Einsweiter; Rechte: WDR

Doku am Nachmittag

Opfer- und Täterprofile

Mareen und Nadine (r) sind Opfer sexueller Gewalt.; Rechte: NDR

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Mi 04.07. ab 14.45 Uhr
Mi 04.07. ab 04.45 Uhr
Do 05.07. ab 09.00 Uhr

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Jagd auf Rabeneltern - Mi 04.07. um 14.45 Uhr


Mi 04.07. um 14.45 Uhr
Mi 04.07. um 04.45 Uhr
Do 05.07. um 09.00 Uhr


Ein Film von Rita Knobel-Ulrich

Etwa drei Millionen Kinder in Deutschland bleiben nach der Scheidung ihrer Eltern bei einem Elternteil zurück, meist bei der allein erziehenden Mutter, manche auch beim Vater. Oft weigern sich die Väter Unterhaltszahlungen zu leisten. Dann muss der Staat einspringen, das kostet den Steuerzahler rund 900 Millionen Euro jährlich. Doch das Drama hat zwei Seiten: Es gibt auch Väter, die klagen, ihre Ex-Ehefrau ziehe sie aus bis aufs Hemd.

Weiterleben, aber wie? - Mi 04.07. um 15.30 Uhr


Mi 04.07. um 15.30 Uhr
Do 05.07. um 09.45 Uhr


Nadine und Mareen - vergewaltigt und missbraucht
Ein Film von Petra Cyrus

Nadine ist elf Jahre alt, als ihr zukünftiger Stiefvater ihren Körper zum ersten Mal mit sexueller Gier berührt. Sie ist schockiert, außer sich, weint und erzählt es erst ihrer Tante, dann ihrer Mutter. Aber die Mutter glaubt ihr nicht. Sie glaubt den Erzählungen des Mannes, den sie später heiraten wird. Glaubt ihm, dass die Berührungen nur beim Toben passiert sind. Danach erzählt Nadine nichts mehr. Niemandem. Zehn Jahre lang spricht sie nicht darüber, dass ihr Stiefvater sie mit knapp dreizehn Jahren entjungfert hat und sie ab diesem Zeitpunkt regelmäßig vergewaltigt. Wenn die Mutter zur Schichtarbeit geht, kriecht der Mann zu Nadine ins Bett. Keiner merkt etwas davon - oder will es nicht bemerken. Die wenigen Hinweise werden ignoriert.

Noch im März 2005 geht das so. Bis der Stiefvater von sich aus anfängt zu reden: Er prahlt mit der angeblichen Liebesbeziehung zu seiner Stieftochter. Er ist sich sicher, dass seine Einschüchterungsversuche ewig halten. Dass niemand Nadine glauben würde, wenn sie es jahrelange sexuelle Gewalt nennt. Doch Nadine - unterstützt von ihrer Tante - zeigt ihn an. Und zum ersten Mal glaubt man ihr. Der Richter verurteilt den Stiefvater zu fünf Jahren und sechs Monaten Haft ohne Bewährung.

Mareen ist sieben Jahre alt, als der Freund ihrer Eltern anfängt, sie sexuell zu missbrauchen. Immer wenn er die Eltern abends besucht, schleicht er sich unter dem Vorwand, die Toilette aufzusuchen, ins Kinderzimmer des kleinen Mädchens und vergeht sich an dem Kind. Die Eltern sitzen indes vor dem Fernseher und ignorieren das Fernbleiben des Saufkumpanen. Jahrelang geht das so. Erst mit 15, als Mareen im Jugendheim wohnt, spricht sie zum ersten Mal über den Missbrauch. Sie holt sich psychologische Hilfe bei MISS, einer Beratungsstelle für Opfer sexueller Gewalt auf der Insel Rügen. Mit 17 zeigt sie den Kinderschänder an. Mareen ist schockiert, als der Täter den Gerichtssaal in Begleitung ihrer eigenen Eltern betritt. Sie halten zum Täter, nicht zu ihrer Tochter. Er gesteht und wird zu einem Jahr und 10 Monaten auf Bewährung verurteilt.

Die 22-jährige Mareen ist von ihrer Heimatstadt Bergen auf Rügen fortgezogen. Anders als Nadine kann und will sie am Tatort nicht mehr weiterleben. Sie hat ihre Familie verloren und muss sich alleine ein neues Leben aufbauen. Die 21-jährige Nadine will die fünf Jahre bis zur Entlassung des Täters nutzen, um ihr Selbstvertrauen zu stärken. Damit sie ihm entgegen treten kann, falls er versuchen sollte, sich an ihr und ihrer Mutter zu rächen. Beide Frauen stehen vor einem Neubeginn.

Weiterleben - aber wie? In "Menschen hautnah" begleiten wir Nadine und Mareen auf ihren unterschiedlichen Wegen, die sexuelle Gewalt zu verarbeiten. Beide Frauen haben den Mut, offen vor der Kamera über ihre Erfahrungen zu sprechen. Obwohl die Angst vor der Offenbarung groß ist, verstecken sie sich nicht. Sie wollen mit dem Film dazu beitragen, dass sich die Opfer sexueller Gewalt nicht länger schämen und verstecken, sondern ihre Interessen öffentlich und selbstbewusst vertreten.

Meine Frau schlägt mich - Mi 04.07. um 16.15 Uhr


Mi 04.07. um 16.15 Uhr
Do 05.07. um 05.30 Uhr


Häusliche Gewalt gegen Männer

"Erzählen Sie mal als Mann, dass Ihre Frau Sie verprügelt ..." Man glaubt es kaum, aber häusliche Gewalt von Frauen gegen ihre Männer kommt kaum seltener vor als umgekehrt. Das belegen mehrere Untersuchungen - vor allem internationale.

Doch die Öffentlichkeit nimmt diese Tatsache nicht wahr. Wie kommt das? Männer rufen in der Regel nicht die Polizei. Und wenn, erstatten sie selten Anzeige oder ziehen diese bald wieder zurück - vorausgesetzt die Polizei glaubt ihnen überhaupt.

Doch Männer sind erpressbar, vor allem, wenn es gemeinsame Kinder gibt - Stichwort Sorgerecht. Schon wegen ihrer körperlichen Überlegenheit erwartet man von Männern, dass sie Attacken von Frauen locker abwehren, also gar keine Opfer sein können. Doch nicht Größe und Stärke sind Voraussetzungen für Gewalt. Es kommt vielmehr darauf an, ob jemand Kränkung und Ärger in Aggressivität umwandelt. Dann schlagen auch Frauen zu oder werfen mit Bügeleisen oder Küchenmessern. Und die Männer ertragen es, aus Schamgefühl, aber auch, weil es für sie kaum Beratung gibt.

Mädchenarrest - Mi 04.07. um 17.00 Uhr


Mi 04.07. um 17.00 Uhr
Mi 04.07. um 04.00 Uhr
Do 05.07. um 06.15 Uhr


Ein Film von Eva Müller

Die Mädchen in der Jugendarrestanstalt Wetter bei Hagen sind zu jung für das Gefängnis und werden trotzdem schon mit Härte und Haft bestraft. Die Jüngsten hier sind 14, sie kommen häufig aus armen Familien, haben keine gute Ausbildung. Viele von ihnen sind Gewalt gewohnt. Ob wegen Diebstahl, Körperverletzung oder Schule schwänzen: In Wetter hat sich die Zahl der Einlieferungen in den letzten zehn Jahren verdoppelt. Die Zellen sind voll, denn Arrest ist kostengünstig: Keine Begleitung auf Dauer, nach wenigen Wochen vorbei. Wegschließen und auf den Schockeffekt hoffen, das fordern die Hardliner der Republik für diese Mädchen. Doch was passiert mit ihnen während der Haft?

Der Film begleitet sie vor, während und nach dem Arrest: Nadine, zum Beispiel, ist 16. Sie hat geklaut und muss sechs Wochen in Wetter bleiben. Ihr acht Wochen altes Baby wartet im Mutter-Kind-Heim und bei der Großmutter auf sie. Was bringt der Arrest für sie? Oder Josy, die in Wetter zum ersten Mal über ihre wirklichen Probleme spricht. Als sie wieder frei und zu Hause ist, wünscht sie sich in den Arrest zurück. Mädchenarrest: Erziehung oder nur Bestrafung? Ein Film über die Frage, was der Staat noch tun kann, wenn die Kinder aus dem Ruder laufen und zu Hause keiner da ist.