Einsweiter; Rechte: WDR

Dokumentation & Reportage

Rätsel der Berge

Di 03.08. ab 14.15 Uhr

Die verborgenen Wassertaschen im Inneren des Montblanc. Die Höhenkrankheit als Selbstversuch am Mount McKinley in Alaska. Eine Expedition ins ewige Eis der Antarktis. Der Klimawandel am Kilimandscharo. Die Reihe "Rätsel der Berge" erzählt vier spannende Forschergeschichten aus der dünnen Luft der Gebirge und Hochlagen.

berg; Rechte: photos.com

Bilder 1

Bewerten:

Alle Sendetermine

Di 03.08. ab 14.15 Uhr
Di 03.08. ab 04.00 Uhr
Mi 04.08. ab 09.00 Uhr
Sa 07.08. ab 10.35 Uhr

Weiterempfehlen

Möchtest du diese Seite weiterempfehlen? Dann nutze diesen Service.

Rätsel der Berge (1/4)


Di 03.08. um 14.15 Uhr
Di 03.08. um 04.00 Uhr
Mi 04.08. um 09.00 Uhr
Sa 07.08. um 10.35 Uhr


Montblanc - Gefahr im Gletscher
Ein Film von Hartmut Schwenk

Die dicht besiedelten Täler der Alpen werden von einer Naturkatastrophe bedroht, wie man sie bislang noch gar nicht kennt, den 'poches d'eau', zu deutsch: Wassertaschen. Das Phänomen dieser riesigen Schmelzwasserseen im Innern von Gletschern ist so gut wie unerforscht. Die vom Eis eingeschlossenen Wassermassen bewegen sich mit dem Gletscher langsam nach unten. Normalerweise entleeren sie sich allmählich auf diesem Weg, was passiert aber, wenn das nicht stattfindet?

Lediglich ein Fall ist bislang in Europa aktenkundig geworden. Am Fuß des Montblanc hatte eine Flutwelle am 11. Juli 1892 das ganze Kurgebiet des kleinen Städtchens St. Gervais mitgerissen. In 3.200 Metern Höhe hatte ein Schmelzwassersee im Innern des Tete-Rousse-Gletschers explosionsartig die obere Eisschicht weggesprengt, wodurch eine dicke Fontäne mit Wasser heraus schoss und sich innerhalb von Stunden zu einer gewaltigen Wasserwand aufbaute, die sich unbemerkt in der Nacht nach unten wälzte: 200 Opfer forderte diese Wasserwelle. Gletscherforscher befürchten nun, dass diese Form der Naturkatastrophe mit dem Abschmelzen der Alpengletscher durch die globale Erwärmung in Zukunft häufiger auftreten könnte.

Am Montblanc versuchte ein deutsch-französisches Wissenschaftlerteam mehr über die geheimnisvollen 'poches d'eau' zu erfahren und verzeichnete gleich zu Beginn einen großen Erfolg: Zum ersten Mal gelang es Tauchern in eine dieser Wassertaschen vorzudringen. Tauchen auf dem Montblanc - eine Weltpremiere.

Rätsel der Berge (2/4)


Di 03.08. um 14.55 Uhr
Di 03.08. um 04.45 Uhr
Mi 04.08. um 09.45 Uhr
Sa 07.08. um 11.20 Uhr


Mount McKinley - Überleben in Höhe und Eis
Ein Film von Liesl Clark

Am Mount McKinley in Alaska könnte sich ein Durchbruch in der Erforschung der gefürchteten Höhenkrankheit anbahnen. Der Höhenmediziner Peter Hacket und der Astronaut John Grunsfeld, Mitglied von drei NASA-Shuttle-Missionen, wollen herausfinden, was in unseren Körpern passiert, wenn wir uns in zu große Höhen wagen?

Was löst die Symptome der lebensbedrohenden Höhenkrankheit - High Altitude Pulmonary Edema, kurz HAPE genannt- aus? Ist es wirklich die dünne Luft oder - wie Hacket vermutet - ein körpereigenes Enzym, das bei rapiden Höhenwechseln vermehrt produziert wird? Am Denali - wie die Indianer den Mount McKinley nennen - haben Wissenschaftler Forschungsstationen in großer Höhe aufgebaut, geforscht wird direkt am Patienten. Und die gehen am Denali nie aus: Ständig mussten die Höhenforscher ausrücken, um einen höhenkranken Kletterer zu bergen und zu versorgen.

Denn der Denali belastet die Menschen stärker als andere Berge: Kaum ein anderer Berg bietet zum Beispiel einen größeren Höhenunterschied zwischen Fuß und Gipfel. In Höhen über 6.000 Metern steht den Kletterern nur ein Drittel des Sauerstoffs wie im Flachland zur Verfügung. Und weil außerdem die Luftschicht in der Nähe der Pole dünner als an anderen Stellen des Globus ist, ragt der Denali viel weiter aus der Atmosphäre heraus als ein gleich hoher Gipfel in Südamerika oder im Himalaja.

Diese Umstände haben den Mount McKinley nicht nur zu einem Mythos für die Alpinisten gemacht, sondern auch zu einem idealen Forschungslabor für die Wissenschaft.

Rätsel der Berge (3/4)


Di 03.08. um 15.40 Uhr
Mi 04.08. um 05.30 Uhr
Mi 04.08. um 10.30 Uhr
Sa 07.08. um 12.05 Uhr


Expedition ins ewige Eis
Ein Film von Liesl Clark, Gunilla Laatsch und Elke Werry

Eine Expedition amerikanischer Wissenschaftler ist in die Antarktis gereist und besteigt dabei den Mount Vinson, 5140 Meter, den höchsten Berg der Antarktis. Schneeproben sollen Aufschluss geben über ein berüchtigtes Phänomen, den 'Rapid Climate Change', den 'schnellen Klimawechsel', der innerhalb weniger Jahre das Klima zum Kippen bringen könnte.

16.000 Kilometer weiter nördlich, in Grönland, sucht der deutsche Geophysiker Heinz Miller ebenfalls nach Erklärungen für das Klimageschehen. Das Erstaunliche dabei: Die beiden Regionen sind - klimatisch - eng miteinander verbunden, durch Meeresströmungen, die von einem faszinierenden Ineinander von Naturkräften zwischen den Polen hin- und hergepumpt werden und dabei Wärme über tausende Kilometer transportieren. Was passiert aber, wenn dieser Mechanismus gestört wird oder sich verändert?

Was die beiden Forschergruppen an beiden Enden der Welt zuallererst untersuchen ist sozusagen Schnee von gestern. Die in vielen Jahrtausenden zu dünnen und dünnsten Eisschichten zusammengepressten Schneekristalle sind ein gewaltiges Klimaarchiv, das durch Bohrungen nach oben geholt wird: Aus den Bohrkernen lassen sich Naturkatastrophen ebenso herauslesen wie die Umweltsünden der Menschheit. Die Forscher wollen damit verstehen was war, um dann - im nächsten Schritt - Vorhersagen entwickeln zu können für das, was auf uns zukommen wird.

Rätsel der Berge (4/4)


Di 03.08. um 16.25 Uhr
Mi 04.08. um 06.15 Uhr
Mi 04.08. um 11.15 Uhr
Sa 07.08. um 12.50 Uhr



Kilimandscharo - der schlafende Vulkan
Ein Film von Hugh Thomson

Die Szene wirkt wie aus einem Science-Fiction-Roman: In einer gewaltigen Kraterlandschaft steht ein Mann und misst mit einer Sonde die Bodentemperatur. Das Ergebnis: 'Hier ist es so heiß, dass nur wenige Zentimeter unter meinen Füssen Wasser kochen würde...' Das besondere dabei: Der Würzburger Vulkanologe Volker Lorenz steht an einem Ort, an dem man eigentlich große Kälte erwarten würde, auf einem 5.500 Meter hoch gelegenen Gebirgsplateau kurz unterhalb des Gipfels des Kilimandscharo, mit 5.892 Metern der höchste Berg Afrikas.

Diese Hitze, die das Massiv bis in höchste Gipfellagen in sich trägt, ist der Grund, warum eine Gruppe von Wissenschaftlern untersuchen will, ob der mystische Berg mit der charakteristischen weißen Gletscherhaube ein sogenannter 'schlafender Vulkan' ist. Würde sich das bewahrheiten, wäre der Kilimandscharo plötzlich ein unkalkulierbarer Risikofaktor für Millionen von Menschen, die am und vom Berg leben. Es geht aber nicht nur um diese ostafrikanische Region: Ungefähr 15 Prozent der gesamten Menschheit lebt am Fuß oder auf den Hängen von gefährlichen Vulkanen und die Wissenschaft muss in der Lage sein, zu verstehen, was sich im Erdinneren abspielt um Methoden zu entwickeln, die eine rechtzeitige Warnung erlauben. Denn eines gilt als sicher: Irgendwann kommt auch der Kilimandscharo wieder.

Für die Forscher ebenso wichtig: Hat die Temperatur des Berges in den letzten Jahrzehnten zugenommen? Ist sie möglicherweise die Ursache für den galoppierenden Rückgang der Kilimandscharo-Gletscher, die in den kommenden 20 - 30 Jahren völlig verschwunden sein werden. Welche Folgen wird das für die Menschen unten in den fruchtbaren Ebenen haben, wenn plötzlich das Schmelzwasser von oben ausbleibt?