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Dokumentation & Reportage

Achtung Gewalt - Zum Jahrestag von Winnenden am 11. März

Do 11.03. ab 14.15 Uhr Dokumentationen zu Jugendgewalt

Trauer in Winnenden; Rechte: dpa

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Do 11.03. ab 14.15 Uhr
Do 11.03. ab 04.05 Uhr
Fr 12.03. ab 09.00 Uhr

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Achtung Gewalt - Zum Jahrestag von Winnenden am 11. März

14.15 Uhr: Die verlorene Generation - Jugendgewalt in England

14.40 Uhr: Sie wissen, was sie tun - Die Geschichte einer Gewalttat

15.10 Uhr: Im Land der Revolver - Amerikaner und ihre Waffen

15.55 Uhr: Schießen ist meine Leidenschaft

16.25 Uhr: Der Amoklauf von Winnenden - Weiterleben nach der Bluttat
Da ist die Mutter, die einen Film über ihre Tochter ins Internet gestellt hat. Damit etwas übrigbleibt von ihrem Kind. Da ist die Schülerin, die schwer verletzt überlebt hat und noch immer jeden Tag über die Tat reden muss. Da ist der Polizeiseelsorger, der das Bild der toten Kinder nicht mehr aus dem Kopf bekommt.
Acht Monate nach der Tat zeigt die Dokumentation "Der Amoklauf von Winnenden", was mit den Menschen in der kleinen Stadt bei Stuttgart passiert ist. Und wie ein furchtbares Geschehen ihr Leben verändert hat.

Die verlorene Generation - Jugendgewalt in England


Do 11.03. um 14.15 Uhr
Do 11.03. um 04.05 Uhr
Fr 12.03. um 09.00 Uhr


Ein Film von Ulli Neuhoff

London ist das Zentrum der europäischen Jugendgewalt. Die Dokumentation taucht ein in das Milieu der Jugendgangs in der britischen Hauptstadt und entlarvt die Spirale der Gewalt, in die die jungen Menschen geraten. Jeder Mord, jede Messerstecherei bringt neue Angst hervor. Welcher Ausweg bleibt? Gegen die Moral der Gangs, der harten Fäuste und der schnellen Messerstecher hilft nur eine intensive Jugend-, Sozial- und Bildungsarbeit. Oder bleibt für die Jugendlichen am Ende nur der Knast?

"Ich werde nichts beschönigen", sagt 'OG'. "Es passiert eine Menge Scheiße hier auf unseren Straßen, gleich um die Ecke ist die 'murder mile', die Mord-Meile, und ich bin 'OG', murder mile's general." Diese Worte scheinen eher einem Rap-Lied entsprungen zu sein als einer gewöhnlichen Konversation. Aber dies ist Hackney in East London, "Gangland", wie man die Viertel nennt, in denen die Jugendszene von Banden und ihren Kriegen geprägt wird. 'OG' steht für "original gangster". Neun Jahre saß er bereits im Knast, jetzt kümmert er sich um die Jüngeren. "Damit sie nicht auf die schiefe Bahn geraten", sagt er, wenn man ihn nach seiner Arbeit fragt. Und er versucht sich als Rapmusiker, da hat er große Pläne.

'OG' führt die Zuschauer durch sein Viertel. Er wohnt in E 9, das ist die Postleitzahl seiner Straße und das Revier der Gang, die hier das Sagen hat. E 8 ist bereits Feindesland, dort regieren andere.

London ist das Zentrum der Jugendgewalt, nicht nur in Großbritannien, sondern in ganz Europa. Nirgendwo gibt es so viele Gangs, 180 schätzen Experten. Und sie alle verteidigen ihr Territorium. "Du verlässt deine Gegend so wenig wie möglich", erzählt ein Jugendlicher. "Und wenn, dann ziehst du deine Kapuze tief ins Gesicht, damit dich niemand erkennt." Überlebensstrategie eines 15jährigen in London. Wir treffen ihn in der Raucherecke des Waltham Forest College, in dem spezielle Kurse für Schulabbrecher angeboten werden. Fast alle hier haben ähnliche Lebensläufe: Der Vater hat sie verlassen, die Mutter war überfordert und ihre Kindheit haben sie in Ghettos verbracht.

Der Befund ist eindeutig. Das Ausmaß der schweren Gewalt und Messerstechereien ist dramatisch gestiegen. Die Gewaltdelikte sind Symptome einer Gesellschaft, in der Armut immer mehr zunimmt und der Reichtum mancher ins Unermessliche steigt. Und es sind Symptome der Fehlentwicklungen einer zu liberalen Gesellschaft, meint Shaun Bailey. Er ist selber auf den Straßen Londons groß geworden. Jetzt ist er Sozialarbeiter und konservativer Abgeordneter im Stadtparlament. Er warnt: "Auch ihr in Deutschland und Frankreich werdet die gleichen Probleme bekommen wie wir hier, wenn die Eltern nicht endlich aufwachen und ihrer Rolle als Erzieher wieder gerecht werden".

Sie wissen, was sie tun - Die Geschichte einer Gewalttat


Do 11.03. um 14.40 Uhr
Do 11.03. um 04.30 Uhr
Fr 12.03. um 09.25 Uhr


Die Geschichte einer Gewalttat
Film von Stefan Suchalla

In einer dunklen Gasse in Halle wird mitten in der Nacht der Gymnasiast Johannes Falken von zwei Jugendlichen völlig grundlos angegriffen und halbtot getreten. Johannes erleidet schwerste Kopfverletzungen und muss für den Rest seines Lebens als Pflegefall im Rollstuhl sitzen.

Den älteren Täter Patrick Herrmann plagen in der Haft Gewissensbisse: Er bittet den tief religiösen Johannes schriftlich um Vergebung, doch der lehnt die Entschuldigung strikt ab. Als es durch die Vermittlung einer katholischen Ordensschwester zu einem Telefonat zwischen Johannes und Patrick kommt, nimmt dieser besonders folgenschwere Fall von Jugendgewalt plötzlich eine unerwartete Wendung.

Im Land der Revolver - Amerikaner und ihre Waffen


Do 11.03. um 15.10 Uhr
Do 11.03. um 05.00 Uhr
Fr 12.03. um 09.55 Uhr
Do 18.03. um 14.15 Uhr
Do 18.03. um 04.00 Uhr
Fr 19.03. um 09.00 Uhr


Ein Film von Patrick Prentice
Deutsche Bearbeitung von Rainer Kahrs

Sein Unterkiefer wurde halb weggeschossen. Der Polizist Richard D. hatte Glück im Unglück. Erst acht Monate, nachdem er bei einem Routineeinsatz schwer verletzt wurde, konnte er wieder arbeiten. Er wurde Opfer von Kriminellen. Doch die meisten Waffen in Amerika befinden sich in den Händen ganz normaler Leute.

In den USA gibt es fast ebenso viele Waffen wie Einwohner, nämlich 250 Millionen. die story blickt auf das Land der Revolver durch die Augen ganz verschiedener Menschen: Polizisten, Gangmitglieder, Hobbyschützen, ehemalige Scharfschützen sowie eine junge Mutter, die ihre Familie vor Einbrechern beschützen möchte. Für sie alle ist der Umgang mit Gewehren und Revolvern Alltag. Aber machen die Waffen diesen Alltag sicherer oder unsicherer?

Der Film zeigt, was Gewehre und Revolver so faszinierend für viele Menschen macht und welche Probleme daraus entstehen. Die letzten Amokläufe sind nur ein Beispiel.

Schießen ist meine Leidenschaft


Do 11.03. um 15.55 Uhr
Fr 12.03. um 05.45 Uhr
Fr 12.03. um 10.40 Uhr


Ein Film von Jule und Udo Kilimann

"Wir gelten schon fast als potentielle Mörder", sagt Hans Schimko, Schütze aus Leidenschaft. Seit dem Amoklauf von Winnenden muss er sich unangenehmen Fragen stellen: Ist eine Schusswaffe wirklich ein Sportgerät? Warum darf er mit seinem Waffenschein eine Neun-Millimeter-Waffe besitzen, wie der Amokläufer sie verwendet hat, obwohl sie als Sportwaffe nicht taugt? Nicole Nalepa wurde nur 15 Jahre alt. Ihre Mutter hat sich mit anderen Eltern zum "Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden" zusammengeschlossen. Sie fordern: keine Aufbewahrung von Waffen in Privathaushalten, kein Schießtraining für Kinder und Jugendliche. Damit ecken sie bei Schützen heftig an.

Der Amoklauf von Winnenden - Weiterleben nach der Bluttat


Do 11.03. um 16.25 Uhr
Fr 12.03. um 06.15 Uhr
Fr 12.03. um 11.10 Uhr


Ein Film von Stefan Maier

Die Rektorin, die klagt: Wir haben uns zerfleischt, uns immer wieder gefragt, wie wir es hätten verhindern können; der Vater, der sagt: Unsere Kinder hatten alle einen Lebenstraum; der Freund, der das Unfassbare in einem Lied zu fassen sucht: "Nicole, I miss you" - Sie sind alle zu Opfern geworden am 11. März 2009, als ihre Kinder, Geschwister, Mitschüler ermordet wurden. Ihren Blickpunkt nimmt der Film ein. Er wird die Betroffenen zu Wort kommen lassen, ihre Erinnerungen, ihre Fragen, ihre Forderungen. Er wird sie begleiten bei dem Versuch ins Leben zurückzufinden.

Da ist die Mutter, die einen Film über ihre Tochter ins Internet gestellt hat. Damit etwas übrigbleibt von ihrem Kind. Da ist die Schülerin, die schwer verletzt überlebt hat und noch immer jeden Tag über die Tat reden muss. Da ist der Polizeiseelsorger, der das Bild der toten Kinder nicht mehr aus dem Kopf bekommt.
Acht Monate nach der Tat zeigt die Dokumentation "Der Amoklauf von Winnenden", was mit den Menschen in der kleinen Stadt bei Stuttgart passiert ist. Und wie ein furchtbares Geschehen ihr Leben verändert hat.