Scary, so nennt sich der Mann, der am ganzen Körper tätowiert ist. Überall. Auch im Gesicht. Sein Äußeres nutzt er, um Schülerinnen und Schüler zu Tränen zu rühren und zu Mitmenschlichkeit und Nächstenliebe aufzurufen. Ein fantastisches Stück Film! Im Anschluss zeigen wir in "Schwarzes Glück", wie man als Gothic fröhlich und zufrieden sein kann. "Ich war ein Nomadenmädchen", sagt Fadumo K. und berichtet uns über traumatische Erfahrungen durch ihre Beschneidung in Somalia. Heute spricht sie mit deutsch mit bayrischem Akzent. Eine starke Frau und eine starke Geschichte.
Di 24.08. ab 20.15 Uhr
Di 24.08. um 00.00 Uhr
Mi 25.08. um 14.15 Uhr
Do 26.08. um 09.00 Uhr
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Di 24.08. ab 20.15 Uhr
Di 24.08. um 00.00 Uhr
Mi 25.08. um 14.15 Uhr
Do 26.08. um 09.00 Uhr
Ein Film von Uli Kick
In seiner Haut möchte man nicht stecken: von oben bis unten tätowiert - auch im Gesicht! - gepiercte Nasenwurzeln, Schrauben durch Augenbrauen und Ohren, dazu Goldzähne - allein der Anblick erzeugt Schmerzen.
Er nennt sich 'The Scary Guy' und sieht tatsächlich zum Fürchten aus. Mit seinem bizarren Äußeren verunsichert er Leute, fliegt aus Lokalen und bekommt Morddrohungen. Als er begann, sein Gesicht zu tätowieren, stellte 'Scary' viele bürgerliche Konventionen infrage. Hinter seinem Tabubruch steht aber auch ein zutiefst menschliches Anliegen: Die Schockgestalt 'Scary' arbeitet erfolgreich als Konflikt Coach. Drogensüchtige, gewalttätige Jugendliche, ausgebrannte Konzernangestellte, gestresste Polizisten und Gefängniswärter erleben ihn als freundlichen Krisenmanager. Ausgerechnet mit ihm lässt es sich leichter über Neid, Eifersucht, Gier und Geltungssucht reden.
Jugendliche machen mit 'Scary' eine eigenartige Erfahrung: Wie ein Held aus ihrer brutalen Medienwelt betritt er plötzlich ihre oft nicht minder brutale Wirklichkeit - aber ausgerechnet er, der so gewalttätig aussieht, löst seine Konflikte friedlich, gefühlvoll, überlegen, extrem cool.
Der Film zeigt eine vielschichtige Persönlichkeit, die wie eine lebende Comic Figur aussieht und doch wie ein Schamane, ein Heiler wirkt: 'Scarys' Arbeit gerade mit 'Problemjugendlichen' ist sehr erfolgreich, urteilen Lehrer, die selbst an eben diesen Jugendlichen gescheitert sind. Die Zuschauer lernen einen Mann kennen, der klug genug ist, zu wissen, dass er nicht alleine die Welt retten und alle traurigen Seelen auffangen kann. Aber er öffnet Türen und Auswege in Situationen, die ausweglos scheinen. 'Scary - der Tätowierte', ein Film des preisgekrönten Autors Uli Kick, der unter die Haut geht.
Di 24.08. ab 21.45 Uhr
Di 24.08. um 01.30 Uhr
Mi 25.08. um 15.45 Uhr
Do 26.08. um 10.30 Uhr
Gothics sind anders
Ein Film von Claudia Deja und Petra Stahlbock
'Wie sehen die denn aus?' So reagieren viele auf die dunklen Gestalten - irritiert und befremdet. Die 'Schwarzen' haben ein denkbar schlechtes Image. Manche Menschen glauben deshalb, dass die Gothics satanistische Neigungen haben, nachts Friedhöfe schänden oder depressiv sind. Gothics sind Menschen, die sich ausschließlich schwarz kleiden und gerne mit Themen wie Tod und Vergänglichkeit beschäftigen.
Petra, 44, Angestellte bei der Stadtverwaltung in Wuppertal, entspricht nur äußerlich den Klischees: sie trägt zwar immer schwarz, geht aber einer geregelten Arbeit nach, nimmt keine Drogen, sondern pflegt einen eher bürgerlichen Lebensstil. Trotzdem ist sie mit ihrem Sohn erst vor kurzem in eine 'Gothic Wohngemeinschaft' gezogen. Abends ist sie in der 'schwarzen Szene' unterwegs, natürlich entsprechend ausstaffiert: mit schwarzem Lack BH und Netzstrümpfen - auf der Suche nach einem zu ihr passenden Liebsten. Auch Pfingsten auf dem bundesweiten Treffen der Schwarzen in Leipzig war sie wieder dabei, einen passenden Lover hat sie allerdings nicht gefunden.
Erik und Elena sind deutlich jünger und entsprechen auf den ersten Blick schon eher den Klischees. Gemeinsam haben sie ihre eigene kleine Welt geschaffen, gemeinsam verteidigen sie sich gegen Anfeindungen von außen. Besonders der androgyn wirkende Erik wird auf der Straße oft angepöbelt. Auch im Job gibt es immer wieder Konflikte wegen seiner Aufmachung.
In der schwarzen Szene finden Erik und Elena Raum für ihr spezielles Lebensgefühl, dazu gehört auch das Tragen auffallender Kostüme. Sie grenzen sich damit ab von einer Welt, die beide oft als kalt und feindselig empfinden. Sie wollen anders sein als die anderen und verstärken so ihre Außenseiter Position. Wie lassen sich das Träumerische und Tiefsinnige ihres 'schwarzen Lebens' vereinbaren mit dem 'Rest der Welt' - eine Frage, die das junge Paar durch den Alltag begleitet.
Di 24.08. ab 22.30 Uhr
Di 24.08. um 02.15 Uhr
Mi 25.08. um 16.30 Uhr
Do 26.08. um 11.15 Uhr
Ein Film von Juliane Schuhler
Sie spricht perfekt deutsch - mit bayerischem Akzent. Seit vielen Jahren ist München ihre neue Heimat. Hier lebt sie mit ihrem Mann Walter K. und ihrem mittlerweile fast erwachsenen Sohn Philipp: Fadumo K., die vor einigen Jahren ihr Buch 'Geboren im großen Regen' herausbrachte. Fadumo wuchs als Nomadenmädchen in Somalia auf, hütete brav die Ziegen und Schafe ihres Stammes. Als sie im Alter von sieben Jahren beschnitten wurde, änderte sich ihr Leben von einem Tag auf den anderen.
Die Schmerzen der Beschneidung waren so unerträglich, dass sie in ein tiefes Koma fiel, aus dem sie sehr krank erwachte. Ein reicher Onkel schickte sie zur ärztlichen Behandlung nach Deutschland, wo sie bei Verwandten unterkam, die in ihr nur eine billige Putz- und Kinderfrau sahen. Erst bei einer Pflegefamilie in Augsburg findet sie Liebe und Geborgenheit. Ermuntert von den Zieheltern, fährt sie eines Tages zum Fasching nach München. Hier lernt sie Walter K. kennen. Die beiden verlieben sich und heiraten ein Jahr später. Im Jahr 1990 kommt ihr gemeinsamer Sohn Philipp auf die Welt.
Fadumo macht eine Dolmetscherausbildung und übersetzt im Auftrag des Flüchtlingsamtes der Stadt München für ihre somalischen Landsleute, die aus dem Land mit dem lang andauernden Bürgerkrieg geflohen sind. Daneben engagiert sie sich gegen die Beschneidung von Mädchen, hält Vorträge an Schulen, Universitäten und macht Fortbildungen für Hebammen. Fadumo fühlt sich wohl in München. Die Menschen hier sind ihr im Laufe der Zeit vertraut geworden. 'Manchmal', sagt sie, 'vergesse ich sogar, dass ich farbig bin.'
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