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Der Dokudienstag in Einsfestival

Campino

Di 16.03. um 22.30 Uhr

Campino; Rechte: dpa

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Campino

Ein Film von Cordula Kablitz-Post

Campino, charismatischer Sänger, Songschreiber und seit 1982 Frontmann der "Toten Hosen", gilt als einer der einflussreichsten und populärsten Stars der deutschen Musikszene. Mit seiner Band füllt er nicht nur die Hallen und Stadien in Deutschland, "Tote Hosen"-Tourneen führen auch durch Südamerika, Osteuropa, Australien, Neuseeland und Japan. Doch gerade weil Campino so oft "on the road" ist, fühlt er sich bis heute seiner Heimatstadt Düsseldorf besonders eng verbunden.

1962 wird Campino als Andreas Frege in Düsseldorf als fünftes von sechs Kindern geboren. Das Verhältnis zu seinen Eltern, einem Richter und der aus England stammenden Mutter, gestaltet sich schwierig, besonders als Campino 1977 im Alter von 15 Jahren die Punkmusik entdeckt. Er rebelliert gegen das Elternhaus und entflieht nun immer öfter in sein neues "Wohnzimmer", den Ratinger Hof, die Hochburg der Düsseldorfer Punkszene.

Im Ratinger Hof feiert Campino 1979 dann auch mit der Gruppe "ZK" seinen ersten Auftritt, bevor 1982 die "Toten Hosen" erstmals die Bühne betreten. Lautstark und ganz im Geiste der Punk-Bewegung, denn die Feiern und Exzesse im Anschluss an die Konzerte sind legendär. Campinos private Aufnahmen aus den wilden Party-Zeiten der "Toten Hosen" dokumentieren seine Lust an Grenzüberschreitungen ebenso wie seine waghalsigen Spring- und Kletteraktionen bei Konzerten. Die Sprünge gibt es immer noch, andere Exzesse sind seltener geworden. Inzwischen steht bei dem Frontmann die disziplinierte Vorbereitung auf die großen Auftritte im Vordergrund. Eine große Herausforderung für ihn: Älter werden, ohne dabei die Glaubwürdigkeit als Punkrocker zu verlieren!

Campino arbeitet ständig an seiner künstlerischen Weiterentwicklung, ob als Filmschauspieler unter der Regie von Wim Wenders in "Palermo Shooting" oder auf der Bühne als Mackie Messer in der "Dreigroschenoper" von Regisseur Klaus Maria Brandauer. Seine Liedtexte sind über die Jahre wesentlich nachdenklicher geworden. Eigene Krisen und die Fragen nach Verantwortung oder Religion spielen eine immer größere Rolle. Vor fünf Jahren wurde Campino Vater. Die Geburt seines Sohnes hat ihn sehr verändert: Verantwortung schreckt ihn nicht mehr.

In dem Film von Cordula Kablitz-Post führt uns Campino an die Orte seiner Kindheit und präsentiert zum ersten Mal sein Elternhaus und seine Schule. Er erzählt, wie sein älterer Bruder John ihn zum Punkrock brachte. Seine Schwester Judy, eine professionelle Balletttänzerin, erinnert sich, wie sie mit Bewunderung schon früh dessen "Rampensau"-Talent entdeckte. Wim Wenders, langjähriger Freund und Patenonkel seines Sohns, lobt die besondere physische Präsenz des Sängers und dessen schnelle Auffassungsgabe als Schauspieler. Die imponiert auch Klaus-Maria Brandauer: "Ein Punker, ein Rocker, ein hochintelligenter Zeitgenosse, aber auch ein Sohn aus gutem Hause mit dem Herz auf dem rechten Fleck."

Schließlich zeigt Campino die Grabstelle auf dem Düsseldorfer Südfriedhof, die sich die Band vor 10 Jahren gekauft hat und wo die Musiker einmal gemeinsam begraben werden wollen. "Die Vorstellung, dass in 100 Jahren die Schulklassen zunächst zum Schneider-Wibbel-Haus und dann zu den Toten Hosen auf den Südfriedhof fahren, gefällt uns schon sehr", erklärt Campino mit einem Augenzwinkern...