Wir erzählen spannende Geschichten aus der Filmindustrie. Was hat zum Beispiel die Biografie eines Regisseurs mit seinen Werken und seinem Erfolg zu tun? Wir erfahren es in dem Dokumentarfilm "Von einem, der auszog - Wim Wenders' frühe Jahre". Wie ein deutscher Kameramann in Amerika zum Weltstar wird, zeigt der Film "Michael Ballhaus - Eine Reise durch mein Leben". Der 22-jährige Inder Sahadeb ist noch ganz am Anfang. Er will als Schauspieler groß rauskommen: "Mein Traum von Bollywood".
Fr 30.07. ab 14.15 Uhr
Sa 31.07. ab 07.40 Uhr
Mo 02.08. ab 09.00 Uhr
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Fr 30.07. um 14.15 Uhr
Sa 31.07. um 07.40 Uhr
Mo 02.08. um 09.00 Uhr
Junger Dokumentarfilm
Ein Film von Marcel Wehn
"Ich bin meine Geschichte", antwortet Kamikaze in Wim Wenders' "Im Lauf der Zeit" auf die Frage "Wer bist du?". Dieser Dokumentarfilm spürt der Geschichte von Wim Wenders nach und stellt eine Verbindung zwischen dessen frühen Biografie und seinem Werk her. Im Fokus steht das Leben des Regisseurs bis zu seinem Weggang in die USA nach seinem internationalen Durchbruch mit "Der amerikanische Freund" (1976/77).
In persönlichen Gesprächen erzählt Wim Wenders von seinem behüteten Elternhaus im Oberhausen, der Nachkriegszeit und von seinen Jahren in Paris. Dort lebte er als junger Maler und fasste den Entschluss, Filmemacher zu werden. Wenders Erinnerungen machen das Lebensgefühl und die Aufbruchstimmung unter den Studenten des ersten Jahrgangs an der Filmhochschule in München lebendig. Der Filmemacher Marcel Wehn zeigt auf, wie diese und spätere Lebenserfahrungen Niederschlag in Wim Wenders Spielfilmen fanden.
Neben Wim Wenders selbst kommen unter anderem Peter Handke, Robby Müller, Rüdiger Vogler, Bruno Ganz und Lisa Kreuzer als einige seiner wichtigsten Wegbegleiter zu Wort. In ihren Erinnerungen sprechen sie über die wiederkehrenden Grundthemen in Wenders' Filmen: Identitätssuche, Einsamkeit, Freundschaft und Kommunikation. Zur Sprache kommen ebenso sehr persönliche Erfahrungen in der privaten und beruflichen Beziehung zu Wenders. Ausschnitte aus seinen frühen Filmen verdeutlichen, dass Wenders immer wieder authentische Erlebnisse und Menschen aus seinem eigenen Umfeld zum Thema gemacht hat.
"Von einem der auszog - Wim Wenders' frühe Jahre": Ein Film über das Leben und das frühe Werk einer der größten Regisseure Deutschlands. Ein neuer Blick auf die frühen Filme von Wim Wenders.
Fr 30.07. um 15.45 Uhr
Sa 31.07. um 09.10 Uhr
Mo 02.08. um 10.30 Uhr
Ein Film von Vera Tschechowa
Der 1935 in Berlin geborene Michael Ballhaus, Deutschlands hochdekorierter Weltstar unter den Kameraleuten, arbeitete in den 70er Jahren u. a. mit R. W. Fassbinder zusammen, Anfang der 80er Jahre suchte er sein Glück in Amerika, wo er 42 Kinofilme mit seiner Kameraführung prägte - so auch die beiden Scorsese-Werke "Gangs of New York" (3. Oscar-Nominierung für Ballhaus) und das Gangster-Epos "Departed - Unter Feinden", das Scorsese endlich den Regie-Oscar einbrachte. Die Schauspielerin und Filmemacherin Vera Tschechowa machte zusammen mit Ballhaus eine "Reise durch sein Leben", die ihn von Berlin und Franken über München und Berlin nach Hollywood und New York schließlich wieder in die Heimat zurückführte. Freunde wie Martin Scorsese und Dustin Hoffmann oder Peter Liliienthal begleiteten ihn dabei.
Mit Vera Tschechowa, bis 1996 Schauspielerin, seit einigen Jahren Filmemacherin und mit Ballhaus befreundet, begibt sich Michael Ballhaus, Deutschlands einziger Weltstar seines Fachs, auf die "Reise durch mein Leben". Der Film beginnt in den USA und in Hollywood - dort, wo Ballhaus seinen globalen Ruhm begründete, wo er über 20 Jahre lang (meist) mit seiner Familie lebte und arbeitete, drei Oscar-Nominierungen und etliche andere Auszeichnungen verbuchte, wo man ihm den für ihn wichtigsten Preis seiner Karriere - den Preis der Vereinigung amerikanischer Kameraleute, also seiner Kollegen - verlieh. Er nahm ihn aus der Hand von Martin Scorsese entgegen, seit ihrer ersten Zusammenarbeit (Die Zeit nach Mitternacht, 1985) ein enger Freund, mit dem er auch dessen ersten Regie-Oscar für "Departed -Unter Feinden" und seinen eigenen (vorläufigen?) Abschied von der Kamera-Karriere feierte. Er begegnet dem Hollywood-Star Dustin Hoffman, mit dem er nicht nur drei Filme machte - 1985 die Arthur-Miller-Verfilmung "Tod eines Handlungsreisenden", 1995 den Sci-Fi-Thriller "Outbreak - Lautlose Killer" und 1996 das Kriminaldrama "Sleepers" - sondern, der ihm auch einmal das Leben rettete.
2006 starb Ballhaus' Frau Helga, beinahe 50 Jahre seine Gattin und engste Mitarbeiterin und Managerin, für Ballhaus ein Grund mehr, sein amerikanisches Leben ad acta zu legen und in die Heimat zurückzukehren.
Mit Vera Tschechowa besucht er Coburg, wohin er und seine Eltern 1942 vor dem Bombenhagel aus Berlin flohen, er besucht das alte, jetzt verfallene Schloss in Metzhausen, das seine Familie nach dem Krieg zu einem Theater und kulturellen Treffpunkt aufbauten, wo er in einer Großfamilie aufwuchs und wo er seiner späteren Frau Helga zum ersten Mal begegnete, "ohne die ich nie diese Karriere hätte machen können". Ballhaus spricht über seine Söhne Florian und Jan Sebastian, die seit "Outbreak'" mit ihm zusammenarbeiteten. Er begegnet seinem Freund, dem Regisseur und Autor Peter Lilienthal, den er an seinem ersten "Arbeitsplatz", dem Südwestfunk in Baden-Baden, Ende der 50er Jahre kennen lernte und mit dem er sechs Filme zwischen 1960 und 1982 realisierte (u. a. "Der Aufstand" und "Dear Mr. Wonderful"). Mit dem deutschen Regisseur Tom Tykwer (Lola rennt/ Das Parfüm) unterhält er sich über die ebenso anstrengende wie fruchtbare Zusammenarbeit mit Deutschlands Regie-Berserker Rainer W. Fassbinder, bei der die "beiden sich immer gegenseitig gesteigert haben" - bis zur Grenze des überhaupt Möglichen.
Ballhaus ist nach Berlin zurück gekehrt, doch der angebliche Ruhestand - er lehrt u. a. dort und an der Münchner HFF - ist, so sein Fazit, "ein Unruhestand. Aber ich bin selber für diesen Unruhestand verantwortlich. Es ist nichts Böses, ich habe ihn mir nur nicht so vorgestellt. Und ich habe das Gefühl, wenn das so weiter geht, muss ich mal wieder einen Film drehen, damit ich zur Ruhe komme". Das Publikum und die Regisseure, mit denen zusammen er gearbeitet hat, könnten sich nichts Besseres wünschen.
Fr 30.07. um 16.45 Uhr
Sa 31.07. um 10.10 Uhr
Mo 02.08. um 11.30 Uhr
Ein Film von Michael Schehl
Bombay ist die Stadt der scheinbar unbegrenzten Möglichkeiten des Kinos. Die Filmindustrie spielt in Indien, wie in fast keinem anderen Land auf der Erde, eine große Rolle. 1.200 große Kinofilme wurden hier alleine im letzten Jahr produziert - mehr als in Hollywood und Europa zusammen. Sie erreichen Millionen von Zuschauern. Der Bedarf an Darstellern ist enorm.
Der 22-jährige Sahadeb hat einen Traum: Er will zum Film und unbedingt nach Bollywood. Seit Jahren träumt er davon, spart Geld und bereitet sich darauf vor, an einem Casting teilzunehmen, um endlich vorsprechen zu dürfen. Der junge Inder lebt in Kalkutta bei der Familie seines Bruders in einem Slum. Er teilt sein Zuhause mit acht Personen auf 16 Quadratmetern. Fünfmal die Woche gibt er Schulkindern aus dem Slum Nachhilfeunterricht. Sein Lohn beträgt umgerechnet 40 Euro. Er legt jeden Cent für eine Zugfahrt nach "Bollywood" zur Seite. Täglich sieht Sahadeb seine Stars in der Stadt auf überdimensionalen Kinoplakaten: Sie lächeln ihm zu, und Sahadeb träumt weiter von einer Schauspielkarriere in Bollywood, bis er schließlich der Erfüllung seines Traums ganz nah zu sein scheint.
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