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Wie gefährlich ist Scientology?
Ein Film von Tilman Jens
Kritiker sind Verbrecher hat Scientology Gründer Ron Hubbard gesagt. Wer dem Verein, der sich Kirche nennt, in die Quere kommt, wird an den Pranger gestellt, dem drohen wie es in einem internen Kommando Papier der Bewegung heißt "geräuschvolle Ermittlungen" durch eine Spezialeinheit der Scientologen: Befragungen bei Freunden und Nachbarn: 'Du betonst immer wieder, dass du bereits einige erstaunliche Tatsachen beisammen hast ... es macht nichts aus, wenn du nicht viele Informationen erhältst. Sei nur geräuschvoll es funktioniert ganz fantastisch.' Ein aktueller Fall aus Florida zeigt, wie ein Scientology Kritiker mit System in den Selbstmord getrieben wurde.
Auch in Deutschland hat sich die Organisation mit Stammsitz Los Angeles längst breitgemacht. Das System ist weit verzweigt, aufgegliedert in Organisationen mit zumeist harmlos klingenden Namen: 'Narconon' ein Verein, der vorgibt, Drogenmissbrauch zu bekämpfen. 'Criminon' verspricht die Läuterung von Kriminellen, 'Professionelles Lernen' lockt mit Nachhilfe Unterricht. Die resolute Sekten Kritikerin Ursula Caberta, Leiterin der Arbeitsgruppe Scientology in Hamburg (der bislang einzigen staatlichen Beratungsstelle dieser Art), weiß aus jahrelanger Erfahrung, was hinter diesen vermeintlich unverfänglichen Angeboten steht: ökonomisches Wachstum und Machterweiterung der Bewegung. Insider und Aussteiger weltweit, Menschen ohne Angst, beschreiben den Alltag von Scientolgy:von den Anwerbungsversuchen bis zu den Prozeduren der Hirnwäsche. Immer wieder wird, etwa von Politikern aus Hamburg und Bayern, ein Verbot von Scientology gefordert. Aber die seit Jahren gesammelten Erkenntnisse des Verfassungsschutzes scheinen nicht auszureichen.
Die Dokumentation von Tilman Jens versucht eine Bestandsaufnahme - am Vorabend des deutschen Filmstarts von 'Operation Walküre', der die Diskussion um die Sekte noch einmal anheizen wird: Was kommt heraus, wenn sich Tom Cruise, der bekannteste Scientologe der Welt, am Widerständler Claus von Stauffenberg versucht?
Fr 08.06. um 15.30 Uhr
Sa 09.06. um 08.25 Uhr
Mo 11.06. um 08.45 Uhr
Von christlich-muslimischen Hochzeiten
Ein Film von Corinna Belz
Können Christen und Muslime friedlich zusammenleben? Während in Zeitungen vom Kampf der Kulturen die Rede ist, müssen Christen und Muslime im Alltag deutscher Städte miteinander auskommen. Immer häufiger fragt man sich, wie Integration gelingen kann. "Aufeinander zugehen" schlagen Politiker vor, und genau das haben die Protagonisten dieses Films schon ganz im Stillen getan. Sie sind auf einander zugegangen. Wie die Kirchen fordern, haben sie einen "intensiven Dialog" geführt und sie haben sich - das kann passieren - ineinander verliebt. Dass eine solche Liebe nicht notwendigerweise mit Drohungen und Ehrenmord enden muss, erzählen zwei christlich-muslimische Paare und ihre Familien.
Anna will ihren muslimischen Freund Ala unbedingt in einer katholischen Kirche heiraten. Und Christian, streng katholisch erzogen, plant mit seiner Verlobten Oya eine traditionell türkische Hochzeit. Monatelang wird das ungewöhnliche Ereignis vorbereitet. Anna und Ala drehen ein Hochzeitvideo für die Verwandten. Annas Mutter gibt zu, dass sie sich eigentlich einen katholischen Schwiegersohn gewünscht hätte. Christian fasst einen weit reichenden Entschluss und stellt sich der muslimischen Gemeinde seiner Braut vor. Die Paare steuern unbeirrt den Ehehafen an. Und wer es nicht glauben will, wird sehen: Es geht.
Auch Annas großer Bruder versteht, dass die Liebe seiner kleinen Schwester Berge und ihren muslimischen Freund in eine katholische Kirche versetzen kann. Islam und Christentum jenseits von Krieg, Bomben und Aufruhr in den Städten. Die Geschichten, die der Film erzählt, sind nicht Science-Fiction, sondern gelebte Utopie: zwei ungewöhnliche Liebesgeschichten des 21. Jahrhunderts.
Fr 08.06. um 16.15 Uhr
Sa 09.06. um 09.10 Uhr
Das neue Selbstbewusstsein der Muslima in Deutschland
Ein Film von Marcel Kolvenbach
"Ich lebte in einer traditionellen türkischen Familie und ging in eine deutsche Schule und sah da freies Leben, ich sah Leben. Und zu Hause war für mich Nicht-Leben", erinnert sich die Berliner Anwältin Seyran Ates. Sie unterstützt junge Frauen, die gegen ihren Willen verheiratet werden sollen.
Längst leben in Deutschland junge muslimische Frauen der zweiten Generation, die hier aufgewachsen sind und selbst entscheiden wollen, wie sie mit Religion, der eigenen Kultur und den Erwartungen der Deutschen umgehen.
"Ich glaube nicht, dass jemand mir vorschreiben kann, was Freiheit ist. Meine Freiheit ist dieser Weg", erklärt Sahar El-Qasem, eine gläubige Muslimin, die sich ganz bewusst für ihren Glauben und das Kopftuch entschieden hat.
Sie ist eine von drei Frauen, die Marcel Kolvenbach in seinem Film portraitiert. Frauen, die ihren eigenen Weg gehen und sich emanzipieren, - sowohl von den Wertevorstellungen ihrer Eltern als auch von den Vorurteilen der Deutschen, wie die Drehbuchautorin Arzu Carkin, die zwischen Deutschland und der Türkei pendelt. Ihre Botschaft ist die Freiheit, zu glauben oder nicht zu glauben, mit oder ohne Kopftuch, aber nie sich selber aufzugeben.
Die drei Frauen stehen für eine neue Generation von Muslima in Deutschland. Frauen, die provozieren, weil sie sich nicht mehr vorschreiben lassen, wer sie sein und was sie glauben sollen, weder von Deutschen noch von ihren Brüdern oder Vätern.
Frauen, die irritieren, weil sie in keine Schublade passen und mit Vorurteilen aufräumen.
Fr 08.06. um 17.00 Uhr
Sa 09.06. um 09.55 Uhr
Mo 11.06. um 09.30 Uhr
Die Geliebte des Papstes
Ein Film von Jan Peter und Yury Winterberg
Die Marmorstatue einer jungen Frau neben dem Hauptaltar im Petersdom zu Rom, einer der heiligsten Stätten der Christenheit, birgt ein Geheimnis. Einst war diese erotische Skulptur nackt und zog Besucher aus der ganzen Welt an. Dann wurde sie mit einem Bleigewand verborgen. Noch heute fühlt sich die katholische Kirche durch diese Statue kompromittiert, möchte sie die skandalösen Spuren der eigenen Geschichte tilgen. Denn Julia Farnese, deren Antlitz hier verewigt ist, hat ihr Bett mit einem Papst geteilt. Ihr Schicksal führt in das Italien der Renaissance.
"Die Zahl der Huren und Zuhälter, die ungehindert durch den Sitz des heiligen Petrus streifen, ist unendlich. Im Vergleich dazu sind die römischen Bordelle Horte der Keuschheit." So ein zeitgenössischer Chronist. Dass selbst der Papst eine Mätresse und zahlreiche Kinder mit ihr hat, wirft ein grelles Licht auf jene Epoche, die Renaissance. Mit seiner Mätresse Vannozza lebt der Papst Alexander VI. nicht Ausschweifung und Sittenlosigkeit aus, sondern etwas ihm ebenso verbotenes: ein Familienleben. Vannozza ist die Mutter seiner Kinder, darunter der heute noch berühmt-berüchtigten Cesare und Lucrezia.
Als die erotische Anziehungskraft Vannozzas für den Papst schwindet, legt er sich eine neue Mätresse zu. Seine Wahl fällt auf die beste Freundin seiner Tochter, Julia Farnese. In Rom wird sie nur "Giulia Bella", die schöne Julia, genannt. Durch ihre Intrigen beginnt der Aufstieg der Farnese von einem zweitrangigen Landadelsgeschlecht zur mächtigsten und reichsten Roms. Um seiner schönen Geliebten Julia zu gefallen, verhilft Alexander VI. ihrem Bruder Alessandro Farnese zu einem steilen Aufstieg, macht ihn zum Kardinal. 1534 wird dieser selbst Papst. Und ausgerechnet er macht den zügellosen Sitten der Zeit ein Ende. Er gründet die römische Inquisition und leitet die Gegenreformation ein.
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