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Doku am Nachmittag

Weltverbesserer

Sie gehören zum Stadtbild: Die Schwestern der Mutter Teresa.; Rechte: SWR

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Mi 25.04. ab 14.45 Uhr
Do 26.04. ab 09.35 Uhr

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Das schwierige Erbe der Mutter Teresa - Mi 25.04. um 14.45 Uhr


Mi 25.04. um 14.45 Uhr
Mi 25.04. um 02.35 Uhr
Do 26.04. um 09.35 Uhr

Ein Film von Maria-Rosa Bobbi und Michael Busse

Sie ist Trägerin des Friedensnobelpreises. Sie war mit Prinzessin Diana bekannt und wurde von Präsident Clinton besucht. Papst Johannes Paul II. stand sie sehr nahe.

Für viele Menschen auf der ganzen Welt ist sie bis heute das Sinnbild von christlicher Barmherzigkeit und Nächstenliebe: Mutter Teresa, jene fast zerbrechlich wirkende Frau, die man nur in ihrer blau-weißen Ordenstracht kannte.

Schon im Jahr 2003 - und damit nur sechs Jahre nach ihrem Tod - wurde sie im bis dato schnellsten Seligsprechungsprozess von der katholischen Kirche offiziell in den Kreis der Seligen aufgenommen. Ihre Arbeit mit Kranken und Sterbenden, mit den Notleidenden und von der Gesellschaft an den Rand Gedrängten wirkt fort: Noch heute, 13 Jahre nach ihrem Tod, ist das indische Kalkutta ein Wallfahrtsort für Freiwillige aus aller Welt. In der Hauptstadt West-Bengalens bieten sie sich dem Orden Mutter Teresas zu Tausenden als unbezahlte Helfer an. Kritik an Leben und Leistungen der Ordensgründerin der 'Missionarinnen der Nächstenliebe' ist in der Vergangenheit selten laut geworden: Zu groß ist vielleicht der Schatten der 'Heiligen von Kalkutta', den sie - auch mit Hilfe vieler Medien - immer noch wirft.

Die Grimme-Preisträger Michael Busse und Maria-Rosa Bobbi versuchen vor diesem Hintergrund dennoch, ein neues und ungeschöntes Bild der Arbeit von Mutter Teresa zu zeichnen. Mit großer Sorgfalt und gründlicher Recherche widmen sie sich dem schwierigen Erbe, das diese Frau hinterlassen hat. Sie wollte Kranken helfen, sah im Leiden aber auch einen "Kuss Jesu"; sie war eine Missionarin der Liebe, führte gleichzeitig aber ein strenges Regiment; sie erlebte täglich die Not in einer übervölkerten Stadt, sprach sich aber dennoch vehement gegen jede Form von Geburtenregelung aus. Die Autoren der vom SWR in Auftrag gegebenen Reportage drehten vor Ort in den Heimen des Ordens in Kalkutta, sie sprachen mit Helfern, mit Anhängern von Mutter Teresa und den Kritikern ihrer Arbeit. Die Schwestern selbst standen für direkte Gespräche allerdings nicht zur Verfügung; Interviews wurden abgelehnt und untersagt. Kalkutta und die Heime der Mutter Teresa: ein schwieriges Erbe einer offensichtlich ebenso schwierigen Seligen.

Unter Nachbarn - Mi 25.04. um 15.30 Uhr


Mi 25.04. um 15.30 Uhr


Vom Leben mit dem Mörder
Ein Film von Steffen Düvel

"Nach einem Genozid glaubst du, Blumen würden nie wieder blühen, der See würde nie wieder so still daliegen, die Grillen würden nie wieder fröhlich zirpen. Du glaubst, Schönheit dürfte es nicht mehr geben." - so beschreibt es die Schriftstellerin Esther Mujawayo, die 1994 den Genozid in Ruanda überlebt hat und seither Witwe ist.

Steffen Düvels stellt in seinem Debütfilm Menschen vor, die als Opfer des Genozids für ihr Leben gezeichnet sind. Die Erlebnisse haben sich unauslöschlich in ihr Gedächtnis eingebrannt. Ehemalige Nachbarn, sogar Freunde, traktierten sie und ihre Familien mit Macheten, Knüppeln, Äxten. Es galt, alle Tutsi in Ruanda zu töten. Jeder Hutu war über die Medien aufgefordert, sich zu beteiligen. Sie raubten und vergewaltigten, töten wurde zum Alltagsgeschäft. Innerhalb von 100 Tagen starben rund 800.000 Menschen, etwa drei Millionen flohen. Kontrollinstanzen, die dem Treiben hätten Einhalt gebieten können, fehlten und die Vereinten Nationen blieben weitgehend untätig.

Heute, Jahre später, verlangt die Regierung von Opfern und Täter ein friedliches Miteinander. Täter sollen um Verzeihung bitten, Opfer verzeihen. Dieser Film erzählt aus der Perspektive der Opfer, davon, wie sie mit ihren Erinnerungen umgehen und welchen Preis sie heute für ihr Überleben zu zahlen haben.

Todesfahrt im Fischerboot - Mi 25.04. um 16.15 Uhr


Mi 25.04. um 16.25 Uhr

Afrikas Flüchtlinge und Europas Interessen
Ein Film von Michael Grytz und Klaus Martens

Sie sind wochenlang unterwegs, siebzig, achtzig, manchmal hundertfünfzig Leute, zusammengepfercht in kleinen offenen Holzbooten, Fischerbooten. Sie legen ab im Senegal, in Gambia oder Mauretanien. Ihr Ziel: die Kanarischen Inseln, Europa. Allein im letzten Jahr kamen dort 25.000 Flüchtlinge an. Viele überlebten sie nicht, die Flucht ins vermeintliche Paradies.

Aber das "Paradies" hat Mitschuld an der lebensgefährlichen Fahrt über den Atlantik. Seit Jahrzehnten fischen europäische Trawler vor der Küste Westafrikas und tragen dazu bei, dass den Menschen dort ihre Lebensgrundlage entzogen wird. Sie haben die ehemals fischreichsten Regionen der Welt längst überfischt: Fast ausgestorben ist der Thiof, ein Barsch, der für die Senegalesen Grundnahrungsmittel ist.

Für die Fangrechte vor Mauretanien zahlt die Europäische Union der Regierung 86 Millionen Euro im Jahr. Der gefangene Fisch ist auf den europäischen Märkten aber Milliarden wert. Doch die Menschen an Afrikas Westküste gehen leer aus. Sie fangen kaum noch Fisch, ohnmächtig gegen die Trawler und die hoch subventionierte europäische Fischindustrie. Keine Zukunft, keine Perspektive, und so werden auch dieses Jahr wieder zigtausende in ihren kleinen Booten nach Europa flüchten, Todesfahrt im Fischerboot.

Die Vertreibung der Tyrannen - Mi 25.04. um 17.00 Uhr


Mi 25.04. um 17.00 Uhr

Eine Reise durch die arabische Welt
Ein Film von Stefan Buchen

Demonstrationen, Revolten, Revolution - der Aufstand der Bürger hat den Nahen Osten und Nordafrika nachhaltig verändert. Selbst da, wo die Herrscher an der Macht bleiben, wird es nie wieder sein wie zuvor. Die Menschen haben erlebt und erlitten, dass sie gemeinsam etwas erreichen können. Diesen Stolz und das neue Selbstbewusstsein kann ihnen keiner nehmen. Aber wie geht es weiter, was können sie daraus machen?

Unsere Korrespondenten machen sich auf die Suche nach der Zukunft in Libyen, im Jemen, in Ägypten, in Israel, im Gazastreifen, in Algerien und in Bahrein.

Die Knastband - Mi 25.04. um 17.35 Uhr

Ein Film von Petra Storch

Luca ist Italiener und sitzt wegen Mordes lebenslänglich im Knast. Oleg wird irgendwann wieder rauskommen, er sitzt wegen Totschlags. Dimitij, der Russe, hat "nur" im großen Stil geklaut. Die Drei führen derzeit ein Leben hinter Gittern - in der Justizvollzugsanstalt Remscheid. Was sie verbindet: Sie sind Mitglieder einer Band, die hier gegründet wurde: Outcast - die Ausgestoßenen. Petra Storch hat das Leben hinter Gittern beobachtet.