Orchidee; Rechte: WDR

Dokumentation & Reportage

Umwelt schützen . . . ist gar nicht einfach

Di 25.05. ab 14.15 Uhr

Elektroauto kaufen - na klar! Klimaschutz beschließen - natürlich! Regenwald erhalten - selbstverständlich! Energiesparlampen nutzen - logo! Aber war da nicht noch was? Vier aktuelle Dokus berichten über die unterschiedlichsten Schwierigkeiten, vor denen Menschen mit diesen vermeintlich glasklaren Umweltschutzideen stehen.

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Di 25.05. ab 14.15 Uhr
Di 25.05. ab 04.00 Uhr
Mi 26.05. ab 09.00 Uhr
Mi 29.05. ab 10.35 Uhr

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Strom im Tank - wo bleibt das Elektroauto?


Di 25.05. um 14.15 Uhr
Di 25.05. um 04.00 Uhr
Mi 26.05. um 09.00 Uhr
Mi 29.05. um 10.35 Uhr


Ein Film von Daniel Münter

Ein Dreh des Zündschlüssels, doch nur ein leises Summen ist zu hören. Ein Tritt auf das Gaspedal, und der Sportwagen schießt mit mächtiger Kraft fast lautlos vorwärts. Nach weniger als vier Sekunden sind 100 km/h erreicht. Dieses Geschoss ist kein gewöhnliches Auto: Es ist ein Elektroauto und mehr. Es ist ein Symbol dafür, dass Elektroautos bereit sind, den Markt zu erobern. Der "Tesla Roadster" fährt sich wie ein Porsche, verbraucht aber nur Strom aus einer gewöhnlichen Steckdose. Die Batteriefüllung für 350 Kilometer kostet gerade mal neun Euro.

Elektroautos wie der "Tesla" aus Kalifornien sind für die traditionelle Automobilindustrie Hoffnung und Alptraum zugleich. Die Konzerne stehen unter Druck: Der Ölpreis ist auf Berg- und Talfahrt, das Kohlendioxid aus den Auspuffrohren ist ein Klimakiller, und die Politik beginnt - gegen die Lobby der Autohersteller -, dem Verbrauch Grenzen zu setzen. Das Erdölauto ist ein Auslaufmodell. Doch trotz der drängenden Probleme warten die Kunden bisher vergeblich auf Elektroautos der großen Konzerne.

Dieser Film berichtet von den Machern und Visionären in Sachen Elektroauto und ihren weltweit wichtigsten Projekten. Autor Daniel Münter hat in den Entwicklungslaboren von General Motors gedreht, E-Autos von Toyota, BMW, Renault gefahren und mit Ingenieuren, Tüftlern und Unternehmensberatern in den USA und Europa gesprochen.

Die Dokumentation liefert dem Zuschauer Argumente, um zwischen schönen PR-Versprechen, halbherzigen Entwicklungen und sinnvollen Produkten zu unterscheiden - denn der Werbekrieg um das beste Elektromobil hat längst begonnen. Der Film deckt auf, warum die traditionelle Industrie nur widerwillig vom Öl Abschied nimmt und zeigt, dass einige deutsche Firmen die Entwicklung zu verschlafen drohen. Dabei geht es nicht nur um das Weltklima und die Mobilität von Millionen Menschen, sondern auch um die Zukunft von Hunderttausenden von Arbeitsplätzen in einer Schlüsselindustrie.

Kreuzzug für das Klima


Di 25.05. um 15.00 Uhr
Di 25.05. um 04.45 Uhr
Mi 26.05. um 09.45 Uhr
Mi 29.05. um 11.20 Uhr


Christen fordern die Energiewende
Ein Film von Heinz Greuling

Mitte Dezember tagt in Kopenhagen die Weltklimakonferenz. Wird es gelingen, die Erderwärmung zu stoppen? Welche Rolle übernimmt dabei Deutschland, zum Beispiel mit dem Ausbau neuer Kraftwerke? Zur Diskussion steht unter anderem mit dem Braunkohlekraftwerk Niederaußem - einer der größten CO2-Produzenten der Welt - ein besonders mächtiger Klimakiller.

Hans Stenzel, ehemaliger Bergbauingenieur, koordiniert in den Kirchengemeinden zwischen Köln und Aachen die Initiativen gegen den weiteren Ausbau der Kohlekraft im rheinischen Braunkohlerevier. Der Kirchenkreis geht mit gutem Beispiel voran und setzt seit Jahren auf erneuerbare Energien auf Wind- und Solarenergie und hocheffiziente Blockkraftwerke. Doch in der Region wird heftig gestritten, weil die Befürworter des Braunkohleabbaus auf neue Arbeitsplätze hoffen.

Die Macht der Stromkonzerne zu brechen, das ist auch das Ziel des Arztes Michael Sladek aus Schönau im Schwarzwald. Als der lokale Energieanbieter sich nicht auf Ökostrom umstellen wollte, kaufte seine Initiative unter großer Bürgerbeteiligung 1994 kurzerhand das Energieversorgungsunternehmen. Inzwischen organisiert sich der Widerstand gegen die Kohlekraft bundesweit, fast 80 Initiativen aus Kirchen und ökologischen Gruppen haben sich zur "Klima-Allianz" zusammengeschlossen. Filmautor Heinz Greuling begleitet die Menschen, die ihren Glauben politisch verstehen, und zeichnet damit ein überraschendes Bild der evangelischen Kirche - und einer möglichen Energiewende.

Vom Urwald in den Baumarkt


Di 25.05. um 15.45 Uhr
Di 25.05. um 05.30 Uhr
Mi 26.05. um 10.30 Uhr
Mi 29.05. um 12.05 Uhr


Raubholzhändlern auf der Spur
Ein Film von Manfred Ladwig und Thomas Reutter

Recherchen in norddeutschen Märkten und Gartencentern zeigen, dass die beliebten Holzgartenmöbel, aber auch andere Holzartikel, zu einem beträchtlichen Teil aus Raubholz gefertigt sind. Verdeckte Recherchen in den geschützten Urwäldern in Kambodscha und Laos zeigen den Raubbau und bringen die Reporter auf die Spur der Holzmafia. Versuche von Bauern, ihren Wald durch Proteste, durch Jagd auf die Holzfäller oder Brandstiftung an den illegalen Sägewerken zu schützen, bleiben hilflos gegenüber dem übermächtigen Gegner.

Der Handel mit dem Raubholz in Südostasien ist gut organisiert - offensichtlich auch mit staatlicher Beteiligung. Militärs und Beamte zahlen einfachen Bauern gute Preise für illegal gefällte Bäume. Gesetze zum Schutz des Tropenwaldes oder Handelsbeschränkungen gibt es in Vietnam, wo das Holz verarbeitet wird, nicht. Auch in Deutschland gibt es kein Urwaldschutzgesetz und Importverbot.

Die vietnamesischen Hersteller können ihre Tropenholzware legal nach Deutschland exportieren. Die Einfuhrverbote für einzelne geschützte Holzarten können in der Praxis nicht überprüft werden. Statements dazu von Kritikern, Beteiligten und Opfern des Raubbaus siehe O-Töne.

Rettet die Glühbirne!


Di 25.05. um 16.30 Uhr
Di 25.05. um 06.15 Uhr
Mi 26.05. um 11.15 Uhr
Mi 29.05. um 12.50 Uhr


Vom Unsinn der Energiesparlampe
Ein Film von Güven Purtul

Nach 130 Jahren steht die Glühbirne vor dem Aus. Stufenweise nimmt die EU die Stromfresser vom Markt. Ist das wirklich sinnvoll und durchdacht? Die NDR Dokumentation hinterfragt die EU-Entscheidung.

Seit September 2009 ist zunächst der Verkauf aller Birnen mit 100 Watt Leistung untersagt. Zwar werden bei der Glühbirne nur fünf Prozent der Energie in Licht umgesetzt, aber wie kritisch wurde die Energiesparlampe geprüft? Was ist mit den hochgiftigen Quecksilberanteilen? Wie und wo wird sie recycelt? Und gibt es eine Ökobilanz, die belegt, dass die Energiesparlampe besser ist?

Autor Güven Purtul beginnt seine Spurensuche auf der Nordseeinsel Norderney. Denn dort will man vor dem restlichen Europa glühbirnenfrei werden - ganz im Sinne des Klimaschutzes. Nützt der massenhafte Umstieg auf teure Energiesparlampen wirklich der Umwelt oder eher den Bilanzen der Lampenindustrie? Die Reise - auch über Recyclinghöfe - führt zu Erkenntnissen, die durchaus überraschen.