Bus; Rechte: WDR

Dokumentation & Reportage

Musik braucht Mut

Di 27.07. ab 20.15 Uhr

Außergewöhnliche musikalische Wege gehen, heißt manchmal auch mutig sein und an ungewöhnlichen Orten auftreten. Der Mitschnitt dieses Konzerts wurde wohl genau deshalb eines der erfolgreichsten Alben der Popmusik: "Johnny Cash at Folsom Prison". Unser zweiter Dokumentarfilm zeigt die Geschichte einer nicht weniger mutigen und ebenso erfolgreichen Band: "Die Les Humphries Singers".

Johnny Cash; Rechte: WDR

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Di 27.07. ab 20.15 Uhr
Di 27.07. ab 23.55 Uhr
Mi 28.07. ab 14.15 Uhr
Mi 28.07. ab 04.10 Uhr
Do 29.07. ab 09.00 Uhr

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Johnny Cash at Folsom Prison


Di 27.07. um 20.15 Uhr
Di 27.07. um 23.55 Uhr
Mi 28.07. um 14.15 Uhr
Mi 28.07. um 04.10 Uhr
Do 29.07. um 09.00 Uhr


Ein Film von Bestor Cram und Michael Streissguth

Am 13. Januar 1968 tritt die Johnny Cash Show an einem außergewöhnlichen Konzertort auf: in der Kantine des kalifornischen Hochsicherheitsgefängnisses 'Folsom State Prison', einer der härtesten Haftanstalten der USA. Die Musiker, unter ihnen auch Cashs zukünftige Frau June Carter, werden gewarnt: Sollte es zu einem Aufstand kommen, würde man von der Waffe Gebrauch machen und auf die Musiker keine Rücksicht nehmen. Doch es bleibt friedlich - und das Konzert wird ein Meilenstein der Musikgeschichte.

Der Film verwebt den legendären Auftritt und die Biographie des Musikers mit dem Schicksal zweier Häftlinge, deren Leben vom Tag des Konzertes an eine entscheidende Wendung nimmt: Zwei Geschichten, von denen nur eine ein Happy End haben wird. Für Johnny Cash selbst, dessen Karriere nach Drogenexzessen beinahe schon beendet schien, bedeutet der Auftritt das musikalische Comeback: Der Mitschnitt 'Johnny Cash at Folsom Prison' wird eines der erfolgreichsten Alben der Popmusik.

Ob wohl es von dem Auftritt keine Filmaufnahmen gibt, montieren die Regisseure Tonaufnahmen, Interviews und beeindruckende Animationen so geschickt, dass man glaubt, das Konzert miterlebt zu haben. Ein besonderes Highlight der Dokumentation: Die deutsche Country Legende Gunter Gabriel leiht Johnny Cash seine unverwechselbare Stimme - eine TV Premiere. Gunter Gabriel war mit Cash befreundet und hat viele Cash Songs ins Deutsche übertragen - für seine Fans ist Gunter Gabriel ohnehin der 'deutsche Johnny Cash'.

'Johnny Cash at Folsom Prison' ist nicht nur ein Film über einen Musiker und seine Musik, sondern zeigt emotional packend auch ein spannendes Kapitel amerikanischer Sozialgeschichte.

Die Les Humphries Singers


Di 27.07. um 21.40 Uhr
Di 27.07. um 01.20 Uhr
Mi 28.07. um 15.45 Uhr
Do 29.07. um 05.35 Uhr
Do 29.07. um 10.30 Uhr


Aufstieg und Fall einer Poplegende
Dokumentarfilm Deutschland 2007/2008

Ende der 1960er Jahre kommt 'Les Humphries', der bei der britischen Marine zum Allround Musiker ausgebildet wurde, nach Hamburg und hat eine Idee: Inspiriert vom Hippie Musical 'Hair' stellt er einen Chor aus internationalen Sängerinnen und Sängern zusammen und produziert modern arrangierte Gospels - die 'Les Humphries Singers' sind geboren.

Auftreten und Erscheinungsbild treffen den Flower Power Zeitgeist, ihre eingängige Partymusik findet ein großes Publikum: Die 'Les Humphries Singers' erleben einen kometenhaften Aufstieg. Ihre Hits begeistern eine ganze Generation. Bis 1976 verkaufen sie 48 Millionen Schallplatten, doch hinter den glanzvollen Kulissen spielen sich menschliche Dramen ab: Ein Mitglied der Gruppe verfällt der Heroinsucht.

Jimmy Bilsbury, mit dem Les Humphries die meisten Titel gemeinsam komponiert, hat zunehmend Alkoholprobleme. Zudem löst der autoritäre Führungsstil des ehemaligen Royal Mariners heftige Spannungen aus. Mitte der 1970er Jahre beginnt sich der Sound zu erschöpfen. Ein mäßiger Auftritt beim Grand Prix Eurovision 1976 mit dem Ralph Siegel Titel 'Sing Sang Song' leitet das Ende der Erfolgsgeschichte der Les Humphries ein. Die Glanzzeiten sind endgültig vorbei, als der Gründer der Band kurz darauf wegen Steuerschulden das Land fluchtartig verlässt.

Der Dokumentarfilm von Andreas Fischer präsentiert im Rückblick einen neuen 'alten' Chor, der das Verstreichen der Lebenszeit zum Thema macht, aber auch die Liebe, die Einsamkeit und den Tod. Offen sprechen ehemalige Mitglieder der Gruppe wie Jürgen Drews und Henner Hoier sowie der Konzertveranstalter Fritz Rau über den Aufstieg und den Zerfall des Pop Phänomens. Im Dezember 2007 starb der Bandgründer Les Humphries. Die Neufassung des Films berücksichtigt seinen Tod: Zusätzliches, selten gesehenes Archivmaterial rundet das Werk ab.