Einsweiter; Rechte: WDR

Doku am Nachmittag

Auffallende Persönlichkeiten

Die Arbeit am Ideal der Ganzkörpertätowierung zieht sich über Jahre hin.; Rechte: swr

Bilder 1

Bewerten:

Alle Sendetermine

Mi 08.02. ab 14.45 Uhr
Mi 08.02. ab 04.00 Uhr
Do 09.02. ab 08.15 Uhr

Weiterempfehlen

Möchtest du diese Seite weiterempfehlen? Dann nutze diesen Service.

Südseeträume auf der Haut - Mi 08.02. um 14.45 Uhr


Mi 08.02. um 14.45 Uhr
Mi 08.02. um 04.00 Uhr
Do 09.02. um 08.15 Uhr


Tätowierung auf Tahiti
Ein Film von Walter Tauber

'Es ist wie ein Stich oder eine Malerei, die auf deinem Körper und in deine Seele eingraviert ist. Das ist stark.' Dieses Gefühl trieb Chimé dazu, sich von Freunden tätowieren zu lassen und selbst Tätowierer zu werden. Das Gefühl ist stark, überwältigend, fesselnd. Chimé kann nicht anders, als sein Leben auf der Haut darzustellen.

Dies ist ein Film über Tätowierung: Aber die Geschichte geht tiefer als die mit Tinte in die Haut gezeichneten Muster. In dieser Dokumentation suchen Walter Tauber und sein Kamerateam nach den Träumen der Tahitianer. Sie zeigen, wie Chimé und sein Kollege Purotu im Urlaubsparadies Moorea die Tradition ihrer Ahnen pflegen. Sie dringen mit dem Künstler und Seefahrer Tunui Salmon tief ins Hinterland der Halbinsel Tahiti-Iti ein, auf der Suche nach Spuren der alten Zivilisation, die auf dieser Inselwelt bis nach Hawaii und Rapa Nui (Osterinsel) einst blühte. Und sie tauchen in der Lagune eines winzigen Atolls der Tuamoto-Kette ins tief blaue Wasser, um zu dokumentieren, wie drei junge Tahitianer, die wie ihre Vorfahren tätowiert sind, die berühmten schwarzen Perlen züchten. Als 'demis' - Halbblut - stehen sie für das moderne Tahiti, das nach einer eigenen Identität sucht.

Die Tätowierung in der Südsee wurde im 18. Jahrhundert von Seefahrern aus Europa wieder entdeckt, nach Frankreich und England gebracht und dort für kurze Zeit bewundert. In Tahiti verschwand sie vollkommen, ausgemerzt von den protestantischen Missionaren. Als einzige Spur blieben die Aufzeichnungen von Forschern wie Karl von den Steinen oder Adam Johann von Krustenstern. Diese Arbeiten erlaubten es, die 'koloniale Schuld' Europas wenigstens teilweise wieder gut zu machen. Denn nach 150 Jahren kehrte die Tätowierung plötzlich wieder zurück und eroberte die Inseln Polynesiens mit unerklärlicher Geschwindigkeit. Die alten Muster werden wieder verwendet, auch wenn deren Bedeutung nicht immer klar ist.

Tunui Salmon ist einer der wenigen, die heute Tradition und Geschichte gut kennen. Er ist direkter Abkömmling des großen Seefahrers Hiro und der späteren Könige von Tahiti. Er entschlüsselt die komplexe Religion und Gesellschaft seiner Vorfahren. Tunui lebt in einem einsamen Tal von Tahiti-Iti, der Halbinsel im Südosten Tahitis. Hier zeigt er dem Fernsehteam einen schwer erreichbaren Marae (Tempel) und, versteckt im Urwald, alte in den Stein gehauene Gravuren. Das alte Polynesien besaß keine Schrift, doch die Steinzeichnungen übermittelten wie die Tätowierungen unlöschbare kulturelle Botschaften.

Auf Moorea besuchte der Filmautor zwei der besten Tätowierer, die heute in Polynesien arbeiten: Purotu und Chimé. Auch sie waren bildende Künstler, Purotu war einst Schüler Tunui Salmons an der Akademie. Und Chimé hat sich mit seinen geschwungenen Mustern in der Tradition des Marquesas-Archipels international einen Namen gemacht. Sie tätowieren für die Kamera Purotus Bruder Nui in der traditionellen Art des alten Tatau, mit dem aus einem Wildschwein-Zahn gehauenen Kamm und einer aus ölhaltigen Nüssen gewonnenen Tinte. Auch dies ein Ritual für die Ahnen, das einst von den Franzosen verboten wurde, aber von der heutigen, weitgehend autonomen Regierung wieder toleriert wird.

Was einst eine vom Kollektiv verordnete Sitte war, ist heute Ausdruck sowohl des individuellen Geschmacks als auch der Suche nach einer über den Einzelnen hinausgehenden Ordnung. Wenige kennen die Tradition ihrer Ahnen wirklich, den meisten genügt das diffuse Gefühl der Zugehörigkeit. Der Film erzählt Geschichten von Menschen, die ihre Herkunft, zumindest einen wichtigen Teil davon, auf der Haut tragen.

Schlafen, wenn wir tot sind - Mi 08.02. um 15.30 Uhr


Mi 08.02. um 15.30 Uhr
Mi 08.02. um 04.45 Uhr
Do 09.02. um 09.00 Uhr


Film von Regine Hennenlotter

Er ist 60. Seit gut 15 Jahren arbeitslos. Hartz-IV-Empfänger. Er und seine Katze Mickey kommen gerade mal so über die Runden. Das alles macht ihn nicht zum Outsider. Wohl aber, dass er vom Hals bis zu den Zehen lückenlos tätowiert ist. Sein erster Agenturjob: Ein Werbedreh für einen Elektrogroßmarkt. Magneto soll für Handys und Laptops posieren. Artikel, die er sich selbst nicht leisten kann. Jetzt träumt Magneto vom großen Durchbruch als Model, von Angeboten aus der Musikbranche, dem Kino oder Fernsehen. Wird er entdeckt werden?

"Der Punk im Lagerfeld-Anzug" - davon träumte die Agenturchefin vor drei Jahren. Als sie aufwacht, weiß sie: "Das isses - eine Marktlücke." Auf der Straße entdeckt sie Maxe und Suse. Zwei von mittlerweile 856 Models in ihrer Kartei. Die Punks leben vom Schnorren und von Hartz IV. Ihr erster Job: bei einer Vernissage Häppchen auf dem Silbertablett servieren - mit Irokesenfrisur und Designerkleidung. Außerdem wollen sie mit selbstentworfenen Berliner Mauerschuhen Anerkennung finden. Der größte Schuhkonzern der Welt zeigt sich interessiert... Werden Maxe und Suse ein neues Leben beginnen?

Jenny ist 27, gelernte Bürokauffrau, hübsch, ganzkörpertätowiert. Geschmückt mit 47 Piercings. Ihr größter Feind, meint sie, ist sie selbst. Sie sieht sich vom Pech verfolgt. Kein Job. Keine Perspektive. Seit zwei Jahren hält sie sich wacker mit Hartz IV und Geschenken über Wasser. Mit der Agentur hofft sie darauf, ihr Aussehen vermarkten zu können.

Eine Dokumentation über vier Menschen am Rande der Gesellschaft, die darauf hoffen, über die Modelagentur neu durchzustarten.

Sag mir, wo die Schönen sind ... - Mi 08.02. um 16.15 Uhr


Mi 08.02. um 16.15 Uhr
Do 09.02. um 05.30 Uhr
Do 09.02. um 09.45 Uhr


Leipzig im Mai 1989
Ein Film von Gunther Scholz

Das Ereignis war spektakulär: 20 junge Frauen stellen sich einer der ersten Misswahlen der gerade untergehenden DDR. Leipzig im Mai 1989. Ein junger Fotograph portraitiert die Kandidatinnen und befragt sie mit seinem alten Kassetten-Recorder. Die "Schönen" sind zwischen 18 und 25 Jahre alt, einige schon im Beruf, andere im Studium. Zehn von ihnen dürfen gemeinsam vor die Fernsehkameras. Dann trennen sich die Wege, und ihr Land hört auf zu existieren.

Zusammen mit Gerhard Gäbler, dem jungen Fotographen von damals, geht story-Autor Gunther Scholz jetzt auf die Suche und findet fast alle Frauen wieder. Eine zufällige Gruppe damals, vereint für wenige Tage - was ist aus ihnen geworden, wie leben sie heute, und wo leben sie?
Eine spannende Frauengeneration, geboren in der DDR, aufgewachsen im vereinten Deutschland: Sie mussten ihren Weg finden in einem gesellschaftlichen System, das ihnen zunächst fremd war - inzwischen ist eine zweite Lebenshälfte daraus geworden. Von der erfolgreichen Innenarchitektin bis zur Hartz-IV-Empfängerin reicht das Spektrum. Die "Schönen" von damals leben in der Schweiz, in Dubai, im Westen Deutschlands - oder sind nie über Leipzig hinaus gekommen.

Der Film zeichnet die Geschichte dieser Frauen und ihrer Generation nach, manchmal amüsant, manchmal ernst, immer überraschend.

Duelle - Mi 08.02. um 17.00 Uhr


Mi 08.02. um 17.00 Uhr
Do 09.02. um 10.30 Uhr


Elizabeth Taylor gegen Richard Burton
Ein Film von Stephan Lamby und Michael Wech

Die beiden verlieben sich bei den Dreharbeiten zu dem Monumentalfilm "Cleopatra". Taylor gibt die Titelheldin, Burton ihren Geliebten Marc Anton. Ihr Regisseur fühlt sich "wie eingeschlossen mit zwei Tigern im Käfig". Schnell wird die Liebesaffäre öffentlich. Beide sind verheiratet. Ein Skandal. Sogar der Vatikan schaltet sich ein. Elizabeth Taylor und Richard Burton lassen sich von ihren jeweiligen Ehepartnern scheiden und heiraten.

Doch der Ehealltag des Traumpaars entwickelt sich zum Alptraum. Burton wird von tiefem Neid getrieben. Seine Frau hat bereits zwei Oscars gewonnen. Er dagegen wurde siebenmal nominiert - ohne je ausgezeichnet zu werden. Ehemalige Angestellte der beiden berichten von Alkoholexzessen, Beschimpfungen, sogar von Gewaltausbrüchen. Elizabeth Taylor und Richard Burton finden schnell heraus, dass sie nicht nur Liebe füreinander empfinden, sondern auch Hass. Die enormen Spannungen im Hause Taylor/Burton bleiben auch der Regenbogenpresse nicht verborgen. Dankbar greifen die Reporter jeden noch so kleinen Streit auf. Und das Schauspieler-Duo spielt das böse Spiel gern mit. All die Schlagzeilen steigern ihren Marktwert ins Unermessliche. Zehnmal steht das Duo gemeinsam vor der Kamera, aber ihre überzeugendsten Auftritte haben sie stets in ihrem halböffentlichen Privatleben. Peinliche Bloßstellungen und Demütigungen wechseln mit hochdramatischen Versöhnungsszenen. Ein Psychokrieg.

Der bizarre Kampf zwischen Elizabeth Taylor und Richard Burton wird sogar auf der Leinwand verewigt. In "Wer hat Angst vor Virginia Woolf?" bekriegen sich beide bis aufs Messer. Zehn Jahre hält die Ehe mehr schlecht als recht, dann bricht sie mit lautem Getöse auseinander. Schon ein Jahr nach der Scheidung flammt ihre Leidenschaft wieder auf. Sie heiraten ein zweites Mal - und verfallen erneut den alten Ritualen aus Suff, Zynismus, Langeweile und Rauferei. Diese Ehe hält nur ein knappes Jahr. Dann ist das historische Ehe-Duell endgültig entschieden. Beide haben verloren, sich physisch und psychisch verausgabt.

Michael Wech hat das Duell "Taylor gegen Burton" umfassend recherchiert. Er hat an Originalschauplätzen in den USA, in England und der Schweiz gedreht und mit zahlreichen Zeitzeugen gesprochen.