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Mi 16.05. um 14.45 Uhr
Do 17.05. um 05.30 Uhr
Abhängig von Schlaftabletten
Ein Film von Gesine Enwald
Sie schlafen nicht mehr, sie fürchten sich vor dem nächsten Tag, vor der morgigen Sitzung, vor den Kindern, vor dem Ehepartner. Sie leiden unter Kopfschmerzen, Depressionen oder Panik. Hilfe scheint zunächst einfach und ist gesellschaftlich akzeptiert: Wer sich nicht gut fühlt, der schluckt etwas dagegen.
1,5 - 1,9 Millionen Deutsche brauchen Psychopharmaka, um ihr Leben zu meistern und rund 1,2 Millionen Menschen sind abhängig von Benzodiazepinen. Der Wirkstoff liefert schnelles Doping für die geschundene Seele. Die Betroffenen schlucken sich heimlich hinein in einen Nebel, der das Bewusstsein trübt, Schmerzen tilgt, Ängste verjagt und den Schlaf bringt. "Die stille Sucht".
Die Reportage begleitet drei Menschen, die von Tabletten abhängig sind oder waren.
Mi 16.05. um 15.30 Uhr
Do 17.05. um 06.15 Uhr
Ein Film von Birgit Schulz
Im Orient werden Mohnsamen als Gewürz und für aphrodisische Speisen genutzt. In Osteuropa schätzt man ihn als Zugabe zu Süßigkeiten und in Desserts. Kaum eine Pflanze ist so wandlungsfähig und hat eine so lange Geschichte hinter sich, wie der Schlafmohn. Seine traumfördernde Wirkung war bereits den Ägyptern bekannt. Die Mohnkapseln liefern durch Anritzen der unreifen Frucht den begehrten Milchsaft, der schließlich zu Opium verdickt wird - so entsteht eines der stärksten Rauschmittel und Aphrodisiaka weltweit. Die Dokumentation verfolgt die Verwendung des Mohns von der Antike bis in die Neuzeit: In der Türkei besucht das Kamerateam die größten - staatlich kontrollierten - Schlafmohngebiete der Welt, dort wo die Grundsubstanzen für die internationalen Pharmaunternehmen aufbereitet werden. In Österreich werden zwischen Linz und Wien riesige Mohnplantagen kultiviert, das wichtigste Produktionsgebiet für Speisemohn in ganz Europa. Hier werden die Mohnsamen von Alters her für die typisch österreichischen Speisen produziert: Mohnstrudel, Mohnbrötchen, Mohnzopf und Germknödel. Die Dokumentation geht in ruhigen Bildern von der Schönheit der blühenden Mohnpflanze aus, die mit ihren zarten zerknitterten Blütenblättern in den knalligsten Farben ganze Felder optisch so verwandeln, als stünden sie in Flammen.
Mi 16.05. um 16.15 Uhr
Ein Film von Herlinde Koelbl
Schlafzimmer zählen zu den privatesten Räumen eines Hauses. Dort lassen ihre Bewohner alle Masken fallen und offenbaren ihre wahre Persönlichkeit. Nur dort können Menschen schutzlos sein und geborgen. Es ist das Nest. Der Rückzugsort. Fast ein Drittel unseres Lebens verbringen wir dort. Mit Fotos, Erinnerungsstücken und Möbeln schaffen wir uns ein Reich nur für uns selbst.
Selten wird Fremden Zutritt zu diesem intimen Zimmer gewährt. Für Herlinde Koelbl jedoch haben Junge und Alte, Exzentriker und Durchschnittsbürger, Verheiratete und Singles ihre Türen geöffnet.
"Dieses Zimmer ist für mein Leben, mein Mensch sein, mein Wohlergehen und Wohlbehagen das Wichtigste im ganzen Haus. Hier tanke ich auf", erzählt einer der Portraitierten. Und eine junge Frau meint: "Draußen muss ich oft stark sein. Hier mache ich die Gardinen zu, kann mir eine Höhle bauen und die Welt draußen lassen."
Ob im schwarzen, mit Heiligenbildern dekorierten WG-Zimmer oder im Schlafgemach eines Paters, immer entlockt Herlinde Koelbl - ohne dabei indiskret zu sein - den Menschen private Gesten und lässt sie ihre Persönlichkeit entfalten. Überraschend offen erzählen sie in ihren Schlafzimmern von Liebe, Einsamkeit, Träumen und ihren Ritualen.
Mi 16.05. um 17.15 Uhr
Mi 16.05. um 04.00 Uhr
Das Schlafzimmer ist ein Raum, der normalerweise vor den Blicken Fremder verborgen bleibt. Die Mitwirkenden dieses Films machen da jedoch eine Ausnahme. Sie zeigen diesen intimen Ort und erzählen von ihrer ganz persönlichen Beziehung zu ihm.
Da ist zum Beispiel Christine, die mit ihren 59 Jahren als eine der ältesten Prostituierten auf dem Hamburger Straßenstrich arbeitet. Draußen musste sie sich eine harte Schale zulegen, doch privat ist Christine ein ganz anderer Mensch. Sie glaubt an die Kraft der Engel und hat ihr Schlafzimmer mit vielen Engelsbildern und -figuren geschmückt. Hier bleibt die Welt der käuflichen Liebe außen vor.
Ein anderes Beispiel ist die Familie Graser. Sie wohnt in einem Traumhaus, Modell "Sanssoucis". Innen wie außen wirkt das Haus wie ein kleiner Palast. Im Schlafzimmer ist ein Kindertraum von Frau Graser wahr geworden: Alles ist ganz in Rosa gehalten. Doch Herr Graser ist noch lange nicht zufrieden. Er hat einen Baldachin aus Rosenranken entworfen, den er zur Zeit von einem Kunstschmied anfertigen lässt. Integriert werden soll eine spezielle Klimaanlage, die an heißen Tagen kühle Frische auf das Bett zaubern wird. Romantik trifft Technik, das ist das Motto bei der Gestaltung dieses Hauses.
Neben diesen Beispielen gibt es unter anderem noch die Klosterzelle von Schwester Gerharda zu sehen und das Schlafgemach von Anni und Dionys Asenkerschbauer, die seit 54 Jahren im bayerischen Altötting verheiratet sind.
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