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DOKUDIENSTAG

Ingrid van Bergen vor Gericht; Rechte: WDR

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Di 19.10. ab 20.15 Uhr
Di 19.10. ab 00.00 Uhr
Mi 20.10. ab 14.15 Uhr
Mi 20.10. ab 04.05 Uhr
Do 21.10. ab 09.00 Uhr

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Di 19.10. ab 20.15 Uhr

Schwere Mädchen

In dieser Woche geht es mal nicht um Übergewicht, sondern um Kriminalität. Zunächst zeigen wir zwei Porträts berühmter deutscher Mörderinnnen - Ingrid van Bergen und Monika Weimar. Im Anschluss folgt der sehr beeindruckende Dokumentarfilm "Frauen im Knast", der den Alltag in einem deutschen Frauengefängnis beobachtet.

Die tödliche Liebe der Ingrid van Bergen


Di 19.10. ab 20.15 Uhr
Di 19.10. ab 00.00 Uhr
Mi 20.10. ab 14.15 Uhr
Mi 20.10. ab 04.05 Uhr
Do 21.10. ab 09.00 Uhr


Film von Ulrike Brincker und Rüdiger Liedtke

20. Juli 1977. Bereits neun Stunden vor Prozessbeginn warten Hunderte Schaulustige vor dem Münchner Justizpalast. Das Sicherheitspersonal kann die Menschenmenge nur mühsam unter Kontrolle halten. Es müssen Barrieren errichtet werden, eine Glastür geht zu Bruch.

Um 9.00 Uhr wird die Angeklagte Ingrid van Bergen durch einen Seiteneingang ins Gerichtsgebäude geführt. Sie soll ihren Geliebten Klaus Knaths erschossen haben: aus Eifersucht. Auf den ersten Blick ein "einfaches" Beziehungsdelikt, wie es nahezu täglich in Deutschland begangen wird. Doch "der Fall Ingrid van Bergen" wird zu einem Sensationsprozess. Ein Fall, der von Beginn an von Theatralik begleitet wird.

Die beteiligten Personen sind prominent, die Umstände nahezu bühnenreif: die Täterin, eine Schauspielerin, die ehemals als blondes Kurvenwunder glänzte und nach wie vor die Rolle ihres Lebens sucht. Das Opfer, ein zwölf Jahre jüngerer Familienvater und Finanzmakler, der sein finanzielles Überleben mit Verhältnissen zu reichen Frauen sichert und schließlich sterbend im verschneiten Rosenbeet gefunden wird. Eine Handvoll mehr oder weniger prominenter Zeuginnen, die ebenfalls Verhältnisse zum Opfer unterhielten. Dazu Rolf Bossi als Staranwalt auf großer Bühne. Und schließlich die Mutter des Opfers, die die Tat am Telefon "live" mitverfolgte.

Im Vorfeld hatten die Medien monatelang über den Fall berichtet, jedes noch so intime Detail über Opfer und Angeklagte verbreitet. In der medialen Aufbereitung wurde aus dem Tötungsdelikt ein Boulevardstück im Milieu der Münchner Schickeria. Auch vor Gericht entsteht der Eindruck einer großen Inszenierung. Die Angeklagte erscheint ganz in schwarz, mit mädchenhafter Gretchenfrisur, spricht druckreif und ohne größere Gefühlsäußerungen. Ist alles nur gespielt? Macht sie das aus Selbstschutz? Aus Berechnung? Oder kann sie gar nicht anders, als in immer neuen Rollen aufzutreten? In der Tatnacht hat sie stundenlang auf den Geliebten gewartet. Er trieb sich in Bars herum, wie so oft. "Das Ganze hat sich aufgebaut", sagt Ingrid van Bergen heute. "Ich war immer bereit, ihm zu verzeihen. Das ist doch klar. Wenn ein Mann zu mir sagt: 'Ich liebe Dich, es gibt außer Dir keine Frau und nichts anderes', glaubt man das doch allzu gerne." Doch als Klaus Knaths endlich nach Hause kommt, gibt es Streit. Tödlichen Streit.

Sie habe gedacht, dies alles sei nur ein Spiel gewesen und der Revolver nicht geladen, erklärte Ingrid van Bergen den Polizisten, die in der Nacht vom 2. auf den 3. Februar 1977 als erste in der Starnberger Villa erschienen. Trotzdem feuerte sie drei Schüsse aus einer Smith Wesson, Kaliber 38. Der erste ging durch ein Fenster, die beiden anderen trafen das Opfer. Und doch wollte sie bis zuletzt geglaubt haben, ihr Geliebter spiele nur, sei nur leicht verletzt. An den genauen Tathergang, so versicherte sie immer wieder, könne sie sich nicht erinnern: "Ich weiß nicht einmal, dass ich geschossen habe. Ich weiß gar nichts."

Der Film von Ulrike Brincker und Rüdiger Liedtke rekonstruiert die Tatnacht und wirft einen Blick hinter die Kulissen der Münchner Schickeria. Die Dokumentation entwickelt das Psychogramm einer Täterin, die nach Liebe und Enttäuschung aus Eifersucht tötet. Den Autoren ist es gelungen, Ingrid van Bergen und deren Anwalt Rolf Bossi vor die Kamera zu bekommen und das "Liebesdrama aus Eifersucht" nach über 30 Jahren mit ihnen gemeinsam noch einmal Revue passieren zu lassen.

Monika Weimar und der Kindermord


Di 19.10. ab 21.00 Uhr
Di 19.10. ab 00.45 Uhr
Mi 20.10. ab 15.00 Uhr
Mi 20.10. ab 04.45 Uhr
Do 21.10. ab 09.45 Uhr


Film von Erika Kimmel und Bernd Isecke

7. August 1986: Ein Busfahrer findet die Leiche der siebenjährigen Melanie Weimar in einem Brennnesselgebüsch auf einem Parkplatz, nur wenige Kilometer von ihrem Wohnort im nordhessischen Philippsthal entfernt. Ihre kleine Schwester, die fünfjährige Karola, wird wenig später auf einem anderen Parkplatz entdeckt - auch sie ist tot.

Ein Doppelmord, spektakulär und aufwühlend. 20 Jahre lang wird er die Justiz beschäftigen, länger noch die Öffentlichkeit. Ist Monika Weimar, die Mutter der beiden Mädchen, die Mörderin ihrer Kinder? Die damals 28-Jährige hat ein Verhältnis mit einem amerikanischen Soldaten. Dieser Liebesbeziehung könnten die Kinder im Wege gestanden haben, vermuten viele Menschen in Philippsthal, einem kleinen Dorf in Nordhessen, direkt an der Grenze zur damaligen DDR.

Hier heiratet Monika Böttcher mit 20 Jahren den Betriebsschlosser Reinhard Weimar. Kurz darauf kommt das erste Kind zur Welt, zwei Jahre später das zweite. Fünf Jahre nach der Hochzeit aber ist die Ehe der Weimars zerrüttet. Immer wieder denkt Monika Weimar darüber nach, ihren Mann zu verlassen. 1986, wenige Monate bevor Karola und Melanie sterben, verliebt sie sich in den amerikanischen Soldaten Kevin Pratt. Monika Weimar macht keinen Hehl aus der Beziehung. Auch ihr Mann weiß darüber Bescheid.

Es ist der Mittag des 4. August 1986, als die Schwester Monika Weimars der Polizei das Verschwinden der beiden Kinder meldet. Eine beispiellose Suchaktion beginnt. Polizei, Bundesgrenzschutz, Einheiten der dort stationierten Amerikaner, Hubschrauber und eine Hundestaffel durchkämmen das Gebiet - drei Tage lang. Nachbarn und das Ehepaar Weimar suchen mit, bis die Leichen von Melanie und Karola schließlich gefunden werden.
Den Beamten der Sonderkommission wird schnell zugetragen, dass die Ehe der Weimars nur noch auf dem Papier existiert. Beide Eltern geraten in Verdacht. Aber Monika Weimar verwickelt sich in den wochenlangen Vernehmungen immer mehr in Widersprüche.

Am 28. August 1986 wird Monika Weimar verhaftet. Eines der längsten und spektakulärsten Indizienverfahren der deutschen Rechtsgeschichte beginnt.

Der Film erzählt den Kindermord von Philippsthal, beleuchtet das Klima, das Ende der 80er Jahre in den abgelegenen Dörfern im Grenzgebiet zur DDR herrschte, und geht den verschiedenen widersprüchlichen Tatversionen nach. Erstmals äußern sich die Ermittler der SOKO Weimar detailliert vor der Kamera. Und Reinhard Weimar schildert sein Leben nach dem Tod der Kinder. Sein Gesicht möchte er dabei nicht zeigen.

Frauen im Knast


Di 19.10. ab 21.45 Uhr
Di 19.10. ab 01.30 Uhr
Mi 20.10. ab 15.45 Uhr
Mi 20.10. ab 05.30 Uhr
Do 21.10. ab 10.30 Uhr


Ein Film von Birgit Quastenberg

In den deutschen Gefängnissen sind nur etwa fünf Prozent der Strafgefangenen Frauen. Dennoch gab es noch nie so viele weibliche Häftlinge wie heute. In Deutschland hat sich der Frauenanteil in den Gefängnissen in den letzten zehn Jahren verdreifacht. Grund dafür sind härtere Strafverfolgungsmaßnahmen, häufigere Untersuchungshaft und ein schärferes Strafmaß mit längeren Haftstrafen. Julietta, Monika und Ingeborg sitzen in den Frauenhäusern der JVA Köln-Ossendorf ein. Sie sind drei von etwa 300 Frauen im Alter zwischen 15 und 68 Jahren, die dort ihre Haftstrafe verbüßen. Vier Monate lang, im Herbst und Winter 2006, durfte das Alltagsleben der weiblichen Häftlinge ungehindert und ohne Auflagen gefilmt werden.

Die Taten, wegen der die drei Frauen verurteilt wurden, Bankraub, Totschlag und Diebstahl, werden in "Frauen im Knast" nur am Rande erwähnt. Dafür gibt einen Einblick in das Leben im Gefängnisalltag.