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Do 08.03. um 09.00 Uhr
Ein Film von Walter Brun
Seit dem Ende des Krieges waren sie verschwunden zwei Bände der Cranach Prachtbibel aus Dessau. Eine Spur der Bücher tauchte Anfang der 90er Jahre auf, im Zuge einer Steuerfahndung. Damit begann eine detektivische Suche, über viele Jahre und mehrere Länder. Steuerfahnder finden heraus, dass die Bibel Bände aus Angst vor alliierten Luftangriffen im 2. Weltkrieg in der Nähe von Dessau ausgelagert wurden. Die Bomben zerstörten die Bibliothek, die Bibeln waren gerettet. Doch nach dem Krieg war nur noch der 3. Band vorhanden. Die Spur der beiden anderen ging im Chaos der letzten Kriegstage verloren. Fanden deutsche Soldaten auf dem Rückzug die Lagerstätten? Oder sahen amerikanische GIs in den farbigen Büchern 'Souvenirs'? Oder führt die Spur der Bücher nach Moskau? Die Amerikaner räumten Sachsen Anhalt wieder, da es zur sowjetischen Besatzungszone gehörte. Vielleicht fanden russische Offiziere die Bibeln?
Ein Ausschnitt aus einem Auktionskatalog führt auf die richtige Spur. Der Steuerfahndung wird die Bedeutung des Buches bewusst. Die Bibel des Fürsten Georg von Anhalt aus der Werkstatt von Lucas Cranach ist auf feinem Pergament gedruckt, mit ziseliertem Goldschnitt und kolorierten Holzdrucken. Alles ist so luxuriös gearbeitet, dass man die beiden Testamente auf 3 Bände verteilen musste. Ein Prachtband und ein 'nationales Kulturgut'. Die Steuerfahnder wollen auf jeden Fall verhindern, dass die Bibel auf dem internationalen Kunstmarkt für immer verschwindet. Mit Geduld und Ausdauer und auf verschlungenen Wegen findet ein Steuerfahnder nicht nur einen der wertvollen Bibelbände, sondern findet auch heraus, was die 3 Bändige Bibel mit dem ersten Golfkrieg und Sadam Hussein verbindet. Der Film ist ein spannendes detektivisches Puzzle. Die ganz unterschiedlichen Facetten geben einen besonderen Reiz, da der Zuschauer die Ermittler Arbeit der Steuerfahnder nacherleben kann. Und die Spannung trägt weiter, denn während der Dreharbeiten taucht auch der letzte noch fehlende Band der Bibel auf.
Mi 07.03. um 15.30 Uhr
Mi 07.03. um 04.45 Uhr
Do 08.03. um 09.45 Uhr
Die Geschichte der Beutekunst
Ein Film von Claus Bredenbrock, Henning Burk und Bernhard Pfletschinger
Streit um kostbare Kunstgegenstände vermutet man zunächst nicht auf der politischen Bühne. Doch seit dem Dumabeschluss von 1999, mit dem alle Kriegsbeute aus dem zweiten Weltkrieg zu russischem Nationaleigentum erklärt wurde, sind die Beziehungen zwischen Russland und Deutschland immer stärker vom Thema Beutekunst geprägt, und auch in der Öffentlichkeit wird deutlich, welchen Stellenwert die Auseinandersetzung um die geraubten Kulturgüter hat. Sowjetische 'Trophäenbrigaden' transportierten noch bis Ende der 40er Jahre Kunst aus der DDR als Kriegsbeute ab, die dann jahrzehntelang in Sondermagazinen der UdSSR versteckt wurde. Die offizielle deutsche Haltung lässt keinen Zweifel daran, dass Deutschland auf Rückgabe der sogenannten Beutekunst besteht.Zur Beute der Roten Armee im Zweiten Weltkrieg gehörte u. a. der spektakuläre 'Schatz des Priamos'. Fast dreieinhalbtausend Jahre lag das 'Gold von Troja' im Boden der heutigen Türkei, bis es 1873 von Deutschen erbeutet wurde, entdeckt und ausgegraben von dem Archäologen Heinrich Schliemann. Um antike Schätze, die von der Akropolis geraubt wurden und die als 'Elgin Marbels' seit fast 200 Jahren den wertvollsten Besitz des British Museums ausmachen, streiten sich Engländer und Griechen. Die Kriegsbeute Napoleons ist im Louvre zu besichtigen. Beutekunst ist ein aktueller Begriff für ein altes Phänomen.
Die Autoren Claus Bredenbrock, Henning Burk und Bernhard Pfletschinger haben mit international renommierten Fachleuten über die Motive gesprochen, Kulturgüter als Beute zu nehmen. Das Fazit: Es geht dem Sieger nicht nur darum, den Gegner zu demütigen, ihn materiell und geistig zu enteignen, sondern auch darum, sich die ehemals als Leitkultur geltende Kultur einzuverleiben. Für Verhandlungen um die Rückgabe gibt es kein Patentrezept. Aber wie sensibel dieses Thema behandelt wird, ist eine Frage der politischen Kultur.
Mi 07.03. um 16.15 Uhr
Do 08.03. um 05.30 Uhr
Wehrmacht und Prostitution
Ein Film von Thomas Geavert und Martin Hilbert
'Die SS Männer kamen und suchten sich die schönen Frauen aus. Sie sagten für die Front, die Soldaten zu versorgen.' Das erzählt Nina Michailowna, eine alte Frau aus Skadowsk in der Ukraine. Was sie beschreibt, gehört zu einem besonders finsteren und menschenverachtenden Aspekt der Geschichte des Zweiten Weltkriegs: dem Missbrauch von Frauen in deutschen Militärbordellen.
Ab 1940 war den zuständigen Behörden klar, dass es an der Front Regelungsbedarf gab. Tausende von Soldaten infizierten sich mit Geschlechtskrankheiten und standen oft über Monate der Truppe nicht zur Verfügung. Daraufhin begannen die Militärbehörden, eigene Bordelle einzurichten. Für deren Kontrolle wurden Kommandanturärzte und örtliche Militärverwaltungen zuständig gemacht. In Frankreich, wo mit diesen Maßnahmen begonnen wurde, übernahm die Wehrmacht bestehende Etablissements. Für viele französische Prostituierte bedeutete dies von nun an
strengste Überwachung oder den Abtransport in Internierungslager. In den besetzten Gebieten Osteuropas war die Situation noch erheblich radikaler: Hier wurde zunehmend Gewalt angewendet, um Frauen für Militärbordelle zu rekrutieren. Willkürliche Verhaftungen, Razzien und Deportationen dienten unter anderem dazu, den stets wachsenden Bedarf nach immer neuen Frauen zu decken. Die Betroffenen galten dabei als 'Material' und zu überwachende Ansteckungsquelle. Um dem Vorwurf der 'Rassenschande' vorzubeugen, legten die deutschen Behörden etwa fest, dass Polinnen in Bordellen 'Sachen' und nicht 'Personen' seien. Auch in KZs wurden Frauen angeworben, unter der zumeist falschen Versprechung, damit das eigene Leben retten zu können.
Bisher gab es nur bruchstückhafte Recherchen und einige wenige Augenzeugenberichte über die Militärbordelle und die Schicksale der Frauen, die dort interniert waren. Die Opfer dieser Verbrechen haben zeitlebens versucht, das Erlebte zu verdrängen.
Überlebende aus Polen und der Ukraine haben das Schweigen gebrochen. Sie berichten, was sie erlebt und beobachtet haben. Sie erzählen auch davon, dass der Leidensweg der Zwangsprostituierten ein besonders bitterer war. Sie fanden auch bei den eigenen Landsleuten keinerlei Hilfe ganz im Gegenteil. Zur traditionellen Verachtung gegenüber Huren kam in den meisten Fällen noch der Verdacht der Kollaboration. Viele Frauen, die das Militärbordell überlebt haben, sind als angebliche Verräterinnen umgebracht worden. Auch deshalb stellt sich die Aufklärung ihrer Lebenswege bis heute außerordentlich schwierig dar. Als Opfer sind sie bis heute nirgends anerkannt.
Mi 07.03. um 17.00 Uhr
Do 08.03. um 06.15 Uhr
Soldatinnen im Überlebenstraining
Ein Film von Katarina Schickling
Jessica Russell ist Offiziersanwärterin bei der Bundeswehr. Sie müssen wie jeder Offiziersanwärter einen vierwöchigen Lehrgang absolvieren, der die Soldatinnen und Soldaten an die Grenzen der Belastbarkeit führt. Als Logistikoffizierin wird sie im Rahmen der Bundeswehreinsätze möglicherweise auch in Kampfgebieten eingesetzt. Die Ausbildung soll die junge Soldatin auf diese Einsätze vorbereiten. Lehrgangsziel ist es, als Führer einer auf sich gestellten Gruppe zu überleben und sich zu den eigenen Truppen durchschlagen zu können.
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