"60 Jahre Berlinale" - da kommen sogar die "Hollywood Gangster" zum Gratulieren vorbei. Da werden Erinnerungen an die ersten Gangsterstreifen wach, genauso wie an Krimis und große Liebesfilme: "Casablanca - Spiel's noch einmal". Unsere Dokumentationen zeigen aber nicht nur die amerikanische Filmindustrie sondern auch, "Wie die Traumfabrik ins Revier kam".
Do 05.08. ab 14.15 Uhr
Fr 06.08. ab 09.00 Uhr
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Geschichte und Geschichten
Die Berlinale ist 60 Jahre alt geworden. Das Festival kommt in die Jahre. Aus diesem "Zeichen für den Lebenswillen der bedrängten Stadt West-Berlin" ist längst das größte Filmfestival der Welt geworden. Zeit für einen unterhaltsam-informativen Blick zurück.
Dabei mischen sich sechs Jahrzehnte Stadt- und Film-Geschichte. Da winkt Maria Schell vom Fenster des Kempinski den jubelnden Fans zu, natürlich "ersingt" Eddie Constantine ein gerührtes Streichholz-Feuerwerk in der Waldbühne, verheißt Gary Cooper als Botschafter der US-Regierung direkt nach dem 17. Juni auf dem Ku'damm Zuversicht und wird von Zehntausenden im Olympiastadion dafür gefeiert, Jean Luc Godard geißelt die Teilung der Stadt. Die Mauer wird gebaut und fällt wieder, und immer wird sich die Berlinale mit der Stadt Berlin verändern. Heute sind es Cate Blanchet, George Clooney, Madonna, Leonardo di Caprio, Meryl Streep, aber auch viele deutsche Stars, die Tausende an den Roten Teppich locken. Die Stadt bebt wieder in den zehn Tagen Filmfest. Die Berlinale scheint wieder dort angekommen, wo sie einst war: Sie ist ein Volksfest für die ganze Stadt.
Im Rückblick werden die Jahrzehnte der Berliner Filmfestspiele wieder spürbar. Im Film "Roter Teppich - Goldener Bär" von Autor Michael Strauven erzählen deutsche Stars und Sternchen ihre ganz privaten Berlinale-Geschichten, sie berichten von Ängsten und Triumphen, erinnern an glückliche und peinliche Momente. Darunter: Martina Gedeck, Senta Berger, Michael Gwisdek, Christiane Paul, Hannah Herzsprung, Katrin Saß, Volker Schlöndorff, Andreas Dresen, Rosa von Praunheim und Fatih Akin. Eine lustvolle Montage aus Filmen, Erinnerungen, privaten und weltgeschichtlichen Momenten. Und es wird deutlich, was dieses Filmfestival so einmalig macht: Nicht der Strand, wie in Cannes, nicht die Lagune, wie in Venedig - es sind die Menschen dieser Stadt, die das Festival prägen und es einmalig machen.
Do 05.08. um 14.45 Uhr
Do 05.08. um 04.30 Uhr
Fr 06.08. um 09.30 Uhr
Ein klassischer und bis heute vitaler Bestandteil des Hollywood-Kinos ist das Genre der Gangster-Filme, das weltweit immer wieder sein Publikum findet. Eckhart Schmidt geht diesem Phänomen auf den Grund und schafft Begegnungen mit vielen berühmten Künstlern, die dem Genre den Stempel aufdrücken - so u. a. mit Roger Corman, dem Entdecker von Martin Scorsese, und Robert De Niro, mit Martin Bergman, dem Produzenten des "Scarface"-Remakes, mit dem Mafia-Spezialisten Nicholas Pileggi, mit den Schauspielerinnen Angie Dickinson und Joan Leslie oder den Regisseuren John Milius und Budd Boetticher in seinem letzten Interview vor seinem Tod.
Do 05.08. um 15.45 Uhr
Fr 06.08. um 05.30 Uhr
Fr 06.08. um 10.30 Uhr
Ein Film von Wolfgang Wegner
Dreh- und Angelpunkt dieser Dokumentation ist "Rick's Café", das berühmte Café des Films, das es auch tatsächlich in Casablanca gibt. "Rick's Café" ist Treffpunkt für Künstler und Literaten, Politiker und Touristen. Es spiegelt das moderne und zugleich nostalgische Marokko wider.
"Rick's Café" wurde in einer weißen Villa in Hafennähe eingerichtet und dem berühmten Café im Film, einer reinen Hollywood-Erfindung, nachempfunden. Es wird von der amerikanischen Ex-Diplomatin Kathy Kriger betrieben, die hier ihren Traum verwirklicht hat. In der kurzen Zeit, seit es besteht, ist "Rick's Café" zum Treffpunkt schlechthin geworden.
Der Film vermittelt ein eingängiges Bild der Stadt Casablanca, heute die drittgrößte Metropole in Nordafrika. Modern ist sie und ein bisschen altmodisch, orientalisch und zugleich westlich. Die Zuschauer lernen Menschen in Casablanca kennen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Den Träger Mwili etwa, der schon seit 60 Jahren auf dem Markt arbeitet. Den millionenschweren Rennstallbesitzer Isamil Nasif. Die junge Modedesignerin Sineb Joundy, die ihr Handwerk bei Karl Lagerfeld in Paris gelernt hat. Einen Broker, ausgebildet in Amerika.
Über die Begegnungen mit diesen Personen charakterisiert der Film Casablanca. Diese Stadt ist voller Nostalgie. Und gleichzeitig Motor des modernen Marokkos.
Do 05.08. um 16.30 Uhr
Fr 06.08. um 06.15 Uhr
Fr 06.08. um 11.15 Uhr
Ein Film von Carsten Günther
Im roten Plüschsessel versunken sind Alltag und Geldsorgen einen Abend lang vergessen: Mitten in Herzen des Ruhrgebiets werden in der Essener "Lichtburg" Kinoträume wahr. "Wie die Traumfabrik ins Revier kam" erzählt die Geschichte von Deutschlands traditionsreichstem Premierenkino - und die Geschichte einer Frau, die die Liebe zum Kino ein Leben lang mit der "Lichtburg" verband.
Schon bei ihrer Eröffnung 1928 brach die "Lichtburg" alle Rekorde: Mit 2.000 Polstersitzen, dem tiefen Orchestergraben, livrierten Saaldienern und der zwanzig Meter hohen Kuppel war sie das größte und eleganteste Kino weit und breit. "Deutschlands modernster Filmpalast", wie die Presse schrieb, lag mitten in einer Arbeiter- und Industrieregion, die damit selbstbewusst Glamour und Großstadtflair demonstrierte. Von Gary Cooper bis Arnold Schwarzenegger, von Zarah Leander bis Romy Schneider - internationale Stars und Sternchen ließen sich bei Premieren feiern und brachten Glanz und Glamour ins Ruhrgebiet: Marika Rökk, Curd Jürgens, Gregory Peck, "Winnetou" Pierre Brice und "Old Shatterhand" Lex Barker, Bud Spencer & Terence Hill - die Liste ist lang. Ob "Buddenbrooks", "Die Päpstin" oder "Henri 4" - zahlreiche Filme feiern bis heute ihre Premiere in Deutschlands größtem Filmpalast.
Die Geschichte der Lichtburg ist auch die Geschichte immerwährender Neuanfänge: Wiederaufgebaut nach den Zerstörungen des Krieges erstrahlt sie in den 50er Jahren in neuem Glanz und wird zum wichtigsten Premierenkino Deutschlands. Ilse Brand hat die Stars und Sternchen kennen gelernt - seit 50 Jahren ist sie der "Lichtburg" treu. Sie erzählt, wie alles anfing und arbeitet auch mit über 80 Jahren noch als Kartenabreißerin. Natürlich kommen auch die Stars selbst zu Wort: Pierre Brice, Walter Giller, Nadja Tiller und der Mann, der Romy Schneider den ersten (Film-)Kuss ihres Lebens gab: Claus Biederstaedt.
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