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Dokumentation & Reportage

Dokus über Alkohol, Drogen und Magersucht

Fr 16.04. ab 14.15 Uhr

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Fr 16.04. ab 14.15 Uhr
Sa 17.04. ab 07.45 Uhr
Mo 19.04. ab 09.00 Uhr

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Wenn Mutti säuft


Fr 16.04. um 14.15 Uhr
Sa 17.04. um 07.45 Uhr
Mo 19.04. um 09.00 Uhr


Ein Film von Ute Hilgefort

'Wenn Mutti schläft, laufe ich durch die Wohnung und suche nach den Flaschen. Ich kippe sie dann aus, manchmal tue ich auch Wasser rein', erzählt die heute 15 jährige Mandy. Jahrelang hat das Kind die Rolle der Hausfrau übernommen, nun kommt die Mutter aus der Entziehungstherapie, und es wird spannend, ob dies erfolgreich war.

Bei der gleichaltrigen Nicole versteckt die Mutter den Alkohol schon gar nicht mehr, sie deponiert ihren 'Klaren mit Kümmeltee' stets im Kühlschrank. Immer häufiger muss sie zur Entgiftung ins Krankenhaus und gibt auch ihrer Tochter die Schuld an ihrem Elend. Ein Teufelskreis.

Nicole glaubt inzwischen, 'abgehärtet' zu sein: 'Mir macht das nichts mehr aus', sagt sie trotzig. Nach Heimeinweisungen lebt sie wieder bei ihrer Mutter, 'hängt auch durch' und greift selbst schon mal zur Flasche.

Mandy, die Gymnasiastin, versucht dagegen, ein geregeltes Leben zu führen. Wenn ihre Mutter aus der Entziehungskur kommt, wollen beide versuchen, miteinander zu reden. Mandy will ein normales Teenagerleben führen, egal ob die Mutter trocken bleibt oder nicht.

In der Langzeitreportage von Ute Hilgefort wird der Kampf der Töchter um die Mütter und um ein eigenes, lebenswertes Leben geschildert.

Saufen, bis der Arzt kommt - Kinder im Vollrausch


Fr 16.04. um 15.00 Uhr
Sa 17.04. um 08.30 Uhr
Mo 19.04. um 09.45 Uhr


Ein Film von Ute Jurkovics und Gudrun Kirfel

Der erste Anruf an diesem Abend erreicht die Leitstelle der Feuerwehr Hannover schon kurz vor neun. Die Polizei hat ein Mädchen an der Landstraße gefunden volltrunken. Der Rettungswagen bringt die 15 Jährige sofort in das Kinderkrankenhaus auf der Bult. Zehn Jugendliche mit Alkoholvergiftung versorgen die Rettungssanitäter in dieser Nacht. Sechs von ihnen landen in der Kinderklinik. Der jüngste ist zwölf, der älteste 15 Jahre alt. Ein Junge muss auf die Intensivstation, er droht ins Koma zu fallen.

Während sich Ärzte und Pfleger um die schwer alkoholisierten Kinder sorgen, wird in der Innenstadt von Hannover reichlich gebechert; in einem Discozelt auf dem Jahrmarkt, in der Fußgängerzone und auf Flatrate Partys. Dort gibt es Hochprozentiges zu Dumpingpreisen. Wer noch keine 18 ist, schickt Ältere zum Tresen. Schnaps bis zum Abwinken ist für viele Teenager mittlerweile Freizeitbeschäftigung Nummer eins geworden. 'Ohne Alkohol', meint eine 15 Jährige, 'kann man doch gar keinen Spaß haben', und lässt dabei die Wodkaflasche kreisen.

Eine Mädchengruppe trifft sich vor dem 'Kampftrinken' zum 'Aufbrezeln'. Vortrinken brauchen sie diesmal zu Hause nicht; denn auf der Flatrate Party heißt es am Abend 'All you can drink' für nur 9,99 Euro. Wer in die Disco will und jünger ist als 18, braucht eine schriftliche Erlaubnis der Eltern. Das Formular für die Einverständniserklärung kann sich jeder im Internet herunterladen. 'Die Unterschrift lässt sich leicht fälschen, und wer kann das schon kontrollieren,' sagen die Mädchen.

Ute Jurkovics und Gudrun Kirfel haben in Hannover ein Wochenende lang Ärzte und Pfleger im Kinderkrankenhaus auf der Bult bei der Arbeit begleitet. Sie waren auch dort unterwegs, wo Jugendliche trinken, soviel sie können - manchmal bis der Arzt kommt.

Ich habe mich halbiert


Fr 16.04. um 15.30 Uhr
Sa 17.04. um 09.00 Uhr
Mo 19.04. um 10.15 Uhr

Ein Film von Jörg Laaks

Das Foto und das Tagebuch, das seien die wichtigsten Dinge, die er in seinen Koffer packe, sagt Ingo Galinski, während er sich in seiner Krefelder Wohnung noch einmal umguckt. Auf dem Foto ist ein Mann zu sehen, der 324 Kilo wiegt und der offenbar weiß, wie er gerade wirkt. Das ist nun ein Jahr her. Inzwischen hat sich viel getan im Leben von Ingo Galinski: 180 Kilo hat er abgenommen.

Und weil ihm seine Haut nun vier Konfektionsgrößen zu weit geworden ist und ihn obendrein ein 20 Kilo schwerer Hautauswuchs am linken Bein an jeder normalen Gehbewegung hindert, muss er an diesem Morgen in die Essener Uniklinik, zu dem plastischen Chirurgen Prof. Robert Hierner. Dem Reporter Jörg Laaks gab Ingo Galinski einen Einblick in ein Leben, das lange Zeit komplett im Verborgenen stattfand.

Kampf um jedes Gramm


Fr 16.04. um 15.45 Uhr
Sa 17.04. um 09.15 Uhr
Mo 19.04. um 10.30 Uhr


Ein Film von Charlotte Gnändiger und Antje Stobbe

'Das ist, als wäre ich nicht ich selbst.' So beschreibt die 14 jährige Jessica das Gefühl, das die Magersucht in ihr auslöst. In solchen Momenten ist die Krankheit stärker als Jessica. Nach mehreren Klinikaufenthalten lebt sie in einer betreuten Wohngruppe der Diakonie für essgestörte Mädchen in Aachen.

Dort wohnt auch die 15 jährige Patricia. Sie kämpft schon seit drei Jahren gegen die Ess Störung. Ihr größter Wunsch: 'Normal sein.' Doch dazu fehlen noch viele Kilos. Und dabei bedeuten für Patricia und Jessica an schlechten Tagen schon wenige Hundert Gramm die Welt. Dann dreht sich ein ganzes Therapiegespräch um einen einzigen Apfel. Kaum eine Krankheit ist in einer Überflussgesellschaft so schwer zu verstehen wie das Hungern vor vollen Tellern. 'Kind, iss doch einfach wieder', solche Gedanken hat auch Patricias Mutter manchmal, obwohl sie inzwischen weiß, dass das nicht so einfach ist. Bei Patricia und Jessica ist aus dem Nicht essen wollen längst ein Nicht essen können geworden.

Die halbstündige Reportage zeigt sechs Monate aus dem Leben von Jessica und Patricia: Ihren Alltag in der Wohngruppe, die Probleme mit sich selbst, der Krankheit und den Therapeuten. Immer im Konflikt zwischen der Sorge, zuzunehmen und der Angst, zurück in eine Klinik zu müssen.

Schlucken und schweigen - Abhängig von Tabletten


Fr 16.04. um 16.15 Uhr
Sa 17.04. um 09.45 Uhr
Mo 19.04. um 11.00 Uhr


Ein Film von Petra Cyrus

'Manchmal überlege ich, ob ich nicht doch wieder mit den Tabletten anfangen sollte. Es ging mir damit viel besser. Ich war umnebelt, aber meine Stimmung war gut', sagt Birgit und wischt sich eine Träne aus dem Auge. Seit Birgit, von Beruf Krankenschwester, nach einer Bandscheibenoperation 2005 das Schmerz und Beruhigungsmittel Tetrazepam verordnet bekam, geht es ihr nicht mehr richtig gut. Schon nach einem halben Jahr wurde sie medikamentensüchtig. Sie, die ihr Leben lang gern und viel gearbeitet hat, ist nun mit 52 Jahren erwerbsunfähig und berentet. Nach dem Entzug kamen die Depressionen und das Gefühl, nicht mehr gebraucht zu werden. Als ehemalige Krankenschwester gibt sie sich die Schuld für ihre Sucht, schämt sich und schottet sich ab. Ihre Familie wusste lange Zeit nicht, wie sie mit ihr umgehen sollte. Erst jetzt, nach fast vier Jahren, gelingt es Birgit, allmählich wieder Freude am Leben zu finden.

Christine M. ( 51) ist eine der Frauen, die denken, ohne die Hilfe von Medikamenten könnten sie nicht perfekt sein, könnten sie nicht hundertprozentig als Mutter und Ehefrau funktionieren und zudem noch erfolgreich ihren Job machen. Um den Druck und die Angst nicht zu spüren, nahm sie Beruhigungstabletten vom Typ der Benzodiazepine. Ohne Tabletten in der Tasche ging sie nie aus dem Haus. Jahrelang ging das so, bis ihre Ehe in die Brüche ging und sie selbst zusammenbrach. Erst danach und durch ihren neuen Mann wurde ihr ihre eigene Medikamentensucht bewusst. Im christlichen Kreuzbund hat sie Hilfe und seelischen Beistand gefunden.

Bei den meisten findet die Sucht still im Verborgenen statt - sie riechen nicht, sie torkeln nicht, man sieht es ihnen nicht an. Christine und Birgit sind zwei der wenigen Frauen, die offen und sehr persönlich über ihre Sucht sprechen. Sie wollen damit andere vor einem ähnlichen Schicksal bewahren und ihnen Mut machen, sich zu outen. Ihr Blick richtet sich auch auf die Ärzte, denn jede Sucht beginnt mit einem Rezept ...

Nachtfahrt - Shuttlebus für Süchtige


Fr 16.04. um 16.45 Uhr
Sa 17.04. um 10.15 Uhr
Mo 19.04. um 11.30 Uhr


Ein Film von Kai Diezemann

Es ist spät am Abend und Roberto hat wieder mal seinen Bus geparkt - wie immer mitten im Bahnhofsviertel. In Clubs und Kneipen herrscht Hochbetrieb, die Neonlichter der Bars und Bordelle blinken in der Nacht. Roberto ist Streetworker bei der Frankfurter Drogenhilfe und sammelt für die Nacht obdachlose Junkies ein. Mit einem VW Bus pendelt er zwischen der Notschlafeinrichtung in der Schielestraße im Osten Frankfurts und dem Bahnhofsviertel. Mehrmals in der Nacht.

Ein paar sind schon eingestiegen, Attila zum Beispiel. Seit drei Jahren lebt er ohne Papiere in Frankfurt. Und schläft seit ein paar Wochen regelmäßig in der 'Schiele', wie die Einrichtung im Jargon heißt. Er erzählt, dass er den Tag wieder mal nur damit zugebracht habe, sich Stoff zu besorgen - 'alles Schrott', wie er sagt. Für den 'Schrott' hat er mehr als 200 Euro gezahlt.

'Pumpe, Nadel 5 Euro'. Douglas, auch ein regelmäßiger Gast in der Schielestraße, sitzt auf dem Boden im Bahnhofsviertel und preist seinen Service an. 5 Euro für eine saubere Nadel, eine Spritze, Ascorbinsäure und frisches Wasser das Set für einen Drogen Druck. Tagsüber bietet die Stadt Frankfurt in offiziellen Druckräumen diese Utensilien an, um die Risiken gebrauchter Spritzen zu verringern. Nachts, wenn diese Räume geschlossen sind, macht Douglas sein Geschäft. Doch für heute ist auch bei ihm Schluss.

Eine Viertel Stunde später steigen Attila und ein paar andere Drogensüchtige in der Schielestraße aus. Hier bekommen sie ein Bett und am nächsten Morgen ein Frühstück. Und hier können sie auch weitere Hilfe bekommen, etwa bei der Suche nach einem Therapieplatz - wenn sie wollen. Das 'Eastside' - so heißt die Einrichtung offiziell - bietet das größte, niedrigschwellige Hilfsangebot für Drogensüchtige in Frankfurt.

Roberto, der Fahrer, kennt die Szene wie kaum ein zweiter und genießt das Vertrauen der Süchtigen. Vielleicht weil er selbst mal einer von ihnen war. Und vielleicht auch, weil seine Klienten spüren, dass er sie respektiert. Trotz ihrer Sucht. Dass er mehr in ihnen sieht als nur den 'Junkie', der ganz unten angekommen ist.

Für die Reportage 'Nachtfahrt' begleitet Autor Kai Diezemann die Streetworker der Frankfurter Drogenhilfe bei ihren nächtlichen Einsätzen. Ein Film vom Leben am Rande der Gesellschaft.