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Doku am Nachmittag

Anspruch und Alltag

Baronesse Alexandra von Beaulieu Marconnay (rechts), Oboistin und Lehrerin, fällt es schwer, aus dem Schatten ihrer Mutter und der mächtigen Ahnenreihe zu treten.; Rechte: BR

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Di 15.05. ab 14.45 Uhr
Di 15.05. ab 04.00 Uhr
Mi 16.05. ab 09.00 Uhr
Sa 19.05. ab 10.45 Uhr
Do 24.05. ab 14.45 Uhr

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Paare im Kleinkrieg - Di 15.05. um 14.45 Uhr


Di 15.05. um 14.45 Uhr
Di 15.05. um 04.00 Uhr
Mi 16.05. um 09.00 Uhr
Sa 19.05. um 10.45 Uhr


Jedesmal, wenn Nadja nach dem Duschen ihre Haare nicht aus dem Abfluss entfernt, flippt Stefan aus. Nicht weniger heftig reagiert seine Frau, wenn Stefan seinen Stuhl nach der Arbeit nicht ordentlich hinter den Schreibtisch stellt.

In der Küche hat das Paar inzwischen einen Plan hängen. Dort ist festgelegt, wer wann das gemeinsame Kind füttert und welche Hausarbeiten erledigen muss. Eine lange Liste mit Verhaltensregeln soll den beiden helfen, Probleme und damit permanenten Streit in Zukunft zu vermeiden. Wird eine dieser Regeln verletzt, gibt es einen Strich auf dem Punktekonto - und der Übeltäter muss fünfzig Cent in die gemeinsame Strafkasse zahlen.

Wie gestalten Paare ihren Alltag und wie vermeiden sie, dass sich aus kleinen Streitereien ein dauerhafter Kleinkrieg entwickelt? Die Liste partnerschaftlicher Streitauslöser ist endlos lang. Sauberkeit und Ordnung bergen immer besonders viel Konfliktpotential. Wer kocht, wann und wie? Wer kauft ein, wo und was? Wer plant die Freizeit? Wer hat die Gestaltungshoheit in der Wohnung? Jede Kleinigkeit muss abgesprochen und geregelt werden, sonst kracht es.

Katja (39) ist Journalistin und seit drei Jahren auch Mutter. Während sie glaubt, den Alltag durch Genauigkeit und Perfektion in den Griff zu bekommen, steht ihr Mann Moritz auf dem Standpunkt, Probleme ließen sich am besten durch Lässigkeit lösen. Die Arbeitsteilung im Haushalt ist deshalb auch bei Katja und Moritz ein Dauerthema. Während er es in Ordnung findet, wenn das Bett alle zwei Monate frisch bezogen wird, besteht seine Frau auf einem wöchentlichen Wäschewechsel. Wenn die beiden gemeinsam kochen oder backen, kann das schnell in einem handfesten Ehekrach enden.

Die Organisation des Alltags muss im Laufe der Partnerschaft oft in zähen Verhandlungen vereinbart werden. Die Lösungsansätze können ganz unterschiedlich sein: Manche Paare brauchen strenge Regeln, andere kommen mit ein paar losen Verabredungen klar. Gegenseitige Rücksichtnahme aber braucht jede Beziehung.

Susanne Müller und Andreas Coerper haben zwei Paare mit der Kamera durch den Alltag begleitet. Sie haben kleine und große Auseinandersetzungen beobachtet und ihre Protagonisten gefragt, wie sie verhindern wollen, dass die große Liebe dem täglichen Kleinkrieg zum Opfer fällt.

Standesgemäß - Di 15.05. um 15.30 Uhr


Di 15.05. um 15.30 Uhr
Mi 16.05. um 05.30 Uhr
Sa 19.05. um 11.30 Uhr


Ein Film von Julia von Heinz und John Quester

"Standesgemäß" porträtiert drei adelige Singlefrauen zwischen traditionellem Anspruch und Alltag, zwischen Schloss und Plattenbau, zerrissen von den Erwartungen der Eltern, die sie nicht mehr erfüllen können, und den tief verinnerlichten eigenen Ansprüchen.

Gräfin Alexandra von Bredow führte ein wildes Leben mit rauschenden Bällen. Heute bewohnt sie eine Einzimmer-Wohnung und lebt davon, Perlenketten herzustellen. Im Alter von 48 Jahren findet sie nach Depressionen und Rückschlägen endlich die große Liebe.

Baronesse Alexandra von Beaulieu Marconnay, Oboistin und Lehrerin, hat nach dem Tod des Vaters eine enge Beziehung zu ihrer Mutter. Beim Umzug in eine neue Stadt nützen ihr ihre adeligen Verbindungen, um dort Fuß zu fassen. Doch es fällt ihr schwer, aus dem Schatten der Mutter und der mächtigen Ahnenreihe zu treten.

Verena von Zerboni di Sposetti hat mit Mädcheninternat und Jurastudium eine elitäre Erziehung genossen. Mit der Entscheidung, ihren Beruf als Rechtsanwältin aufzugeben und etwas völlig anderes zu machen, katapultiert sie sich aus der adeligen Gesellschaft heraus und muss sich ganz neu orientieren.

Der tragisch-komische Dokumentarfilm, der hinter die Fassade des deutschen Adels blickt, feierte seine laut beklatschte Premiere bei den Hofer Filmtagen 2008. Die Filmemacherin Julia von Heinz wurde dafür 2009 mit dem Nachwuchsförderpreis des Bayerischen Fernsehpreises ausgezeichnet. In der Jury-Begründung heißt es, sie habe "mit großem Einfühlungsvermögen, bisweilen auch mit einem Augenzwinkern" das Leben ihrer drei Protagonistinnen gezeichnet. Ein Jahr zuvor hatte sie schon mit "Was am Ende zählt" ihr ebenfalls preisgekröntes Spielfilmdebüt gegeben.

Geheimsache Liebe - Di 15.05. um 17.00 Uhr


Di 15.05. um 17.00 Uhr
Di 15.05. um 04.45 Uhr
Mi 16.05. um 09.45 Uhr
Sa 19.05. um 13.00 Uhr


Paare am Arbeitsplatz
Ein Film von Uta König

Nirgendwo finden sich so viele Paare wie am Arbeitsplatz. Einer Umfrage zufolge beginnt heute jede vierte Beziehung auf der Arbeit. Kein Wunder: Wo Menschen viele Stunden des Tages zusammen verbringen, kommen sie sich auch schnell näher und entdecken Gefühle, die mehr sind als Sympathie. Und wo sonst kann man seinen zukünftigen Partner so gut kennen lernen und auf passende Eigenschaften prüfen, wie im Büro? Liebe am Arbeitsplatz ist ein alltägliches Phänomen, aber trotzdem ist es verbunden mit Geheimniskrämerei, Versteckspiel und Getuschel.

Hat man realisiert, dass man für einen Kollegen oder eine Kollegin mehr empfindet, beginnen die Probleme. Wie und wann sollte man sich offenbahren? Was ist, wenn der oder die Angebetete die Ovationen kalt zurückweist und den gescheiterten Flirtversuch allen Kollegen brühheiß erzählt? Bei Krankenpfleger Falko funkte es, als er nach dem Schichtdienst mit seiner neuen Kollegin Claudia ein Bier trinken ging. Doch sie hielten sich erstmal bedeckt. Beide wollten nicht, dass die Kollegen von ihrer Beziehung etwas mitbekommen. "Man kriegt ja schnell den Ruf, hinter Schwestern her zu sein", meint Falko.

Denn die Liebe am Arbeitsplatz ist zwar alltäglich, aber nicht unumstritten: Die einen sind dafür, dass Privates und Berufliches strikt getrennt wird, die anderen finden, dass man der Liebe nicht aus dem Weg gehen darf, auch nicht bei der Arbeit. "Ich hab doch mit meinen Kollegen nichts am Hut. Erst Liebe, dann Streit. Darunter leidet nur die Arbeit", meint Kellner Jörg. "Es kommt doch so selten vor, dass man sich verliebt. Das muss man genießen", entgegnet Köchin Meike.

Ich liebe beide Männer - Do 24.05. um 14.45 Uhr


Do 24.05. um 14.45 Uhr


Ein Film von Birgit Wuthe und Linda Hofmeier

'Ich liebe zwei Männer, ich habe Sehnsucht nach beiden, ich liebe sie beide aufrichtig, und ich denke, dass es sich lohnt, dafür zu kämpfen, auch wenn ich oft alleine mit dieser Einstellung stehe. Mir ist es völlig egal, was andere darüber denken.'

Die 27 Jährige Franziska lebt in einer 'polyamoren' Beziehung, das heißt, sie liebt nicht nur ihren Lebensgefährten Dave, mit dem sie zusammen ist, seit sie 16 ist. Seitdem führen sie eine offene Beziehung, für beide gab es immer auch noch kurzfristige andere Liebschaften. Doch seit zwei Jahren gibt es in Franziskas Leben einen festen Zweitpartner: Im Sommer 2007 lernte sie Hinnerk, einen guten Freund von Dave, kennen und lieben. 'Von Anfang an erklärte ich ihm, dass ich in einer polyamoren Liebesbeziehung lebe, bereits einen Mann und zwei Kinder habe und zu diesem Zeitpunkt schwanger war.'

'Es war erst ziemlich komisch, weil ich das Konzept Polyamorie überhaupt nicht kannte', erinnert sich Hinnerk. 'Sie hat mir schon was davon erzählt, aber so richtig verstanden habe ich das, glaube ich, nicht. Ich war einerseits sehr verliebt, rechnete mir aber keine Chancen aus, denn ich hatte mich ja in die Freundin eines guten Freundes verliebt.' Franziska und Dave leben mit ihren drei kleinen Kindern in Berlin Lichterfelde. Noch ist die Beziehung zu Hinnerk eine Fernbeziehung.

Wenn er zu Besuch kommt, übernachtet er in Franziskas Bett. Als auszubildender Fachinformatiker wohnt er in Kiel, wird aber im Sommer zu Franziska und Dave ziehen. Dann vergrößert sich die Familie - nicht nur durch ihn, sondern durch ein viertes Kind. Denn Franziska ist schwanger - von Hinnerk. Dann wollen alle drei Erwachsenen gemeinsam für die vier Kinder sorgen. Wie leben die drei ihre Liebe - und was passiert, wenn einer eifersüchtig wird?

Das Filmteam begleitete die Großfamilie ein halbes Jahr und erzählt die Geschichte einer außergewöhnlichen Liebesbeziehung.