörderische - wurden ihr anvertraut. Aber vor laufender Kamera trauten sich nur wenige Mutige, ihr Gefühlsleben preiszugeben.
Das Gewaltpotential hinter diesen verdrängten Regungen hat Harald Oberbauer, Paar- und Familientherapeut in Innsbruck erkannt. An der Universitätsklinik betreut er die einzige "Eifersuchts-Sprechstunde" im deutschsprachigen Raum. Auf Krankenschein. Zu ihm kommen die Fälle, in denen Eifersucht nicht als Ergänzung zur Liebe, sondern als deren Zerstörer auftritt. Als Folge von Depressionen oder vermindertem Selbstwertgefühl.
Die Schauspielerin Ingrid van Bergen, die einst in die Schlagzeilen geriet, weil sie ihren Lebensgefährten erschossen hatte, hat heute für Eifersuchtsfragen nur ein mildes Lächeln übrig. Man muss sich selbst erkennen, anerkennen, sagt sie, dann kann man auch mit seinen Leidenschaften umgehen. Und dabei besänftigt sie ihre beiden Vögel, die heftig um ihre Gunst streiten.
Fr 20.07. um 15.30 Uhr
Sa 21.07. um 08.30 Uhr
Mo 23.07. um 09.00 Uhr
Belästigt, verfolgt, bedroht
Ein Film von Uta König
Frauen und Männer, die Stalking-Opfer sind oder waren und Menschen, die als Stalker oder Stalkerin andere Menschen verfolgt haben. Wenn Menschen von anderen wiederholt und systematisch verfolgt und belästigt werden, erfüllt das auch in Deutschland einen Straftatbestand. "Stalking" bedeutet in der deutschen Sprache "Nachstellen, Verfolgen, Psychoterror". Dabei sind aber nicht nur die einzelnen, nachstellenden Handlungen des Täters von Bedeutung, sondern im Besonderen das psychologische Verhältnis zwischen Täter und Opfer. Am häufigsten sind Personen betroffen, die eine Beziehung oder Ehe mit dem Täter beendet oder einen Beziehungswunsch des Täters zurückgewiesen haben. Aber auch Arbeitskollegen und Nachbarn befinden sich häufig unter den Tätern. In einigen Fällen ist dem Opfer der Täter aber überhaupt nicht bekannt und gehört auch nicht zum näheren persönlichen, beruflichen oder wohnlichen Umfeld.
Fr 20.07. um 16.15 Uhr
Sa 21.07. um 09.15 Uhr
Di 24.07. um 06.15 Uhr
Ein Film von Tilo Knops und Kirsten Waschkau
Als die Gebrüder Immler, zwei tüchtige schwäbische Bauunternehmer aus dem Allgäu, ihrer Kleinstadt ein Millionengeschenk machten und eine ganze Realschule für die Hälfte der Kosten hinstellten - da konnten sie nicht unbedingt auf Respekt zählen. Stattdessen fühlte sich mancher Mitbürger von solcher Freigiebigkeit provoziert - und die potenten Brüder sahen sich umgeben von Neidern.
So beschlossen sie, den Neid in der Kleinstadt zum Thema zu machen: durch ein symbolisch zu verstehendes alljährliches Neidhammelfest, bei dem ein Hammel gebraten wird und solchermaßen die Neidhammel in Deutschland etwas weniger würden. Doch auch das stieß nicht auf Gegenliebe. Was vielleicht ein Fehler war: Denn als die Stadt noch einen zweiten Flügel für die Schule finanzieren wollte, sagten die Brüder: Nein! Sie bauten stattdessen den Neidhammel-Brunnen vor die Schule, eine Menschenfigur mit Hammelkopf, die immer wieder anspuckt, worauf so mancher Neidhammel neidisch ist: auf das Glück der anderen.
Aktuelle Umfragen zeigen, dass sich zwei Drittel der Deutschen zum Neid bekennen. Doch ist dies auch, wie oft gesagt wird, ein typisch deutscher Charakterzug? Dieser Frage gehen Tilo Knops und Kirsten Waschkau nach. Die beiden Autoren, die sich in verschiedenen TV-Dokumentation schon Geizhälsen, Querulanten und Pedanten gewidmet haben, untersuchen in diesem Film die "typisch deutsche" Neidkultur. Stoff dazu gab es in den vergangenen Jahren genug - gerade in wirtschaftlich unsicheren Zeiten flammen allerorten "Neiddebatten" auf: etwa die um die Höhe von Managergehälter. Oder der Streit um die "Reichensteuer", die erbittert als "Neidsteuer" bekämpft wurde und Neid-Debatten im Deutschen Bundestag auslöste. Oder auch die Kampagne eines Autoverleihers, (dessen Chef sein Gehalt wegen der deutschen Neidkultur nicht veröffentlicht sehen will): Sie wirbt mit einem schmucken Cabriolet um "Neid und Missgunst für 99 Euro am Tag!".
Wird der Neid gerade in Deutschland also immer mehr, während man etwa in den USA mehr Respekt vor der Leistung anderer hat und stolz auf Erreichtes sein darf? Die Autoren sprechen mit deutschen und amerikanischen Neidern und Soziologen. Ihr (durchaus selbstironischer) Befund: Auch in den USA wird nicht weniger geneidet als bei uns. Doch in Deutschland spricht man halt mehr darüber. Und dann ist es immer: der Neid der anderen.
Fr 20.07. um 17.00 Uhr
Sa 21.07. um 10.00 Uhr
Mo 23.07. um 09.45 Uhr
Ein Film von Christina Zühlke
Madeleine schreibt ihrer besten Freundin in einem Brief, dass sie nicht wisse, was mit ihr los sei: Sie verliebe sich immer nur in Frauen. Am nächsten Morgen hängt ihr Brief - vielfach kopiert - an den Wänden der Schule. "Die Leute haben mich angeguckt wie ein Stück Dreck. Und so habe ich mich auch gefühlt", sagt Madeleine. In Studien geben immer mehr Jugendliche an, Schwule und Lesben eklig zu finden. "Schwul" und "Schwuchtel" sind wieder zu Standard-Schimpfwörtern auf deutschen Schulhöfen geworden. Lehrer sagen entschuldigend: Das sei ja nicht so gemeint. Madeleine schreibt ihrer besten Freundin in einem Brief, dass sie nicht wisse, was mit ihr los sei: Sie verliebe sich immer nur in Frauen. Am nächsten Morgen hängt ihr Brief - vielfach kopiert - an den Wänden der Schule. "Die Leute haben mich angeguckt wie ein Stück Dreck. Und so habe ich mich auch gefühlt", sagt Madeleine. In Studien geben immer mehr Jugendliche an, Schwule und Lesben eklig zu finden. "Schwul" und "Schwuchtel" sind wieder zu Standard-Schimpfwörtern auf deutschen Schulhöfen geworden. Lehrer sagen entschuldigend: Das sei ja nicht so gemeint. Doch schwule Jungs und lesbische Mädchen spüren längst das neue Klima von Hass und Intoleranz. Outing an der Schule kommt fast nicht mehr in Frage. Mit Abschottung oder Lügengeschichten versuchen die Jugendlichen, bloß nicht aufzufallen. Jahrelang schien gerade bei jungen Menschen die Toleranz gegenüber Homosexuellen stetig zu wachsen. Doch nun beobachten junge Schwule und Lesben ein Rollback.
die story zeigt, was passieren kann, wenn verbale Gewalt nicht schon auf dem Schulhof unterbunden wird: "Es gibt eine regelrechte Schwulen-Hatz", sagt Bastian Finke von der Opferberatung in Berlin. Fast jeder zweite schwule Mann in Berlin habe Erfahrung mit Gewalt. Die story begleitet Jugendliche zurück zu ihren ersten Erfahrungen mit Schwulenhass, in ihre Heimatorte, die Kirche und vor allem die Schule und erlebt vor laufender Kamera neue Angriffe und Beschimpfungen.
Diese Seite speichern oder weiterempfehlen